Das Ende

von calypso dreams
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Meine größte Angst ist, dass wir keinen Abschluss finden.

Dass ich keinen Abschluss finde.
Ich will nicht wortlos gehen-
Weil die Stille mich erstickt -
Aber irgendwie habe ich auch Angst davor,
was wir vielleicht sagen könnten.

"Wir sehen uns irgendwann", will ich nicht behaupten,
weil ich weiß, dass das nicht stimmt.
Das wäre dann gelogen.
Immer noch Fassade.

Ich wünsche mir eine Umarmung,
das konnten wir schon immer gut.
Ich hoffe auf ein letztes Lächeln
und darauf, dass du die richtigen Worte findest,
wenn ich nichts sagen kann,
wenn ich kaum noch atmen kann,
weil mir der Gedanke an eine Zukunft
ohne dich,
ohne dir täglich zu begegnen,
zufällig im Gang auf dich zu stoßen,
bloß ganz kurz deinen Blick zu treffen,
die Kehle zuschnürt
wie nichts anderes.

Stell dir vor, das ist das letzte Mal, das wir uns sehen.
- Das Ende sozusagen.
Ich kann kaum daran denken,
dass deine haselbraunen Augen nie mehr glücklich funkeln werden,
nicht für mich.
Und dass all die Fragen, die ich stellen wollte,
mich bloß in meinem Kopf geplagt,
nur dem Mond gesagt,
und niemals ausgesprochen wurden.

Weißt du, ich habe Angst vor diesem Abschied generell,
Was ist, wenn das Glück nicht ewig bleibt?
Wenn Freundschaft plötzlich nichts mehr zählt,
mit Menschen die es über all die Jahre schafften,
mich zu der zu machen, die ich bin?

Doch keiner prägte mich in gleicher Weise,
wie du das getan hast,
hast du doch mein Leben ganz schön ins Wanken gebracht.
Auch bin ich mir bei keinem anderen so sicher,
dass all das endgültig sein muss,
denn zusammen schreiben wir zur Zeit den letzten Abschnitt
unserer Geschichte.

Also lass' es uns vernünftig machen, ja?
Nicht so, dass ich danach bedauern muss.
Das ganze ist nun mal irgendwie...
bedeutungsvoll
für mich.

Ich hoffe, dass uns das gelingt
und wünsche mir, so dumm das klingt,
dass du richtig glücklich wirst,
dass deine Probleme etwas länger schweigen,
eben so etwas wie ein Happy End
für dich.

Obwohl ich dich gern wiedersähe,
irgendwann,
muss das danach dann nicht mehr zwingen sein.
Wie ein Kreislauf der sich schließt,
aus dem Nichts zurück ins Nichts fließt,
sind wir beide frei und können unsern Schlussstrich ziehen.
Ende, aus
vorbei.

01.01.2018; Von Fenstern, die sich schließen und Türen, die sich öffnen.
Ein Gedicht über vieles, aber nicht das Ende.

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