Die Geschichte der Werkzeuge: vom Steinwerkzeug bis zum Präzisionswunderwerk

01. September 2020

In unserer Wissensreihe soll es heute um die Geschichte der Werkzeuge gehen. Was Sie darüber noch nicht wussten, erfahren Sie hier!

Bild zeigt eine Sammlung alter Werkzeuge
Copyright Lachlan Donald / CC BY 2.0

Die Bedeutung der Werkzeuge

Laut Duden ist ein Werkzeug ein „für bestimmte Zwecke geformter Gegenstand, mit dessen Hilfe etwas (handwerklich) bearbeitet oder hergestellt wird“ oder die „Gesamtheit von Werkzeugen, die für eine Arbeit gebraucht werden“. Schon immer hat die Menschheit gebohrt, geschraubt, gehämmert und gesägt, und sich dafür im Lauf der Zeit die passenden Werkzeuge geschaffen. Ohne Werkzeug wäre alles in unserem Alltag und in unserem Dasein unmöglich, und der Einsatz und die Weiterentwicklung von Werkzeugen unterscheidet uns - unter anderem - von allen anderen Lebewesen. Dabei gibt es Werkzeuge für jeden Zweck und für jeden Anspruch. Vom einfachen Nagel und Hammer für den Heimwerkerbedarf über Tunnelbohrmaschinen mit Durchmessern um die 12 Meter bis hin zur feinsten und kleinsten Miller-Nadel (die wird in der Zahnheilkunde zur Behandlung von Zahnwurzeln eingesetzt) sind viele hunderte verschiedene handwerkliche Hilfsmittel in dem Oberbegriff Werkzeug zusammengefasst.

Übrigens: Ein Werkstück ist ein Gegenstand, der durch ein Werkzeug bearbeitet wird - das Werkzeug wiederum wird mit Hilfe eines Menschen, eines Tieres oder einer Maschine bedient.

Werkzeuge heute - Evergreens und Must-haves

Es GIBT Werkzeuge, die einfach in jeden Werkzeugkasten, in jeden Werkzeugkoffer und zu jedem Werkzeugbedarf gehören. Sie sind ganz einfach aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Egal ob handwerklicher Betrieb mit spezialisierter Ausrüstung (ein Installateur braucht andere Werkzeuge als ein Gärtner oder ein Bäcker...), egal ob Heimwerker mit ausgebauter Garage oder der kleinen Werkzeugtasche in der Abstellkammer - einige Werkzeug-Klassiker finden sich überall - und das zurecht! Zur Basisausstattung gehören Hammer, Zange, Säge, jede Menge Nägel und Schrauben, Feile, Inbusschlüssel-Sets, Schraubenzieher-Sets, Universalschlüssel-Sets, ein Maßband und Isolierklemmen. Auch ein Akku Schlagbohrschrauber gehört zur Grundausstattung mit dazu. Kabellos und damit unabhängig von Steckdosen ist ein Schlagbohrschrauber unabdingbar und für verschiedenste Einsätze - egal ob im professionellen Handwerksbetrieb, für den Heimwerker- und Hobbybedarf.

Von der Motorsäge bis zum digitalisierten Feindrehwerkzeugen für Bohrungen ab einem Durchmesser von 0,4 mm und vom Akkuschrauber bis zu Spezialwerkzeugen der Medizintechnik - Werkzeuge begleiten unseren Alltag, das war schon immer so und wird auch noch lange so bleiben!

Es war einmal... Steinzeit bis Mittelalter

Die Geschichte der Werkzeuge ist sowohl lang als auch spannend. Schon Kinder in der Schule lernen: Die ältesten eingesetzten Werkzeuge finden sich schon in der Steinzeit und wurden vor ca. 2 Millionen Jahren verwendet. Die damaligen Menschen fingen an, Steine, Äste und Fasern über das Niveau der Menschenaffen hinaus zu bearbeiten und für sich zu nutzen. Steine wurden geschärft und mit Hilfe von Pflanzenfasern an Stöcke gebunden und dienten so als primitive Äxte und Pfeile. Und einmal damit begonnen, ließ sich die Entwicklung nicht mehr aufhalten, denn schon damals gab es sicherlich den ein oder anderen Heimwerker, der am Tüfteln seinen Spaß hatte. Und mehr noch: Mit der Weiterentwicklung der Werkzeuge wurde das die Nahrungsbeschaffung und somit das Überleben deutlich einfacher.

