Im Alltag des Helden unserer Zeit

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Der Held unserer Zeit, sein Holz ist morsch,
der durch jedes Feuer barfuß geht,
so arglos ist seine Gier nach dem Schein,
noch erkennt er was Glück, noch Qual!
Bricht er ein Herz oder ein Genick,
so lässt er´s nicht sein!
Mit blutiger Klinger reibt er sich stumpf,
am falschen Adel, am tauben Gestein.
Mühelos sein Gefallen an Triumpf und Sieg,
Gassenhauer ins Heim;
Sein Steinleib geschmückt, bedeckt nacktes Leid,
denn Angst unterrichtet keine Freude!
Nichts lässt sich grundlos erweichen!
Feingekordelt und auserwählt - geübt der List,
Sinn durchs morsche Holz gewurmt;
So bleibt´s auch! So bleibt´s ein Held!
Nach dem Sticheln, Brechen und Sieben,
die Empathie vorm Abkühlen erstarrt,
folglich aufwartende Schadenfreude
bis hin zur allgemeinen Besserwisserei -
töricht, wahrlich Teil eines boshaften Werks!
Aus Schlacke nährt sich der Held,
aus Überresten genähtes Dämmerkleid,
trügerisch legt sich Maske auf Maske.
Gelobt sei das ewige Heldentum!
Ein Leben verlorener Illusionen,
geweiht dem Sinn im Augenblick des Nichts.
Den Stoff aus dem die Träume sind,
feierlich zu Füssen gelegt, den Armen und Ärmsten.
Darunter die vielen Webfehler der Vernunft,
die aus der klebrige Asche entstanden,
die im Innenfutter des Mantels schmoren.
Schmutziggrau, Herzfutter mit abfallendem Saum,
abgekehrt von menschlicher Würde und höchstem Gut.
Hohlwandiger Geist kreist im orthogonalen Raum,
morsch und faul.

In der stabilen Unruhe des Helden,
in der Sorge, in der Werkstatt des Eiferers,
wird weiter gehobelt, fallen täglich Späne
an den Fensterbrettern klebt die Säge,
die Kette wurmt sich mühelos durchs Loch,
und geht an sich selbst eines Tages zugrunde.

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