Unterm Himmel verrottet ein Schimmel

von J.W. Waldeck
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ich schreibe!
wieherte der Reibehengst
der mit dem krummen Huf
im Schlagloch hängt
ganz faul, ein aufgedunsener Gaul
im Schwärmen, unter Fliegen
verstockte Wut im starren Blut
die tote Hintertüren öffnet
verwester Pförtner
im Rückzug aufgegangener Gase
ein Sommer heißer Ekstase

flügelweit, stracks hoch gereckt
zügelfrei, doch flach verreckt
streicht eine abgedroschene Seele umher
und Schlüssel rasseln ohne Wiederkehr
endlos gedreht in Jesus bunten Löchern
die Liebe eine Blutschüssel
von der Schweineschlacht
zu Weihnacht
als sein Flussbett eitriger Einflüsse
bläulich grinsend zerbrach
mit ausfälligem Eingeweide zu locken
diesem Wurmfraß zappeliger Bilderflut
dieser Wutschar happiger Liebesbrut

ich scheide!
wieherte der Treibhengst
die Harfe spannt kein Hauch
die schale Scharte wetzt kein Traum
der Liebe Fixstern: ein Treibhaus
plumper Stare
der Triebe Kern ein Scheißhaus
wo Heuchler ihren Namen läuten
aus geilen Glocken
fremde Worte scheuern
auf ihrem letzten Ritt ins Lügenglück
das traumlos Träume pflückt

© j.w.waldeck 2017
Alle Rechte sind dem Autor vorbehalten.

Dazu passend der schwarze Humor genialer Poesie
in musikalischer Form:

Angizia Mein Gaul, mein Gaul verreckt im Dreck

https://www.youtube.com/watch?v=VgMnTn1dBws

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