Es folgten die Zeitalter der Kupfersteinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit und damit natürlich auch die Weiterentwicklung der Werkzeuge. Im darauffolgenden weiteren Verlauf, beispielsweise in der Römischen Kaiserzeit und im frühen Mittelalter wurde Metall bereits zu Messern, Schwertern, Sicheln, Sensen und Scheren verarbeitet. Die Bohrer wurden nach wie vor noch aus behauenem Stein gefertigt, Holz diente unter anderem als Dreschflegel und Egge. Die tatsächliche Erwähnung des Begriffes "Werkzeug" ist auf das 12. Jahrhundert zurückzuführen. Damals bedeutete die Entdeckung des Eisens für die Werkzeugherstellung quasi einen Quantensprung.

Industriezeitalter

Mit der Erfindung der Dampfmaschine (frühes 18. Jahrhundert), die neben Feuer, Wasser und Wind nun zur Energiegewinnung eingesetzt werden konnte, begann die industrielle Revolution und damit eine grundsätzliche Neuausrichtung der Menschheit, ihrer Ansprüche, ihrer Möglichkeiten und damit natürlich auch der Werkzeuge. Bergbau, die Verlegung von Eisenbahnstrecken, Straßenbau; all das wurde vorangetrieben.

Mittlerweile wurden in der Land- und Forstwirtschaft und in den handwerklichen Gewerken Werkzeuge benutzt, wie wir sie heute noch kennen, wie zum Beispiel Hammer, Zange, Handsäge oder Schraubenzieher. Wer sich einmal in Großvaters Werkzeugkammer umschaut, entdeckt sicherlich noch Werkzeuge wie Handsägen und Handbohrer aus Holz und Eisen. Die Felder wurden nach wie vor mit Pflug und Egge aus Eisen und Holz und mit dem Einsatz von Ochsen oder Pferden bestellt, Bäume mit Handsägen gefällt und Zähne zumeist mit Zangen gezogen; nach wie vor funktionierten Werkzeuge nämlich noch ohne Strom. Die Elektrizität sollte erst Mitte des 19. Jahrhunderts die Entwicklung der Werkzeuge voran katapultieren. 1860 erfand Edison erfand 1860 die Glühbirne, der Generator, der Verbrennungsmotor und Fließbänder wurden entwickelt.

Fortan gab es kein Halten mehr. Für immer neuen Bedarf wurden immer neue Werkzeuge entwickelt, verbessert, diversifiziert und perfektioniert. 1886 wurde das erste Auto von Carl Benz beim Patentamt angemeldet - der Grundstein für die Automobilindustrie war gelegt. Ab dem frühen 20. Jahrhundert verfügten nach und nach alle Haushalte über Kühlschränke, Telefone und Heizung. All diese Dinge wollen gebaut und gewartet werden - mit Hilfe von Maschinen und mit Hilfe von Werkzeug.

Am Beispiel einer Zange lässt sich diese Entwicklung nachvollziehen. War eine Zange bislang eine einfache Kneifzange, so entwickelten sich nach und nach die Rohrzange, Gipszangen, Seitenschneider, Kombizangen, Flachrundzangen, Engländer, Lochzangen, Abisolierzangen, ... Für jeden Bedarf, für jeden Anspruch steht das genau passende Werkzeug zur Verfügung. Auch Strommesser, Spannungsmessgeräte, Energiekostenmessgeräte und alles, was zum Messen von Strom gebraucht wird, ergänzt das Sortiment der Werkzeuge seit der Erfindung der Elektrizität.

Mit der 3. Industriellen Revolution (nach Dampfmaschine und Elektrizität) sind wir momentan mitten in der Digitalisierung angekommen. Seit ca. 1970 befindet sich die Welt in einem erneuten Wandel, und damit wandeln sich auch die Werkzeuge. Sie werden mit digitalen Komponenten kombiniert, Arbeitsabläufe und Warenwirtschaft werden digital optimiert. Die Entwicklung hat gerade erst begonnen und es wird spannend zu sehen, wohin sie uns führen wird!