Angeliom

von J.W. Waldeck
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jede Form der Anteilnahme
ist abhängig, wird Same

nun willst du göttlich
niemandem helfen
und vergisst ihren Anteil -
deinetwegen

...
meine blutrostigen Glutflügel
wiesen reinen Gefühlen den Ausweg
Geistschwingen
verwandter Lichtträger
färbten sich im Kaleidoskop
einer not=wendigen I=deii

...
als sich ein gottgleicher Zorn
verdichtete
die Zerstörung
der Schöpfung ebenbürtig wurde

durch jede Generation
limitierter Geschöpfe
imitierte Ausgaben
uns'rer einstigen Herrlichkeit

sehet her! - auf diese alten Protoengel
mit unfertigen Zügen
diesen grob schlummernden Augenblicken
aus den temporalen Tiefen
zerfurchter Gestirne

...
und wisst nicht was jeder Wille
hier willkürlich erzielt
des Schaffens müßig:
einstige Leidenschaft
geschwängerte Jungfrau!

wo allein das Neue -
Niedagewesene im Dasein zählt
durch Nichts behaftet
wuchert der Morast
blind schlagender Übel
als mein Auftrag
ihr Erlösen verhieß

Sternaugen
die zu viele Äonen in sich sogen
- trank ich aus wie schwarze Stutenmilch:
ausgeblutete Allnacht
verwirklichter Wesenswogen

...
und all das Leid wiederkehrender Grauen
- sinnloser Freiheiten üble Pein -
frohlockte zu einem inneren Meer
der Aufruhr

lag hinter mir
als Statue, ihr verewigter Leib
gefrorenen Lichtes im makellosen Glanze
ganz nach Belieben träumend
in Frieden...

...
doch irgendwann
wurde das Meer eine erbärmliche Quelle
- unendlicher Träume verlor'nes Aufschrein -
und kein Ende zuckt
in immerjungen Wunden...

wir kommen nicht zurück
zu deinen testamentarischen Toden!

ohne Anteilnahme ist alle Herrschaft
ein schwarzes Loch
ABSICHTLICHER Existenz

aus welchem Himmel diese Er_Schöpfung
ihr endloses Versagen
auch gespeist
es sucht Ersatz
für jede Einmaligkeit
das Unersetzliche
nicht zu verlieren

deren Seele unzählig zersprang
im Widerstreite
dies Aufgehen ersann:

...
das eine Welle die Nächste erschlägt
dies Wogen durch Nichts verrät
tränk ich mein Sinn
im einig Verderben
bevor Leben als Gedanke beginnt

Ursache, deren Abgrund übergeht
grundlose Vielfalt zu werden
als die Einfalt Einhalt ersann
bevor sich die Rebellion
den Himmel nahm

© 2009

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Kommentare

23. Sep 2016

Das hast du (in heiligem Zorn?) schon 2009 geschrieben?
Sehr aktuell (immer aktuell).

23. Sep 2016

Vielen Dank, liebe Noé, dass du gerade bei diesem Gedicht einen Kommentar hinterlassen hast.
Meistens nehme ich das Datum, welches ich bei deviantart.com zuerst veröffentlicht habe.
Oft sind viele Gedichte aber weitaus früher verfasst worden, bevor sie im Internet veröfentlicht wurden.

Das Angeliom auf dA besitzt noch ein Bild, ein Abdruck von einer Haut. Kein Photoshop:
http://waldeck.deviantart.com/art/ANGELIOM-114624216

Im Kommentar weiter unten findest du, bei Interesse den Linz zum zweiten Teil dieses Konzepts.

LG. Waldeck