Als das Feuer die Nacht verzehrte

von Tobias Schmitt
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In jener stillen Nacht auf Erden
Wähnte ich mich trotz sanftem Schlummer
Bedroht von ungezähmten Pferden
Die irrsinnig durch jähen Kummer
Dem werten Heime wohl entsagten
Darauf hinaus zum Walde stürmten
Und mit gequälter Miene klagten:
“Die Flammen ohne Gnad’ sich türmten!”

Dann erspähte ich in weiter Ferne
Wodurch des Rosses Furcht begründet
Vom Firmament fielen die Sterne
So unsre Erde ward entzündet
Es schauderte vor dem Ende mir
Da die Feuerbrunst den Wald verschlang
Ich hastete schnaufend fort von hier
Heiße Glut mir dicht zu Leibe drang

Die Wege erschienen, arg verworren
Als unüberwindbares Hindernis
Bald erklang ein schier seliges Schnurren
Verborgen in tiefschwarzer Finsternis
Ich blickte empor zur Baumeskrone
Und sah sie droben auf einsamer Wacht
Gleich einer Majestät hoch zu Throne
Die Nacht erhellend in schneeweißer Pracht

“Miau! Wieso fürchtest du Feuer so?”
Sprach jene Katze nun recht unverhofft
Da fühlte ich geborgen mich und froh
Lauschte entspannt ihr trotz sengender Kluft
“Wahrheit wohnt stets diesen Dingen inne
Die jenseits der Wirklichkeit gewoben
So verkennst du, wo ihr Reich beginne
Dein Verstand bleibt dümmlich und verschroben”

Bis zum Halse ich dann in Flammen stand
Bevor ich gar überraschend siegte
Auf sanfter Matratze mich wiederfand
Und samtweiches Fell sich an mich schmiegte

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Kommentare

07. Mär 2019

Dein Gedicht mag ich gar sehr,
Seine Sprache gibt viel her :)

Liebe Grüße
Ella