Der Traum vom Lieben

von J.W. Waldeck
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die Brautschleier der Einsamkeit
das Meer der Weisheit
der Same der Reinheit
die tröstende Milch zarter Nebel
wo ihr lichter Sternenschritt
spurlos als endloser Schmerz verblasst
welcher durch's Fleisch den Geist aussticht
punktgenau und mörderisch gelacht

kein Dolch - der gleißender als der Blitz
bloßes Nichtsein seinem Rosenk l e i d vermacht
dessen Schnee gefallenes Engelblut
und verlass'ne Träume schuf...
- trinkst du die Milch der Einsamkeit
lässt Begehr allein verstummen
wie Tau sich opfert einer Jungen -
einer jungen Blüte die noch weint

und klagt nicht - wenn lethales Licht entweicht
und sagt nicht - was ihn tief erregt
und stirbt sie - wird er nebelbleich
getrennt von Gott, der sich vergeht...
und wählt der Ewigkeit Schmerzenmeer
in deren Nichts die Ursache brütet:
voll bis zum Gehtnichtmehr - doch leer
Liebe verzehrt, von Opfern behütet

und alles verblasst im guten Gewissen
doch mich hat's in der Seel zerrissen!
ich leide viel zu sehr... an inn'rem Glück!
- doch bloße Nebel kehrten zurück
und keine Seelenwelt ist gleich
schleich ich so weit mein Geist nur weiß:
- nur WEIß, wo Tränen funkelnd schweigen
nur Leid: wo geliebte Sinne heilten

und Schmerz zerreißt allmächtig nun
als Gottes Rache jeglich Tun
im sAmen der Vergessenheit:
dies Licht! - das ewig um dich weint

© 2008

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Kommentare

15. Sep 2016

Das freut mich aufrichtig. Du kannst es nicht wissen, aber
ich liebe das Wort fulminant. Es ist wunderschön!

Vielen Dank!

16. Sep 2016

Ein außergewöhnlicher Text, der mir gebrochene Harmonie entgegenbringt. Mich mit auf eine Seelenreise nimmt. Und es vermag, auf subtile Weise, in mir Melancholie zu erzeugen.
LG Monika