Seit wir nicht mehr reden

Bild von gtgegennordwind
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Seit wir nicht mehr reden
Hat sich das Schweigen in mein Leben geschlichen,
Hat mich an der Hand genommen und ist
Mir nicht mehr von der Seite gewichen.

Es reichte mir seinen Mantel
Mit leerem Lächeln im Gesicht,
Ich zog ihn an
Und brach zusammen unter dem Gewicht.

Ich wollte mich wehren,
Doch dazu war es zu spät,
Das Schweigen hat mit fester Nadel
Meinen Mund zugenäht.

Es zog den Faden fester und fester,
Von meinen Lippen tropfte Blut.
Den Faden zu zerschneiden,
Dazu fehlte mir der Mut.

Das Blut tropfte von den Lippen,
Die Tränen von den Augen
Und mit einem Strohalm wollt‘ das Schweigen
Mir noch den Atem aussaugen.

Den Strohalm zu greifen,
Dazu fehlte die Kraft,
Und das Schweigen hätt‘ ihn vereist,
Hätte ich es geschafft.

Wie eisige Stiche,
Wie dunkle Schwere
Liegt das Schweigen nun auf mir -
Und in mir nur Leere.

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Kommentare

12. Nov 2017

Ja, liebe Sarah, Schweigen kann heilsam, aber auch tödlich sein. Das ist traurig, aber wahr. Hast du gut formuliert, finde ich.

LG Annelie