Ein Abgesang auf diese Erde

von Tobias Schmitt
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Manches Blatt von siechendem Gebaren
Sinkt totenstill hinab zum Erdenschoß
Um des Herbstes Antlitz zu bewahren
Droben prangt die Sonne derweil famos

Erinnert an heitere Sommertage
Die selig sich in unsre Herzen schlossen
Doch scheint die Natur vom anderen Schlage
Kein Durst gestillt, ihre Pracht jäh erloschen

Jahreszeiten, einst die Hüter desselben
Bestehen nicht länger im Gleichgewichte
Schleichendes Unheil, spürbar allenthalben
Wartend, dass Mutter Natur es noch richte

Vielfalt wird verdrängt aus unsren Gefilden
Bis des Ursprungs Glanz einmal ist verblichen
So sterben hinfort die Kleinen und Wilden
Unser Schund schwimmt im Meere bei den Fischen

Immerzu spendieren emsige Bienen
Uns bedürftigen Herrschern ihr Lebenswerk
Wir morden diese, die selbstlos uns dienen
Und verwehren der Schuld unser Augenmerk

Vom Glück erblindet sieht jener Herr der Welt
Bloß ein Mächtiges unter all den Tieren
Wie sein arg versehrtes Paradies zerfällt
Was hat besagter Mensch schon zu verlieren?

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Kommentare

16. Sep 2018

Ein sehr gutes Gedicht, dessen Inhalt ich voll und ganz zustimme, Tobias.

LG Marie