Mit 18 man sei endlich frei ... (wie ein Vogel)

Bild von Ernst Wetzel
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Es ist doch schön zu erleben, zu sein vogelfrei.
Grenzen zu überfliegen ohne zu fragen, ob es rechtens sei.
Vögel können genießen eine Freiheit, ermöglicht von der Natur.
Mit eigenem Flügelschlag bewegen sie sich in Freiheit pur.

Es ist deshalb verlockend zu sein vogelfrei.
Mit 18 kann man sich so fühlen, dass es so sei.
Endlich mit der vollen Geschäftsfähigkeit eine Freiheit genießen,
weil man nun darf Rechtsgeschäfte unbefragt alleine abschließen.

Ohne Rechtsbewusstsein nehmen sie in Besitz so manchen geografischen Ort,
darauf hernieder lassend als wäre dort schon immer ihr eigentümlicher Hort,
ungefragt vereinnahmen sie und erschallen dazu noch krähend den Raum,
bedienen sich widerstandslos des Obstes - hängend am Baum.

Aber ein Vogel allein wird in der Natur nicht auf Dauer bestehen.
Um Kräfte zu schonen, wird man ihn in Gemeinschaft fliegen sehen.
Dabei Positionen in der Formation wechselnd, um beizutragen an der Gemeinschaft Ziel,
damit nicht nur einer ankommt am Ort des Überwinterns, sondern möglichst derer viel.

Auch wir Menschen werden von der Gemeinschaft getragen;
brauchen Unterstützer, die helfen sich zu bewähren in unterschiedlichsten Lebenslagen.
Die zeigen, wenn es heißt zu überleben auch frostige Zeiten,
sich ihnen anvertrauen muss, wenn es heißt zu gehen in entferntere Weiten.

Aber auch Vögeln bleibt im Bewusstsein, wo ihre Heimat ist.
Wenn der Frühling erwacht und beendet ist des Winters Frist,
dann kehren z.B. Störche gerne zum heimatlichen Ursprung zurück,
um im dortigen Nest erneut zu erfahren fortgelebtes (familiäres) Glück.

Wir Menschen wissen, Heimat ist nicht nur ein geografischer Ort,
sondern einschließlich zu definieren ist auch als familiärer Hort,
wo man zurückkehren kann, zu hören eine weitere Meinung,
wenn mal wieder ansteht eine unsichere Entscheidung.

Du siehst, es ist verlockend mit 18 zu sein vogelfrei.
Nimm’ für Deine Zukunft aber auch in den Blick dabei,
dass Freiheit ohne Weisheit bedeuten kann eine Last
und Du froh bist, weil Du immer noch Eltern und Paten hast.

Als Patenonkel möchte ich Dir einige nachdenkliche Zeilen auf deinem weiteren Lebensweg mitgeben …:

Sei Dir der Quelle deines familiären Ursprungs bewusst. Sie ist nie versiegend,
denn deine Eltern bleiben immer befangen mit dir.

Deine Eltern, Tanten und Onkel versuch(t)en Vorbilder auch für dich zu sein.
Strebe danach, es ihnen gleichzutun.

Der soziale Status eines Menschen ist das ihm zugeschriebene bewertete Ergebnis,
dass durch dessen eigene Leistung zustande kommt.
Das Ansehen hingegen aus dem sozialen Status der Elternfamilie zu begründen ist (Selbst-)Täuschung.

Bodenständig zu leben ist authentischer und stressfreier als mit vermeintlichen Statussymbolen falschen Erwartungen aufzusitzen.

„Wenn Du Dich selbst erkennen willst, dann kehre bei Dir selbst ein und suche Dich nicht außerhalb Deiner selbst.“ (Isaak von Stella 1110 – 1168)

Wer ausschließlich konsumorientiert denkt, denkt nicht nachhaltig, weil es ihm am Blick für die Zukunft mangelt.

Setze dir Ziele und verfolge diese mit Stetigkeit, auch wenn Rückschläge Zweifel aufkommen lassen.

Freundschaften sind der soziale Kitt in unserem Leben. Sie zu pflegen erfordert aber stetige Arbeit, die den Menschen glücklich macht.

Bei der Überlegung des Einstellens dieses Gedichtes zur Volljährigkeit kam ich doch sehr ins Grübeln, in welches "Thema/Schlagwort" ich es einordnen soll.
Leider darf man hier ja nicht mehrere - auch dafür zutreffende - Schlagworte benennen. Ich hoffe, es richtig getroffen zu haben.

Karteninnenseite (DIN A4, gefaltet zum DIN A5-Format)

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