Gebet

Wie Schnee, der Erinnerungen bedeckt
wie Seele, die den Schmerz liebkost

tief im Unterbewusstsein eingräbt,
wohl wissentlich fern vom Tageslicht

doch immer in der Lage ist
seinem Verlies zu entfliehen

Die Angst versperrt, wie ein Fels das Portal
wie die Grabkammer des Herrn

und doch, er war auferstanden
und mit ihm jener Schmerz

Hinein gedichtet in die Jahrhunderte
blütenfarbene Lieder

zittert das Herz wie Kerzenlicht
seinen Liebesschwur den Lebenden

Ach, Maria, ich bete berauscht vom Parfüm
weißer Oleanderknospen

dass das Licht deines Sohnes
mit dem Wind über die Erde legt

Meine Stunden schenke ich dem Schatten
unter den knorrigen Ästen meines Olivenbaumes

Öl dunkelblauer Früchte, das mir
die Bitterkeit auf die Zunge legt

noch ist es Sommer und heiß
aber wer weiß, um das Geheimnis,
das uns auf ewig ein Geheimnis bleibt.

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