Morschreuth

Bild von Johannes Obenauf
von Johannes Obenauf
Mitglied

Liebe Rosa Maria,
heute sind wir für dich alle hier, in Morschreuth überm Schlüsselstein, da gratulieren wir dir.
Für viele wundervolle Jahrzehnte danken wir, voll Inbrunst und Manier.
Du bist immer für uns alle da gewesen, in deinem trauten Heim in der Karolingerstraß,
hast für uns gekocht, gebacken, hast auf Kinder aufgepasst.
Hast für uns alle stets ein offenes Ohr gehabt, hast mit uns gelacht, geweint,
wurdest manchmal falsch verstanden, doch hast es immer gut gemeint.
Die Arbeit im Garten war deine große Leidenschaft, sie ist in Lena neu entfacht.
Um Rudi kümmerst du dich mit Hilde jeden Tag,
ein Engagement das man kaum genug zu würdigen vermag.
Und so stoppt dich auch kein Attentat, überrollt dich auch zweimal das Auto mit demselben Rad.
Doch da hilft weder Plan noch List, auch die Sahne auf dem Küchenboden ändert nichts.
So wurde der Plan längst aufgegeben und du wirst uns noch alle überleben.
Wirst nach Eintracht weiter streben und wirst sie hoffentlich erleben.
Du kämpfst mit Herz und Mut, für Liebe und Freundschaft, der Menschen allerhöchstes Gut.
Ich besuch dich immer wieder gern, auch wenn du mir dann die Leviten liest,
mir meine Frommlosigkeit nicht ganz vergibst oder erst noch Sturm der Liebe siehst.
Doch ich weiß wieviel Mühe du dir gibst und dass du jeden von uns auf deine Weise liebst.
Du wirst es niemals zulassen, dass wir hungrig dein Heim verlassen.
Doch hast du mit uns allen schon sehr viel mitgemacht, so wurden Böller und Raketen in Wäschekörben mitgebracht und so begann die Schlacht in der Silvesternacht.
Zwar wollte keiner dir die Nerven rauben, doch musste die Straßenlampe daran glauben und nächtlich dunkle Schwaden rauchen.
Doch wir wissen alle, wie sehr wir dich brauchen.
Und kommt dein Enkelkind durch den Regen zu deinem Geburtstag geschwind und ist es dabei etwas nass, verstehst du überhaupt keinen Spaß.
Für soviel Fürsorge dank ich dir und hebe darauf gleich mein Bier.
Denn dafür sind wir heute hier, liebe Omama wir danken dir.
Wir besuchen dich alle immer wieder gerne, kommen wir auch aus der Ferne.
Für dich ist uns kein Weg zu weit, egal ob es regnet oder schneit.
Selbst von Hamburg aus, kommen wir gern zu deinem Haus.
Doch werden wir es dir nicht immer vorher sagen, du sollst dich nicht gar so für uns plagen.
Doch eines will ich dir noch antragen:
Liebe Omama ich bin längst schon groß, brauche keine lange Unterhos.
Rede von Johannes zum 80. Geburtstag am 20.11.2016

Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Mehr von Johannes Obenauf lesen

Neuen Kommentar schreiben

Ohne Zuordnung aus der LiteratPro-Bibliothek