Dichterbirken

von J.W. Waldeck
Mitglied

schweigsame Kalkfinger
vernarbte Hautflecken
Menschenhass im Becken

die niemanden brauchen
und nichts erwarten:
wildes Grauen
graue Nebelschwaden!

kein blauer See ruht im lieblosen
Rück-Blicken!
Rotbuchen trauern
unter weiß getünchten Birken

verrostete Zungen hinterließ
die Herbstwitwe
als sie ihre gefallenen Früchte
an saftigen Lefzen rieb
und bittere Kerne abtrieb

Fetzen steigen, kalte Schwadenseelen
und lassen Striche zu Schneeschauern
vereisen:
flehend in der Stille Vergessen

wo kein ungehauchter Name
an irgendwas ihr Antlitz erinnert
als das bleiche Birken
alte Wunden schälen

hautenge Lebensmasken
die vollgeschriebene Seiten
aufatmend
ablegen

© j.w.waldeck 2009

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