Abschied von Kofi ...

von Annelie Kelch
Mitglied

Kofi hat nie ... auf Godot gewartet
tat, worüber wir täglich hier schreiben
worum wir hier ständig bitten …
kämpfte für Frieden und Gerechtigkeit
war unser Gewissen, Gewissen
der Völker, Gewissen der Welt

kam von der Goldküste, Kofi –
war Gold in dieser Welt:
unser dunkles Goldstück
aus Ghana ...

stand für das Gute, trieb
es unbeirrbar voran: Es war

Kofi, der die Worte prägte:
Alles, was das Böse braucht,
um zu triumphieren, ist das
Schweigen der Mehrheit

Unermüdlich: Kofis Kampf
um den ausgebeuteten Erdteil:
Reicher Kontinent, arme Menschen ...
durch geldgeile Staatsoberhäupter,
illegale Finanzströme, Steuerfluchten,
gierige Konzerne ...

Afrika, staubgepudert – wo der
Hitzedrachen Weißglut entfacht …
Dort fällt dir kein Traum in den Schoß,
kauert im Gebüsch die Hyäne, zum
Sprung bereit, da gleitet dir das Leben
aus der Hand, hat die Sonne dich
fest im Griff, ertönt in der Steppe
die Trommel, krallt sich ins
knochentrockene Feld die Hacke ...

Von dorther kam Kofi: vertrauenswürdig,
charaktervoll – gestand auch Fehler ein
beschönigte nichts, gab der Wahrheit
eine Chance, gab Antworten, forderte
Transparenz Offenheit Gradlinigkeit
Loyalität ...

Kofi, unbestechlich bis aufs Blut
sah man ihm an schon von weitem
das Gold von der Goldküste … Gold
für unsere Welt: Kofi,
dreimal wiedergewählt in Folge ...

infolge Beliebtheit zum UN-Generalsekretär;
Orden, Doktorwürden listenweis ...
Friedensnobelpreis – in seinem Fall
mehr als nur glaubhaft verliehen

Stell ich mir nun zum Schluss vor:
Kofi im Boubou, wadenlang, kaftanähnlich,
wie er Hirsebrei isst und Tchapalo (Hirsebier)
trinkt – mit seiner Würde durchaus vereinbar

Kofi – wartete nie auf Godot:
Die Zeit läuft der Erde davon
Diplomat durch und durch: Kofi,
„ein Leben in Krieg und Frieden“*

***
Nun ist der Strand ist leer,
still das Meer ...
Nun hat sich der Wind gelegt.
Nun bin ich sehr traurig.
Nun nehme ich Abschied
von einem Weisen:
Kofi Annan, ruhe in Frieden

Kofi Atta Annan (* 8. April 1938 in Kumasi, Goldküste; † 18. August 2018 in Bern, Schweiz[1]) war ein ghanaischer Diplomat und von 1997 bis 2006 der siebte Generalsekretär der Vereinten Nationen. 2001 erhielt er gemeinsam mit den Vereinten Nationen den Friedensnobelpreis für seinen „Einsatz für eine besser organisierte und friedlichere Welt“.
*Kofi Annan war außerdem der Verfasser mehrerer Veröffentlichungen, insbesondere zu weltpolitischen Fragen und zur UNO; seine Autobiografie erschien auf Deutsch 2013 unter dem Titel Ein Leben in Krieg und Frieden. Quelle: Wikipedia

Quelle: Internet
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Interne Verweise

Kommentare

20. Aug 2018

Beeindruckender Nachruf, liebe Annelie , getragen von jener Würde, die diesem Menschen und seinem Wirken für die ganze Welt gerecht wird. Chapeau. Liebe Grüße -
Ingeborg

20. Aug 2018

Danke, liebe Ingeborg, für Deinen zustimmenden und lobenden Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe.

Liebe Grüße zu Dir und einen schönen Resttag für Dich,
Annelie

20. Aug 2018

Kofi Annan, der siebte Generalsekretär der Vereinten Nationen, Friedensnobelträger 2001 (gemeinsam mit den Vereinten Nationen), hat seine ganze Kraft dafür eingesetzt, die Welt friedlicher zu machen und besser zu organisieren. Er ist einer der wenigen großen Politiker, bei deren Tod ich ernsthafte Trauer fühle.

Liebe Grüße - Marie

20. Aug 2018

Danke für Deinen ergänzenden Kommentar, der mich sehr gefreut hat, liebe Marie - Wenn die Guten sterben ... wie soll die Welt dann besser werden ..., hab ich sehr traurig gedacht, als die Nachricht im Fernsehen kam. Alles, was er tat und sagte, hatte meines Erachtens Hand und Fuß. Zuletzt leitete er eine Untersuchung, die das Vorgehen des Militärs in Myanmar gegen muslimische Rohingya untersuchte. - Es gab auch Krisen: So geriet er persönlich in die Kritik, weil sein Sohn Kojo Zahlungen von einem schweizerischen Unternehmen erhalten hatte, das in UN-Auftrag Warenlieferungen an den Irak im Rahmen des Programms “Öl für Lebensmittel“ erhalten hatte. US-Senatoren forderten seinen Rücktritt. Eine Kommission unter Vorsitz des früheren US-Notenbankchefs Paul Volcker entlastete ihn zwar vom Vorwurf der Korruption, bescheinigte ihm aber, seine Behörde nicht richtig im Griff gehabt zu haben. In seinen Erinnerungen scherzte Annan rückblickend, als Generalsekretär sei man gelegentlich auch der Sündenbock der UN.

Liebe Grüße,
Annelie

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