Kein Grund

von Viktor Iversen
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Ich warte.

Der Schmerz adelt meinen Geist gleich eines Schwertes
tief in des Brustes Bein.

Ich verbreite mich immer mehr. Ich kann nicht länger warten.

Doch warte ich geduldig auf meines Lebens Schicksal Spiegel.
Wer ist denn mein Bruder? Meine Schwester will aufstehen und doch
stirbt sie zehntausend Tode in der Höllen Abgrund.

So will ich sehen, die Qual und das Leid. Adel kommt hinauf in des
Höllen Wohl. Ich strebe nicht mehr. Ich bin.

So wird es sein und nichts wird ändern der Worte Macht. Alles wird vergehen, gleich
eines Papiers getränkt in Benzin. Angezündet durch des Feuers Gunst.

Ich sterbe und doch stirbt ihr alle an meiner Stelle; so ich kann euch mitnehmen in
die Heimat der Liebe.

Ich nehme hin und mache,
tue und fahre fort.

Bald, so ist wahr,
bald wird das Leben ein Ende
finden. Weitere drei Jahre sind über.

Ich sehe nur noch Kreaturen der Nacht neben mir. Doch ihr seid
nicht zufrieden mit meiner Handlung Tat.

Nehme also hin des Schmerzes süßes Kindeswohl. Nehme hin des Wortes
Verletzung. Keine Mitgift ist nötig zu dieser Hochzeit.

Ich bin in der Zeit verloren, so wird eure Zeit meins sein.
Euer Leben wird dem meinen entsprechen.

Ich bin genervt vom Warten. Warten bis zur Entwicklung der Schmerzens Qual.

Ich lebe nicht mehr allein. Ich werde beschützt und sehe endlich des Nebels
Aufkommen klar vor meinem Antlitze.

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