Wie und warum der Mensch sein Gehirn bekam

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Als Gott das Weltall einst erschuf
- sechs Tage gab Er sich dafür -
machte Er es höchst persönlich!
Helfer hatte Er ja nicht.

Er begann in einem dunklen,
unermesslich großen Raum,
deshalb schuf Er, zur Er(Be)leuchtung,
gleich am Anfang Helle, Licht.

Dann schuf der Schöpfer alles das,
was Ihm zu der Zeit wichtig war:
Sonnen, Monde und Planeten,
Wasser, Pflanzen, Tiere, uns
und noch vieles andre, klar!

An Farben hatte Er doch nicht gedacht.
Die Buntheit ist ein Zufallswerk,
dieweil Er gab dem Tag die Nacht;
und so, durch deren Wechselspiel,
entstanden Farben, Schönheit, Pracht.

Nicht alles wollte Er erschaffen
in dieser kurzen Schaffenszeit.
Manches später noch verbessern, ändern,
(zum Beispiel Grenzen zwischen Ländern)
Pläne hatte Er - scheint's - nicht.

In sechs Tagen, lernten wir,
hat Gott erschaffen seine Welt.
Doch baut Er heute noch daran,
woran man es erahnen kann:
Er will nicht, dass sie fertig wird.

Und darum gab Gott uns, den Menschen,
ein großes Hirn - fast götterhaft.
Er wollte, dass die Klugen, Schlauen
gut überlegen und dann bauen
all das, was Er nicht selber schafft.

An dieser Stelle sind wir nun,
die Menschen stets ihr Bestes tun,
wenn's fertig ist, sie doch nicht ruh'n:
Der Klügste an die Stirn sich haut -
und gleich danach wird umgebaut.

Ein nicht so Kluger scheu sich räuspert:
"Hat dies der Schöpfer so gewollt?"
Sein Meister mit den Augen rollt:
"Er hat sich nicht dazu geäußert!"

© Willi Grigor, 2018
Sinn und Unsinn

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Kommentare

18. Aug 2020

Frau Krause hat 'ne Schöpfer-Masche:
sie schöpft das Bier aus Dose, Flasche.

LG
Willi

20. Aug 2020

Kommt mir vor wie der Bauhof unserer Stadt ... Es gibt Straßen, da wird seit 2014 mit Monatsabstand immer wieder dieselbe Straße für Monate aufgerissen und wieder zugeschüttet, für Monate aufgerisssen und wieder zugeschüttet, für Monate aufgerissen und wieder zugeschüttet ... (liegende 8 ...)

20. Aug 2020

Danke für die Wortmeldung, noé.
Deine Erfahrung deckt sich mit meiner.
Diese Art der Verschönerung, Verbesserung von Städten ist international. Mein Text reifte, als ich vor zwei Jahren mit steigender Begeisterung zusah, wie auf unserer Straße neue Telefon- und Fiberkabel verlegt wurden. Dies aber nicht gleichzeitig. Zuerst das eine, dann das andere, im Abstand von einigen Wochen.
Verschiedene Auftraggeber beauftragen verschiedene Auftragnehmer. Sogar der Asphaltstreifen musste gelegt werden, damit er etwas später wieder aufgerissen werden konnte. Logisch!

Es ist wohl so: Jemand, wer auch immer, will, dass die Welt nie fertig wird.

LG
Willi