Wie Dostojewskis "Der Spieler" mit seinem eigenen Leben zusammenhängt

10. Mai 2018
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Der Roman, der erstmals 1866 veröffentlicht wurde, folgt dem Leben eines in Deutschland lebenden jungen Lehrers, der mit einem der größten Laster seiner Zeit, dem Glücksspiel, in Schwierigkeiten gerät. Dies war eine Zeit, in der Glücksspiele wie Roulette über ganz Europa herschten und genau um dieses Spiel dreht sich der Roman.

Während in einer moderneren Version der Charakter wahrscheinlich sein Geld über Online Websites wie Vegas Palms Online-Casino ausgeben würde, lebte Dostojewski in einer einfacheren Zeit, als echte Kasinos der einzige Ort waren, wo man spielen konnte, und Deutschland hatte sicherlich seinen gerechten Anteil an solchen Einrichtungen.

Was jedoch nicht jedem bekannt ist, der den Roman gelesen hat, ist, dass der Charakter von Alexei Iwanowitsch in Wirklichkeit nicht vollständig fiktiv war, da der Autor die Geschichte teilweise auf seinen eigenen Erfahrungen des Glücksspiels an den Roulette-Tischen ganz Europas basierte.

Dostojewskis eigene Glücksspielprobleme

In Briefen, die er seinem Bruder einige Jahre vor der Veröffentlichung von „Der Spieler“ schrieb, schreibt Dostojewski von Vorfällen, die in Deutschland und Italien stattfanden, wo er anscheinend das Roulettespiel enteckt hatte, ein Wettsystem entwickelt hatte und anfing, das Spiel ziemlich heftig zu spielen.

Genau wie die Figuren im Buch hatte der Romancier schon früh Glück und gewann in Wiesbaden tatsächlich etwas Geld. Doch im Laufe der Zeit verlor Fjodor alles, was er hatte, verpfändete seine Uhr an genovesische Händler und machte sogar Geschäfte, die die Rechte an seinen zukünftigen Werken beinhalteten, um seine Spielschulden abzuzahlen.

Dostojewskis Drama dauerte viele Jahre, da er nach der Veröffentlichung des Buches anscheinend bis 1971 spielte. Es ist interessant zu sehen, wie viel Ähnlichkeit Dostojewskis eigenes Leben mit dem der Charaktere in seinem Roman hatte, besonders im Rückblick, über ein Jahrhundert später.

Was „Der Spieler“ uns lehrt

„Der Spieler“ ist ein Drama, das wie die meisten realistischen Werke nicht wirklich eine aufregende oder erstaunliche Handlung hat, sondern eine, die ganz im Einklang mit dem ist, was damals in Europa geschah.

Tatsächlich ist „Der Spieler“ jedoch sehr hilfreich und bedeutungsvoll für die Leser. Der Roman übermittelt Einiges, vor allem aber zeigt er deutlich, dass das Glücksspiel das Leben der Menschen ruinieren kann. Es ist eine wertvolle Lektion für jeden, der es liest und es als solches akzeptieren will.

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