Wofür wir lernen

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von Alf Glocker
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Wir lernen für das Leben, nicht für die Schule? So ein Scheiß! Die Wahrheit ist doch eher, daß wir mit dem gemästet werden, was grad auf dem Lehrplan steht! Davon profitiert der Lehrer, weil er seinen Lebensunterhalt damit bestreitet und der Staat, der die Lehrer dazu anhält Dinge zu vermitteln, die später dem Sozialprodukt – sprich der Ausbeutung – dienen. Hinzu kommt noch, daß jeder neue Schwung Kinder den erst kürzlich als aktuell anerkannten Mist verdauen muss, der verlangt wird, ob er nun logisch ist oder nicht!

Aber welches unbedarfte Menschenwesen – von Natur aus neugierig – interessiert schon was einem ein vorherrschendes System andrehen möchte?! Das interessiert keine Sau! Das tötet nur jegliches natürliche Empfinden und das Gewissen obendrein! Sensible Neulinge können sich nicht für angewandten Schwachsinn begeistern! Dafür gewisse Lebewesen, die gerne Faustkeile durch Zertifikate ersetzen um damit wild um sich zu schlagen. Die Kultur geht dabei jedenfalls jämmerlich zu Bruch! Aber wen stört das?! Schleimscheißer bestimmt nicht!

Für sie ist das ganze Leben ein Geschäft, manchmal auch ein schmutziges, und sie müssen Gewinn machen – auch wenn die Seele dabei Pleite geht. Seele? Nun ja, dieses Hirngespinst, welches im Allgemeinen unfähig ist sich bloßen Konventionen zu beugen: unbestechlich (soweit vorhanden). Gegen Anzeichen von „Seele“ muss daher rechtzeitig vorgegangen werden, bevor es „zu spät“ ist und jemand zu denken beginnt.

So sieht es jedenfalls die „Geistige Führungsschicht“ – und zwar, kurioserweise, aller Epochen. Das haben wir nicht hinter uns, das haben wir erst noch so richtig vor uns! Es darf also gelacht werden: wer sich hinter einer hochkomplizierten Fach-Argumentation versteckt um auf diese Weise alles auf einmal zu erklären, der ist ein Esel! Ein siegreicher selbstverständlich… Somit ist es unausweichlich, daß wir besser mit Allgemeinplätzen daherkommen, als mit Einsichten, denn Einsichten sind aussichtslos!

Machen wir uns doch lieber ein „Denkgeschenk“. Das ist auch so ein Schwachsinn! Ein Reinfall soll ein „wichtiger Hinweis sein?“ Für wen? Für den Betrüger, dem es gelungen ist, einen sogenannten Blauäugigen zu übertölpeln? Weil der Gangster dann weiß wie er ihn immer wieder über den Tisch ziehen kann? Wenn das gemeint ist, dann stimmt’s! Denn wer von Natur aus gutgläubig und naiv – meist im Zusammenhang mit gewissenhaft – ist, der kann das nicht einfach so weglernen. Sonst würde er ja ein schlechter Mensch werden! Oder ist ein Mensch, der keinem anderen Menschen mehr vertraut, ein guter?

In diesem Fall wäre der Mensch nicht gut – sondern so gut wie tot! Und nicht jeder tote Indianer ist ein guter Indianer! Es sollte schon auch noch welche geben, die ganz normal am Leben sind, sein dürfen, ohne gleich ruiniert zu werden. Da helfen uns sämtliche „Denkgeschenke“ der Welt nicht weiter! Recht, zugegeben weitestgehend gar nicht vorhanden, sollte zumindest noch in extremen Ausnahmefällen Recht bleiben und nicht generell in einem Sumpf versinken, der sich nicht mehr ausloten lässt! Wir verbeugen uns vor dem Recht, das stets gebeugt, aber nicht im Dienste an uns, eigene Wege geht, um einerseits eine fehlgeleitete Bildung zu fordern und uns andererseits Denkgeschenke zu machen mit denen wir nichts anfangen können.

Genau betrachtet ist jede Situation völlig neu! Wir reagieren mit unserem Charakter und dem Gewissen darauf. Wenn beides nicht vorhanden ist, haben wir’s leichter – unbestritten! Mit Erlerntem können wir also nur etwas anfangen, wenn wir grundsätzlich den Charakter verschlechtern (was Verbissenheit bei Enttäuschten bedeutet), oder wir „Gewissen“ einfach uminterpretieren und „Gesetzestreue“ dazu sagen. Denn gesetzestrau kann man auch als hinterhältiges Arschloch sein. Es ist nur erforderlich auf der „richtigen“ Seite zu stehen, egal wie falsch sie ist! Echte Vorteile aber, an einer völlig vertrackten Situation, können noch Sadisten oder Masochisten herausschlagen, da sie sich blendend für höhere Ämter und niedere Dienste eignen.

