Der kalte Kuss

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
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Die schläfrigen Nächte im April sind Erinnerungen vergangener Reisen,
sind Kälte und Mangel an Freundschaft, Vertrauen, Glück ; sind Trauer, Anerkennung

einer schmerzhaften Wahrheit. Unsere Wahrheit, unsere Wirklichkeit , unsere Welt.
Die Sterne flogen über die Finsternis deiner tiefen Augen. Das Licht auf deinem Gesicht

zeichnete Figuren aus der Dunkelheit. April ist kalt, ist ruhig, geheim, schmerzhaft
und endlich.Sowie du, sowie ich – wir, in den Nächten des Aprils.

Eine Reise erinnert uns an unsere unendliche Ewigkeit; an unser endliches
Zusammenleben und an unser endliches Zusammensterben .

Die Angst steht vor der Verantwortung, entfernt sich von der Zukunft. Ungewissheit trinkt
Schnee, tropft in unsere Sanduhren. Unsicherheit zerreißt die Skizzen dieser Welt.

Im Spiegel wird kein Wort empfangen; aber auch keine Stille. Vom Fenster aus sieht man nur Gespenster,
ermordete Lieben, die du mit deinem Kuss umgebracht hast: In jener Nacht im April.

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Interne Verweise

Kommentare

15. Mai 2019

"Ungewissheit trinkt Schnee, tropft in unsere Sanduhren" - Du drückst es so einmalig, so poetisch aus. Bereichernd.

LG Marie