Holle-Zeit

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von Jürgen Wagner
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Heut‘ schüttelt sie die Betten aus
Frau Holle dort im Himmelshaus
Die alte Mutter mag man ehren
Sie wird uns immer was bescheren

Die Welt ist heute weiß und kalt
Und zauberhaft sind Flur und Wald
Wenn wir die Mühe selbst nicht scheuen
Dann wird es uns kaum je gereuen

2017 - Insbesondere die Winterzeit war in Mitteleuropa bei unseren Vorfahren Holle-Zeit - die Zeit einer unbequemen, aber immer reich schenkenden Natur - wenn man das Seine dazu tut und sich angesichts eines rauen Lebens nicht zu schade ist, seinen Beitrag zu leisten. Frau Holle war eine Personifizierung der großen, uralten und weisen Natur: Sonnenschein fließt von ihrem Haar, wenn Frau Holle es kämmt, die Welt ist von Nebel umhüllt, wenn sie Feuer macht und kocht, Wolken sind ihre Schafe, die auf die Weide getrieben werden, Regen fällt, wenn sie ihr Waschwasser ausleert, Schnee, wenn sie ihre Federbetten ausschüttelt.

Winterlandschaft © Netzer Johannes - Fotolia
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Kommentare

Adelheid
10. Jan 2017

Nachdem ich Ihre anderen, reichen, wunderbaren Holle-Gedichte kenne in Ihrem sehr empfehlenswerten Buch
FRAU HOLLE - EINE NEUE FRÖMMIGKEIT? (Verlag epubli Berlin)
reißt mich dieser brave Text nicht vom Hocker. Doch immerhin erinnern Sie mit ihm an unsere eigene germanische Tradition.

Frohe Wintergrüße!
Adelheid

10. Jan 2017

Der Tag war sonnig weiß verzaubert - beim nächsten Wintersturm wird es hoffentlich zupackender .... Mit heiterem Gruß! JW

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