Mein Freund der Baum

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
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Am Rande meines Weges
stand einst ein stolzer Baum.
Wir beide waren voll des Lebens,
in uns ein unerfüllter Traum.

Ich zog in weite Ferne,
die Sehnsucht trieb mich an.
Griff nach dem Glanz der Sterne;
viele Monde kreisten ihre Bahn.

Mein alter Freund des Weges,
stolz reckst du deinen Stamm.
Dein Geäst war voll des Lebens,
grün grüßte deine mächtige Krone,
trugst würdig dein Gewand.

Im Zauber der Herbstzeitlosen
fiel seufzend Blatt für Blatt,
leise verhallt das Lied der Musen,
bereit ist unser Grab.

Nun stehe ich hier vor dir,
umarmend deinen Stamm;
fühl' deine raue Borke.
Oh Freund, vergebe mir;
Natur lenkt unsere Bahn.

Tränen aus Harz, feucht mein Angesicht,
perlen über deine Rinde.
Unter deinen Wurzeln, tief im Schlund;
auf ewig unser Bund:

Mensch und Natur!

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Kommentare

25. Apr 2017

Die Liebe zu deinem Baum verstehe ich. Mir geht es ähnlich mit einer uralten Eiche in der Rhön, einmal jährlich wandere ich zu ihr, umfasse den gesunden Tel ihres Stammes und hoffe beim Abschied, dass sie das nächste Mal auch noch da steht. Habe das Gefühl, dass sie mir gut zuhört.
LG Marie

25. Apr 2017

Hallo Marie,

ich bin auch immer so fanziniert von alten Bäumen; ihren knorrigem Geäst. Stehe immer wieder bewundernd vor ihnen und frage mich was sie bereits schon alles erlebt haben.
Viele Grüße

Jürgen
Jürgen