Die Jugend

von Andreas Weber
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Nichts ist törichter als die Unbekümmertheit der Jugend,
wenn sie den vergänglichen Phantombildern nachläuft,
in der Hoffnung noch ein weiteres Leben zu erhaschen
für denselben Körper aus Fleisch und Blut.

Doch noch macht der strenge Vater der Zeit
einen großen Bogen um die Jugend,
lässt sie lange gewähren und das Spiel
mit dem Tod meist unbestraft bestehen.

Nichts ist törichter als der Leichtsinn der Jugend,
die schmalen Grenzen der Vernunft zu testen.
Noch währt sich die Jugend in Sicherheit,
doch ihre Tage sind schon angezählt.

Die zarten, ausgekeimten Triebe
sind auf dem Weg zur unaufhaltsamen Reife.
Der Same wird zur Frucht,
die Frucht will verzehrt werden.

Die Jungen müssen flügge werden,
auch auf die Gefahr hin,
dass der erste Flug ihnen die Flügel bricht.

Nichts ist törichter als die Großzügigkeit der Jugend,
wenn sie die kostbaren Stunden vergeudet
und die teuren Jahre verschenkt,
aus Unwissenheit…
über die Zeit.

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