Das Ganze der Vielen

von Kolle Jander
Mitglied

Er lief um zu laufen, rauchte um zu rauchen, fauchte um zu fauchen.
Er liebte um zu lieben, kriegte um zu kriegen,
stand,
mit dem Rücken zur Wand.
Einen Fuß stehts in der Tür,
Rechthaben, einfach nur für
irgendwas.
Er entfaltete sich und bekam doch immer mehr Falten;
er lebte nicht recht und fand doch Gefallen.
Er sah nur was er war,
mal im Schlechten, mal im Guten,
doch er sah nicht darüber,
sah die Andern nicht bluten.
Er lebte vorbei am Ganzen der Vielen,
liebte um sich selbst
und nicht um andere zu lieben.
Nun, für wahr, er tat manch Gutes,
er gebar Leben,
förderte was ihm gefiel.
Doch begriff er das Böse nicht als Teil des Ganzen,
sondern sonderte es, um es fern von sich zu halten.
Er starb allein im Kreis mancher Menschen,
die ihn kannten,
die ihn glaubten zu kennen.
Was bleibt wenn wer geht?
Nach Abschluss dieses einen gelebten Gebets,
das wir Leben nennen,
was bleibt,
bleibt?
Spuren in den Gebeten anderer,
unser Leben im Leben anderer,
jeder geteilte Moment,
ob wahr oder fremd.
Sollte unser oberstes Kredo nicht sein,
dass alles echt sei?
Das nur das reine Echte,
ob Gute oder Schlechte,
zählt?

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Kommentare

13. Sep 2019

Beurteilst du "ihn" als Außenstehende? Wenn "Er" sein Leben so lebt, dann muss er wohl mit sich im Reinen sein. Ist es nicht das, was wir alle suchen? Aber wenn du ein intimer Teil seines Lebens bist, dann fühlst du dich vernachlässigst und klagst ihn dafür an.
Bedauern brauchst du ihn dann wegen seines Lebensstils eigentlich auch nicht, denn du kannst es ja anders machen und nach deiner Facon leben oder??