Artensterben

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
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Verharzte Narben,
die Rinde tropft,
das Baumherz blutet,
der tote Vogel singt nicht mehr,
das Laub, die Nadeln fallen stumm
durch unsere Gegenwart,
die Nester vieler Arten bleiben leer,
der Fischer fischt nur tote Fische,
der Lachs im Käfig krankt im Meer,
vieles auf Natur gedecktem Tische
hat Morgen seine Zukunft schon verloren,
gekippt ist längst das Gleichgewicht,
nur Träumer dichten sich das Leben schön:
Es war einmal und wird nicht mehr,
nur noch ein „Lebe wohl“, vorbei mit
dem „Auf Wiedersehen“

Die Zivilisation
hat ihre Naturkinder ans Kreuz geschlagen,
versklavt, vernichtet, ausgerottet,
und jeder nimmt sich schnell ein Stück vom Kuchen mit,
wer weiß, vielleicht gibt es morgen keine Schokolade mehr,
wer stirbt schon gern mit leerem Magen,
Kinderhände pflücken reiche Ernten
für braun gebrannte weiße Bäuche,
der schöne Schein der Errungenschaft,
blendet die Vernunft in Gottes schönem Reiche.

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Interne Verweise

Kommentare

08. Mai 2019

Ausgezeichnetes Gedicht. Du findest die richtigen – drastischen – Worte.Danke dafür!

LG Marie

09. Mai 2019

Danke Marie fürs Lesen! So traurig auch alles ist, selbst Optimisten fangen langsam an zu zweifeln.

LG Jürgen

14. Mai 2019

Es wird nicht mehr so lange dauern,
bis alles mal zusammen fällt
zu einem Scherbenhaufen.
Danke Axel

13. Mai 2019

Jürgen,
solche wie du gehörten an die Schalthebel, die von Politikern nicht bedient werden.
LG Uwe

14. Mai 2019

Es bedarf vieler Stimmen und multilaterale Abkommen, um zumindest zu retten was zu retten ist.
Bewegung macht sich breit.
LG Jürgen