Die Einsamkeit stiller Blumen

von J.W. Waldeck
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entfaltet in der Sonnenseele
Traumknospen in der Andacht Nacht
wiegende Kelchschwäne, einzigartig erwacht
warnen andere, ihren Duft zu schmälern
schmusen wollustige Herzen
in verschmusten Tälern

perlt einsamer Tau in kalten Morgen
dürfen Vergessentränen
bittende Blicke treten
die Wiederkäuer morden
betet niemand für umkränzte Namen
die Wind und Sonne umarmen

kopflos verwegen fremden Busen dienen
mit Seele stumme Leichenliebe zieren
weggeworfen – schier zergehen
Hässlichkeit mit Stolz beglücken
Leere mit beschnittener Schönheit schmücken
Atem leihen hohlen Worten
ausgehaucht vor lüsternen Pforten

Einsamkeit der schönen Blumen
Purpurküsse, die aus Wunden bluten
bricht einmal ihr Strahlenherz entzwei
sterben sie mit ewigem Schrei

© j.w.waldeck 2013
Alle Rechte sind dem Autor vorbehalten!

Aus dem Band der Eisblumen.

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Interne Verweise

Kommentare

12. Dez 2018

Die letzten beiden Verse gefallen mir am besten; sie sind ausgezeichnet gelungen, lieber Waldeck. Dieses Gedicht erinnert mich sehr an die Werke von Baudelaire.

LG Annelie

18. Dez 2018

Den mag ich ganz besonders, auch wenn er mich nicht beeinflusst hat.

13. Dez 2018

Die Kelchschwäne der umkränzten Namen - und "Es ist ein Schnitter, heißt der Tod, hat G'walt vom großen Gott", dann werden die vielen, umkränzten Namen aufgezählt.
Nachtgedanken...

Waldeck-Gedicht.
LG Uwe

18. Dez 2018

Diesmal ist das Thema nicht von einem Trichter für Seelen bestimmt.
Obwohl ich es für mehrere Interpretationen offen ließ,
wo sich Inhalte sowie Lebewesen hingeben, aber nichts erreichen,
in einer Welt, in der nur die Ernte geschätzt wird, die sich verbrauchen
lässt...

LG. Waldeck