Ein Menschenleben (4)

von Alfred Mertens
Mitglied

MUSIKSTUDIUM

Er packt seinen Geigenkasten
fährt voll Hoffnung froh nach Wien
um für Jahre an der UNI
"andere Saiten" aufzuziehn

Doch Professor Anderl Wimmer
hört ihn an und schüttelt sich
sagt ihm, dass er keinen Schimmer
denn das klänge fürchterlich

Musikalisch sei`s von Nöten
dass man habe ein Talent
doch sein Spiel wär was zum Töten
ohne jeglichen Akzent

Deprimiert zieht er von dannen
einst gelobt als "das Genie"
und nach diesen vielen Pannen
widmet er sich der SOPHIE

Junge Dame von der Penne
die er einfach nicht vergaß
weil mit ihr der "süßen Henne"
machte noch das Geigen Spaß

Und er geigt in allen Tönen
mit viel Schmiß in Dur und Moll
und konnt sich`s nicht abgewöhnen
selbst die SOPHIE fand ihn toll!

FAMILIENSINN

Er wird Vater hat ne Arbeit
erst als Tankwart, dann Masseur
es beginnt die große Sparzeit
blieb zuhaus - statt Insel Föhr

Eines Tages wurd es besser
wirtschaftlich ging es bergan
und beruflich wurd er kesser
diente sich nach oben dann

Baut ein Häuschen mit nem Garten
Kindersegen wurd ihm hold
wenn sie auch das eine, andere
hatten auch nicht mehr gewollt

Und er liebte Rosenbeete
alle Farben schön und bunt
jeden Abend und am Morgen
auszugehen mit dem Hund

Auch dem Sport war er verbunden
wie er es auch oft bewies
und so saß er viele Stunden
vor der Glotze bis er schlief

Hobby war die Bundesliga
Fussball war sein Elexier
jeden Sonntag sah er Schalke
in blau-weiß mit der 04

Und wenn sein Verein verloren
war er nicht mehr ansprechbar
bei blauweiß geschossenen Toren
wurd sein Denken wieder klar

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