In der Mitte des Lebens

von Alfred Mertens
Mitglied

Die 4 ist weg die 5 ist da
was nun kommt jetzt das weißt du ja
Mehr Creme für die Falten
das Stützkorsett muss halten

Tabletten für Migräne
und Schonkost für die Zähne
Pampers für die Blase
Fenchel für die Gase

Doch der Zustand ist nicht immer
mit 60 wird es noch viel schlimmer
statt früher mit der langen Mähne
fall`n Haare aus und auch die Zähne

Mit der Potenz, brauchst nicht erröten
kommst du dann langsam jetzt in Nöten
Ob Männlein, Weiblein ganz egal
erreichst du dann ein tiefes Tal

Die Brillengläser dick und rund
beim Laufen sind die Hacken wund
die Hüften schwammig und verdrückt
nicht mehr die Taille die entzückt

Die Beine diese schlanken langen
und erst die rosaroten Wangen
das alles ist jetzt Nostalgie
trotzalledem vergißt du nie

daß du einst warst ein tolles Weib
und auch des Mannes dicker Leib
der früher flach wie`n Waschbrett war
und auf dem Kopf noch volles Haar

Das ist vorbei, doch sag ich dir
auch ohne dieser Schönheitszier
gehört ihr weiterhin mit Falten
zur "Turnerschaft der jungen Alten"

Interne Verweise

Kommentare

10. Sep 2017

Das alles muss heut nicht mehr sein, lieber Alfred. Mit etwas Disziplin bleibt man jung und fit (s. bitte auch Vicky Leandros, Marianne Koch etc.: junge Mädchen noch - selbst mit 85!). Es sei denn, eine schlimme Krankheit zerrt an dir; das ist dann wirklich arg. Alles andere bekommt der Mensch in den Griff, sofern er nicht säuft, qualmt und/oder frisst. Trotzdem ist dein Gedicht sehr lesenswert und für manche Menschen, die nicht gerne Verzicht üben, tröstend.

Liebe Grüße,
Annelie