Die Fülle endlosen Abgrunds

von J.W. Waldeck
Mitglied

träumend, von ewigen E(n)den
fassbare Bestände, Himmelsblende
wo Sternstraßen nichts
und der tRaum alles öffnet
augenblicklicher Idee
Lebenssporen aus Schnee
weißes Licht oder schwarzes Fallen
wo der Ab g r u n d gestaltet
seinen Leib verleiht...

zur gestaltenden Seele zwingender Zeit
Dasein vereint:
hemmungslose Hassliebe
verzehrende Engellüge
und erhaltende Hölle gleichermaßen
mit schuldiger Unschuld
vom Himmel zur Erde getragen

mit der Inbrunst
seltsamer Potential=Maschinen
die erfundenen Zielen dienen
durch ihr katalytisches Konzept
Relevanz bewirken
die sinnvoll sich entdeckt

Ausflüge, die Kreaturen unkreativer Diener
die vor ideal gespiegelten Herren
erwünschte Ideen schienen
unsichtbarer oder erfundener Lieben
gefühlter
oder geglaubter Prinzipien
...der Berührten...

irdische Gottesmasken
offenbart in Formfarben
unter Wortbildern verborgen
die aufgehende Sonne von Morgen
das Ebenbild des Abbilds
des Nebels Wesenszug
des Wesens Atemzug
des Lebens
unerschöpflich Blutkrug

all_gegenwärtigem Kosmos enthalten
in uralten Adern
deren Erbe ich als letzter bekam
mit sterblicher Hülse
von geliebten Lotusblüten
verschlossen
von seidenen Abgründen
dunkler Ozeane vergossen
wie eine ewige Schmerzträne
an einer Engelswange
Lichtblut kostet

anstelle Allmächtiger
lustvoll offenbart
die sich verewigen
durch ihre ausgestreute Saat
doch liebend
GERN
vergessen
für selbstsüchtige Interessen
der Verderblichen

doch unter tausend Masken
blieb nichts sichtbares zurück
ging längst verloren
wird wirkliches Erfassen
in Wahrscheinlichkeiten geboren

bloß die Sig n a t u r
führt zu den Enden aller Seinsspur
enden Anfänge, wo Nichts besteht
bis nichts von Bestand
durch seine Ergriffenheit
wie Schnee zergeht

und die Engelschwingen
verrauschender Welten
milliardenfacher Intelligenzen
entfalten ihre leuchtenden Seelen
in diesem gütigen Abgrund
teilnahmsvoller Tiefen
die mit unendlichem Sehnen

...quälen

© j.w.waldeck 2008
Alle Rechte sind dem Autor vorbehalten.

Aus dem Vermächtnis der "Kosmischen Märchen".

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Interne Verweise

Kommentare

17. Aug 2017

Schon der einleitende Satz >träumend, von ewigen E(n)den...< führt mich in die Tiefe einer Dichtkunst, die mich mit einem Sprachschatz bannt, der einer fremden Welt zugehörig scheint. Da lese ich und spüre Zeile für Zeile eine Faszination, die in mir tiefe Wahrheiten wachruft. Jede einzelne Zeile steht für sich, wirft Fragen auf, lässt mitunter verstehen, führt weiter... Nur mehrmaliges Lesen bringt klärendes Staunen und zugleich Bewunderung. Klasse!

LG Monika

19. Aug 2017

Du bist reiner Luxus für einen Schreiber. Machst dir die Mühe den Sinn
zu erkennen, den manche als sinnlos abtun, ohne auch nur ein Wort zu verstehen.
Beispiele siehe her, wenn interessiert:

https://www.schreiber-netzwerk.eu/de/1/Gedichte/27/Gesellschaft/57349/Wiederspiegeln/

und hier:
https://www.literatpro.de/comment/36643#comment-36643

Das Problem haben aber schon größere Geister, die sinnvoll und sinnreich
schreiben, weil sie stereotype Sätze anöden oder Inhalte, die schon so oft
gleich formuliert kein sprachliches Neuland beatmen.
Wenn ein Alf Glocker also konsequent ignoriert wird, weil sich die modernen Autoren
immer mehr dem sinkenden Niveau anpassen, so bin ich trotz meiner romantischen
Anflüge, doch auf dem Boden geblieben und schreibe hauptsächlich, um mich
zu unterhalten.

Natürlich danke ich dir aicj dafür, beschämt von deiner Bewunderung.

LG. Waldeck