Bauersleut im Künstlerhaus.

Bild von Ludwig Anzengruber
von Ludwig Anzengruber
Aus der Bibliothek

Es soan zwa alte Bauersleut'
In d'Weanstadt einikämma,
A Vetta thut s' voll Freundlikeit,
Wo's z' schaun gibt, mit hinnähma.

Der Schlankel oba der hat's a
Gar faustdick hinter 'n Uhren
Und hat sich amal mit dö zwa
Ins Künstlerhaus verluren.

Sö tappen da von Saal zu Saal,
Doch soan s' no kaum im zweiten,
So fangt dö Bäu'rin mit amal
Zun winken an und deuten.

»Ui jegerl, Monna, schaugt's af d'Seit!
Des nehmts an d'Seel'n sunst Schoden!
Do hängen g'molne Weiberleut',
Dö trog'n am Leib koan' Foden!

»I bin doch selber a a Wei'
Und woaß mi net zun fossen
Und woaß nit, wo mer da dabei
Söllt' seine Augen lossen!«

Der Bauer stolpert neben ihr
Hinein ins nachste Zimmer,
Er halt't 'n Huat vor d'Augen für,
Denn d'Sach wird allwal schlimmer.

»Mei,« sagt er »'s is a Sünd' und Schond',
Dös siecht jo wohl a jeda,
Doch kimmt 'leicht 's Molen ohne G'wond
Halt billiger; net, Vetta?«

Da wird die Bäu'rin wild und schreit:
»No dös möcht' Gott verhüten!
Dös war dö rechte Sporsomkeit,
Dö söllt' mer doch vabieten!

Und bin i hitzten a gleich olt,
I ließ' mi so nit molen
Und nit in Güten, nit in G'wolt!
Mer dürft' mi dafür zohlen!

»Daß i vor oa'm söllt' so hinstehn,
Dös war' a Untafanga!« –
»Na,« sagt der Baua, »loß nur gehn!
's wird's koana si valanga!«

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