Blaue Himmel

von J.W. Waldeck
Mitglied

einsame Wasser tintiger Teiche
wo marmorne Sturmwitwen
rostige Herzfetzen
über Regenbögen tragen

wo Goldtau
auf Sonnenblumflammen reift
und Steinkelche tränkt
kalter Gnadenengel

keine Abende außer Fernsehflimmern
keine Gefühle für Verfolger
und Verfolgte
Kulissenwelt der Betrachter
und Verachter

wohin soll Schmerz schwinden
wenn alles Verdrängte ihn gefangen hält?

kindliche Wunden
unschuldig erhängt
bis jede Mondscheinseele
ihr Spiegelbild hasst

kein Königsritter weiht sein Flammenschwert
auf den atmenden Fesseln
(w)ehrloser Schönheit

die Diamantenzauberin
ungeweinter Erlösertränen
peitscht ihre Chaospferde
über einsame Moore

Fußstapfen bleiben verschlungen
Traumpfade schwarzer Laken
schaudern Spiegelbilder
unter zertanzten Blattnarben

Mondrosen träumen von Sonnengöttern
die ihr welkes Herz erretten

ihr Elfenbeintor der Traumschmiede
verstummt seelenlos
ohne Liebe

© j.w.waldeck 2011
Alle Rechte sind dem Autor vorbehalten!

Buchempfehlung:

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Kommentare

27. Mär 2018

Dann habe ich ja Glück gehabt! :)

Gruß in den Frühlingsabend!
Waldeck

28. Mär 2018

Eine Elegie der Trauer, des Schmerzes, wortgewaltig!
Lieben Gruß, Monika

04. Apr 2018

Ich empfinde es auch als tröstend für mich persönlich. Wenn ich wirklich nur den Schmerz
beschreiben würde, würde ich es mit höllischen Analogien tun.
Doch solange die Liebe noch im Inneren schreit, ist man nicht lieblos, nur ungeliebt. :P

LG. und DANKE!
Waldeck