Die Stadt

von Theodor Storm
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Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn' Unterlass;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.

Die Stadt ist ein im Jahre 1852 von dem deutschen Schriftsteller Theodor Storm verfasstes Gedicht, das seinem Heimatort Husum an der Nordsee gewidmet ist. Er schrieb es, als ihm seine Advokatur entzogen worden war, weil er trotz Friedensschluss gegen die Dänen gearbeitet hatte. Das Gedicht lässt sich in die Epoche des Realismus einordnen.

Eine Reihe von Anaphern sind in dem drei Strophen à fünf Verse umfassenden Gedicht zu erkennen. Zunächst umschreibt er die Stadt als trist, grau und monoton, doch zum Ende deutet er auf die schönen Kindheitserinnerungen, die er in dieser Stadt hatte, hin.

Veröffentlicht / Quelle: 
Gedichte. Verlag der Gebrüder Paetel, 1889, Seite 9
Der Marktplatz von Husum mit dem Rathaus um 1895

Video:

Theodor Storm „Die Stadt", Rezitation von wortlover

Rezitation:

Rezitation: „Die Stadt", gesprochen von Claudia Salto

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Kommentare

15. Dez 2017

... wunderbar - habe ich vor langer Zeit auswendig gelernt und gerne wieder aufgefrischt...

LG Marie