Die Burgfräulein `s

von Alfred Mertens
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Von Fräuleins hört man unbedingt,
das sie den Männern Nutzen bringt.
Nicht nur die Freude der Vermehrung
es ist uns ernst mit der Verehrung!

An einem schönen Frühlingstag
als Edeltrud im Fenster lag,
sah sie im Hofe voller Freuden,
den Knappen Franz sich ganz entkleiden,

und frei von Rüstung und Gamaschen
am Brunnen seine Muskeln waschen.
das alles wirkte so zusammen,
dass sie erhitzt voll Liebesflammen

stracks in den Hof hinab marschiert,
wo Franz sich auch ein Teil massiert.
Franz sprach sie, lass das Baden sein
und der war auch nicht gern allein.

Wohin du holdes Fräulein sag,
mit mir am schönen Frühlingstag?
Die Jungfrau wird zuerst ganz rot,
dann aber sagt sie . SCHWERENOT,

sie tat ihm fest in`s Auge schaun,
und dacht bei sich, darf ich ihm trau`n.
Voll Liebespein zog sie ihn fort,
und dachte an "Hochleistungssport".

Indes, saß in der Kemenate
Frau Gräfin und ihr holder Gatte.
Da plötzlich springt der Ritter auf,
zur Türe nimmt er seinen Lauf,
KUNO, sprach sie, was soll das heissen,

nicht sprach der Ritter,ich hab so`n Reißen
Er nimmt ein Pergament zu Hand,
schrieb sich was auf, und schnell verschwand.
Und als er kommt der Türe nah,

aus dem er ein Geräusch vernahm,
da schloss er auf die Tür voll Scham
sah Tochter Edeltrud im Arm
mit Ritter Franz in ihrem Bett,
das fand der Vater gar nicht nett.

er nahm sein Schwert, sagt Sapperlot
sticht Franz damit dann mausetot.
Und die Moral von der Geschicht,
als Burgfräulein übt man Verzicht,

auf jungfräuliche Zärtlichkeiten
weil sie muss züchtig sein beizeiten.
Nun weint sie in der Kemenate,
spielt traurig die Klaviersonate,
von Franz, dem Schubert hingerissen
und will nichts mehr von Männern wissen.

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