Der eReader - Ein Frevel gegenüber der Klassik?

31. Januar 2018
Bild zeigt Mann mit einem E-Book-Reader
Copyright: TierneyMJ

Schon seit Jahren wird in der Welt der Literatur viel über den eReader diskutiert. In der Vergangenheit wurde er vor allem als Ende des gebundenen Buches in Szene gesetzt. Selbst manche Experten fühlten sich somit einer regelrechten Bedrohung durch die neue Technik ausgesetzt. Inzwischen scheint sich dieser erste Schock wieder gelegt zu haben. Doch was können wir noch vom eReader erwarten und wie wird die Entwicklung weitergehen?

Ein praktischer Nutzen im Alltag

Immer mehr Menschen, die den Umgang mit Büchern und Literatur gewöhnt sind, interessieren sich für die Vorteile des eReaders. Beispielhaft wird dies vor allem an der Mobilität, die dadurch in das Gelesene gebracht werden kann. Zahlreiche Lieblingsbücher lassen sich durch den eReader direkt in die Tasche packen. Wer über eReader Apps fürs Smartphone verfügt, muss dafür noch nicht einmal ein zusätzliches Gerät mit sich tragen. Der Vorteil, der damit verbunden ist, wird vor allem beim Lesen unterwegs deutlich, wenn sich wieder einmal die Zeit dazu bietet. Dann trifft Vorbereitung auf Gelegenheit und es ist direkt möglich, einen Blick in das geliebte Werk zu werfen.

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Vorteile der Mobilität

Auf der anderen Seite spielt der eReader inzwischen für Studenten der Literaturwissenschaft eine große Rolle. Sie selbst sind dazu gezwungen, sich einen sehr großen Vorrat unterschiedlicher Bücher zuzulegen und diese zu lesen. Nur auf diese Art und Weise ist es schließlich möglich, bei der Erkennung von Intertextualität erhebliche Fortschritte zu machen. Im 21. Jahrhundert bietet der eReader die Gelegenheit, dieses Ziel auf sehr einfache Weise zu erreichen. So sind alle Bücher direkt mit an Bord und es ist nicht mehr notwendig, sie alle mit sich zu tragen.

Besonders ins Visier der Besitzer eines eReaders sind zuletzt die Klassiker geraten. Da die Rechte des geistigen Eigentums an ihnen ausgelaufen sind, können sie auf legale Weise kostenlos zur Verfügung gestellt werden. An dieser Stelle sei noch einmal auf das Projekt Gutenberg verwiesen. Die dortigen Verantwortlichen bieten die Möglichkeit, die Klassiker direkt in passendem Format auf das eigene Gerät zu laden. So ist es auf ganz und gar kostenloser Basis möglich, sich in diesen so wichtigen Teil der Literaturgeschichte zu stürzen und sich dort einen Überblick zu verschaffen.

Mehr Druck auf den Buchmarkt

Dennoch könnte sich der Buchmarkt durch den eReader vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht wandeln. Auf der einen Seite liegt dies an den günstigen Preisen, wie sie mit dem Erwerb eines eBooks verbunden sind. In der Praxis geht dieser Umstand vor allem auf das Verhalten der Verbraucher zurück. Diese sind nicht dazu bereit, für eine Datei, die nicht haptisch zu fassen ist, die gleiche Summe auszugeben, wie für ein gebundenes Buch. Diese Diskrepanz, wie sie in erster Linie allein der Wahrnehmung zugrunde liegt, macht dadurch niedrige Preise erforderlich. Die Frage ist nun, wie lange es dauert, bis sich dieser Umstand auch auf die Autorenschaft auswirkt. Dann wäre ein reger Wandel der Situation in Sicht.

Chancen für junge Autoren

Weiterhin profitieren viele Autoren von der Erfindung des eReader. Denn in der Folge sinkt die Abhängigkeit von der Gunst eines Verlags, wie sie in der Vergangenheit große Bedeutung hatte. Zumindest in digitaler Form ist es praktisch für jeden Autor möglich, die eigenen Werke an die Öffentlichkeit zu tragen. So manches verkannte Talent, welches es auf den ersten Anhieb nicht bis in die Riege der Verlage geschafft hätte, profitiert von dieser neuen Einstellung. Aus diesem Grund könnten wir schon in naher Zukunft in den Genuss einer Schreiblandschaft kommen, die noch differenzierter ist, als dies bisher der Fall war. Völlig zurecht werden daher immer wieder auch wesentliche Fortschritte mit dem Produkt des eReaders verbunden, dessen Potenzial mit Sicherheit noch nicht ganz ausgeschöpft ist.

Die Vorteile überwiegen

Unter dem Strich bleiben also die Vorteile präsent, wie sie der eReader mit sich bringt. Bereits die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass er selbst nicht zum Ende des klassischen Buches führen wird. Dafür sind nach wie vor viel zu viele Anhänger der gebundenen Form vorhanden, die nicht auf diese Art des Lesens verzichten möchten. Von einer allgemeinen Umstellung des Marktes, so wie sie zuletzt immer wieder diskutiert wurde, ist an der Stelle also nicht auszugehen. Schon darin lässt sich ein wesentlicher Mehrwert erkennen, welcher die Welt der Literatur vermutlich in den kommenden Jahren bereichern wird.

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