Wo, bei der ganzen Geschichte der Verstand bleibt, sollten wir uns lieber nicht fragen, bevor wir nicht wissen worum es eigentlich geht… Hier wird sich jeder selbst die Antwort geben können: „Es geht nur ums Geld!“ Auf diesem Terrain darf systemimmanent gedacht werden! Doch hier ist auch lediglich ein ganz bestimmter Verstand gefragt. Im Grunde nämlich wird der Geist durch die Kompliziertheit höherer Finanzstrukturen ausgebremst. Er bleibt, entweder anonym vergraben, denn die Oberflächlichkeiten gewinnen unter der Hand gewaltig an hohler Bedeutung, oder er wird rigoros ausgemerzt, damit er keine wirtschaftlichen Schäden anrichten kann.

Dieser Vorgang findet in einer derart unglaublichen Intensität statt, daß sogar ganz einfach Wahrheiten mehr oder weniger unabsichtlich übersehen werden (müssen). Doch was kümmert uns ein so oder so gearteter Weltuntergang, wenn der nächste Börsenkrach ein seltsames „Gespür“ heraufbeschwört, das so überflüssig ist wie ein Kropf? Ist dieses „Gespür“ ein Ersatz für Vernunft? Ist Denken in Zahlen das eigentliche Denken? Wir werden nicht mit Zahlen bezahlen, wenn dieses Denken seinen Preis fordert – einen Preis, den man sich im Voraus hätte denken können…

Wir stehen, Atom, bei Atom, in der Mole-Kühle einstudierter Gewissensfragen, die keine sind, sondern nur, anhand der Mimiky vertrauter Symbole, solche Affen aus uns machen, die schon gar nicht mehr danach fragen dürfen wie sie gebaut sind. Was soll das? Was hat die Schule aus uns gemacht?! Geht es hier um eine gewaltige Posse, die uns das Schicksal spielt, indem es uns glauben lässt, wir seien ausschlaggebend wenn wir uns eingrenzen? Setzen wir uns doch noch einmal in die Klassenzimmer und lassen Revue passieren, was man uns angetan hat, oder was man den Kindern heute antut. Und dann – übergeben wir uns! Aber bitte für alle sichtbar. Vielleicht bringt uns ja der schlechte Geruch noch zur Besinnung!

©Alf Glocker

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Kommentare

18. Feb 2015

So hat schon Schule schweren Sinn:
Schön biegt man kleine Menschen hin...
LG Axel

18. Feb 2015

Also - ICH nehme für mich in Anspruch zu denken. UND bin der Überzeugung eine Seele zu haben. (Abs.3, Vers 4)

Wie "Denken in Zahlen" funktioniert (oder eher nicht) demonstrieren uns in schöner Regelmäßigkeit die hochgelobten "Wirtschaftsweisen".

Die Milch der frommen Denkungsart. IM PRINZIP hast Du ja leider Recht. Aber komplett ohne Anleitung enden wir in den frühen Sechzigern mit den Kinderläden und den anderen Begleiterscheinungen.
Wenn Du's aufmerksam gelesen hast, hast Du gelesen, dass ich "Anleitung", nicht "Schule" geschrieben habe. Und DAS wäre m. E. das Richtige, denn der neu Materialisierte platzt vor natürlicher Neugier, die aber leider nicht individuell befriedigt bis gefördert wird.
Alles in allem merkt man auch diesem Text wieder Deine ungeheure Wut über dieses Fehl-Geschehen an. So deutlich, dass ich versucht bin zu glauben, jemand hat ganz aktuell eines Deiner Füßchen erwischt beim Drüberlatschen?

Nebenbei: Ich DENKE, Denkgeschenke macht man sich nur selber, jedes Mal, wenn man selber denkt.

18. Feb 2015

Danke Axel!
LG Alf

Ich bekomme immer wieder verzapft, daß ein Denkgeschenk ein Ereignis ist, bei dem man übertölpelt wurde oder etwas total falsch gemacht hat - weil einen so etwas dazu anregen soll, beim nächsten Mal besser aufzupassen. Ich finde mich von derartigen Geschenken überhäuft und ziehe daher die einfache, ungestörte Naivität vor, die bei mir angeboren ist, aber dauerend gestört wird. Von Denkgeschenken bitte ich das Leben also fürderhin abzusehen - harharr!

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