Wehe! - „Künstlergruppe 14 Zoll"

von Angélique Duvier
Mitglied

Ein Sturm peitscht am Morgen,
fegt über Flur und Feld,
macht euch keine Sorgen,
es ist ein Wunder der Welt.

Und wenn der Sturm die Blätter wehte
und jedes einzelne verdrehte,
dann ist der Herbst sein neuer Herr,
der fegt mit ihm die Wälder leer.

Alles fließt? – nein, alles fliegt!
Weil wieder wild das Wetter siegt …
Ein Regenwurm flog mit (ein Stück) –
Als Sturmwurm suchte er sein Glück.

Der Regenwurm, der flog geschwind,
ihm folgen wollt ein Vogelkind.
Der Sturm fuhr ihm ins Federkleid,
da kam der Vogel nicht sehr weit.

Muss man denn einen Vogel haben,
um diese Welt noch zu verstehn?
Der Bienenfleiß nimmt Wachs für Waben,
wo sich um uns die Stürme drehn …

Ich, Angst vorm Sturm? Nein, nicht die Spur!
Ich bleibe halt zuhaus;
sonst ruiniert er die Frisur –
das sähe unschön aus.

… und wenn es stürmt und richtig weht,
dass manches Hütchen fliegen geht,
lernte Santa Klettband sehr zu schätzen,
braucht er der Mütz nicht nachzuhetzen.

Manchmal, wenn in wilden Locken,
Vögel schon samt Würmern hocken …
Klettband und selbst Wachs zu schmächtig,
reinigt Herbstföhn, kämmt, was trächtig.

Wunder darf man nicht beklagen,
sie leiten uns, im Lebenslauf,
zum Ende aller unserer Fragen –
nehmt das als Lösung so in Kauf!

Copyright by©Angélique Duvier, ©Michael Dahm,© Axel C. Englert, ©Sigrid Hartmann,
©Alf Glocker, ©Corinna Herntier, ©noé, ©Ralf Risse, ©Alf Glocker.

© Angélique Duvier

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Kommentare

15. Nov 2017

Im Sturm liegt oft der Wurm begraben.
Doch leider will ihn niemand haben.

LG Annelie