Die Perle der Rose (Indische Phantasie)

Bild von Marceli
von Jürgen Skupniewski-Fernandez
Mitglied

Vor vielen vielen Jahren, als Gesang
Und Liebe noch im schönen Verein,
Wandernde Sänger noch gefahren,
Sich stellten einst am Hofe ein.
Im Palast des Schah-in-Schah,
Lebte einst Königin Mahadaba.

Ihr süsses Antlitz zart und mild,
Bedeckte Seide, schwarzes Haar.
Was für ein lieblich schönes Bild,
Sie, Königin der Träume, war.

Im Jahr des Kranichs, so geschah,
Die Königin ein Kind gebar.
Ein Töchterlein so lieb und rein,
So schön und mild, so zart und fein,
Ein Ebenbild ihrer Mutter war.

Von Eifersucht geplagt, die Schwester;
Wär´ sie doch so gerne wie Mahadaba
Und Maharani Schah-in-Schah.
Drum liess das Böse sie bewegen,
Begab sich zu den Hexen, nah´.

“Ihr dunklen Mächte gebt mir Kraft,
Das Kind der Königin muss sterben,
Sobald der Tod es hingeraft,
Werd´ ich den Thron beerben.”

Das arme Kind, unschuldig rein,
Ward´ krank und immer blasser,
Alsbald holte der Tod es heim
Trat Stille ein in den Gemächern.

Oh Königin Mahadaba,
Dein Kummer, Schmerz der Liebe,
Doch gnädig war die Himmels Schar,
Die Tochter nun zur Rose ward,
im Garten des Palastes da,
Da grünten ihre Triebe.

Und jeden Morgen, wenn der Tag erwachte,
Der Mutter Lippen Blatt für Blatt mit
Küssen ihrer Tochter Liebe dachte.
Der Tränen Tau, sie perlten sachte,
Berührten sanft die Erde,
Der Sonne Pfeile sie erweckte,
Verwandelte, vom Licht erfüllt,
Erstrahlte der Rose schönste Perle.

So kam es, heisst es in den Liedern,
Der Mutter Freude kehrte wieder.
Der Rose Träne nun an ihrem Herzen
Wachte, der Liebe Perle,
Oh Königin Mahadaba.

Die Schwester aber musste gehen,
Erblindet von den dunklen Mächten.
Nur wenn die Hoffnung zeitlos glüht,
Vom Herzen rein, nur dann erstrahlt
Der Rose Perle im Lichterschein der
Liebe.

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