Sonnenaufgang

Bild von MelodienDerEndlichkeit
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In meinem Kopfe wurden die Quadrate schnell
zu den irreführenden und immer gleichen Kreisen,
die mich unter raffinierten Lügenkaskaden stets
auf die schilderlosen Wege weisen

Die Pfade führen stillschweigend entlang
an des gipfellosen Berges steilen Seiten,
deren steinig harten, eisig-kalten Blicke mich
auf meinen Reisen unterschwellig leiten

Unter dem von Wolken verhangenem Nachthimmel
und in den Tagträumen halb erloschener Gesichter,
spiegeln sich mit sehnsüchtigem Glanze
der erschöpften Sterne kalten Lichter

Wilde Wölfe meißeln dem Monde singend
verfrüht seinen aller letzten Epitaph,
in des Canyons steil abfallenden Hänge,
in die sonst nur Wasser schreiben darf

Der Tauben sanfter Federklingen
zertrennen anmutig das Glitzern der Nacht,
während darunter eine pechschwarze Krähe
auf des Baumes schwachen Äste wacht.

Siehe, der Mond geht endlich nieder,
er versengt die Sonne über glühendem Meere
höre, wie derweil die Tauben lauthals singen:
“Oh brennendes Etwas, vertreibe die Leere!”

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Erschienen in "Melodien: Von Talfahrt und Gipfelsturm"
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