Abschied

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
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Deine letzte Liebe spielte ihr Lied auf
verstummten golden Glocken.
Ihren Klang verschluckte der Äther.
Zum Glockenturm machtest Du einst
mein Herz. Deine Hand berührt sanft
die Blüte einer unerfüllten Sehnsucht.
Tränen aus Tau beweinen ihren Schmerz.

Dornen roter Rosen bohren sich tief
unter die Haut. Von den Stufen
der Kapelle schaue ich auf das Leiden
am Kreuz. Ich habe Angst zurückzuschauen.

Fühle deinen gehauchten Abschiedsgruß
wie eine schwere Last.
Du gehst, mein Blick versteckt sich hinter
vorgehaltener Hand. Beschämt und hilflos,
schaue ich dir nach bis dich der Wald verschluckt,
begleitet vom Klagelied der Nachtigall.

Und eine bleierne Stille umarmt mein Dasein.
Der Wind trägt all‘ meine Hoffnung fort.
Nur das kleine fließende Rinnsal plätschert
mir ein Lied des Trostes.
Meine Gegenwart nimmt Abschied von der
Vergangenheit; das Tor der Zukunft aber
hält sich bis eisern verschlossen.

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