Abendgebet

Ich spüre Glut am zimtfarbenen Abendhimmel
In den Muskatnussalleen sammelt sich
Tirilieren zur angekündigten Nacht
Schatten von Flügeln schmiegen sich im
Blätterschmuck bis der letzte Strahl des Tages
Sie zum Schweigen gebracht.

Die Früchte der Bäume liegen in Wehen
Im gedimmten Licht bevor das Morgenrot
Sie reift und den Tieren und Menschen verspricht
Nichts ist für die Ewigkeit gedacht,
Denn jede Zeitgeburt lässt
Nicht ohne Schmerz sich los.

Mein Atem erlischt auf deinem Angesicht
Auch wenn die Erde es vor mir versteckt
Lebt es hell in meinen Gedanken
Bis sie mich von dir losreißen
Dann bin ich du und du bist ich
Und wir sind Eins im Allsein.

Buchempfehlung:

Mehr von Jürgen Skupniewski-Fernandez lesen

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Kommentare

29. Jul 2020

Dann bin ich du und du bist ich und wir sind Eins im Allsein ... ein hoch poetisches Gedicht, in dem ich mich wieder finde ...

Liebe Grüße nach Tunesien - Marie

05. Aug 2020

Kraft und Gesundheit, der Schmerz verblasst zur Silhouette
Die Liebe aber bleibt lebendig in der Kammer des Herzens.

Liebe Grüße - Jürgen