Hoffnungsmond

von marie mehrfeld
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es kleben so viele Zettel mit wildfremden Namen an deiner Grübelstirn,
Welle der Erinnerungen, du sollst mich überrollen und sollst mich heben,

du sollst mich haben, du sollst mich begraben, ich werde dich brechen,
auf dir tanzen, das Schnelle brauche ich, das Klare, das Helle, das Wahre,

ich brauche den Schmerz, das Schwarz des Dunkels, das Licht des Tags,
steche mir mit dem Zirkel in die Gedanken und ziehe kreisrunde Grenzen,

die ich nicht überschreiten soll, sagst du, doch mein Fühlen findet immer
den Weg darüber hinaus, zu springen, die Liebe zu suchen, und ich wachse,

wachse immer noch, wenn ich im Wald singe, wenn ich in den Labyrinthen
deiner tiefgrauen Augen das silberne Glänzen des Hoffnungsmonds finde

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Kommentare

01. Sep 2019

Verspätet meld’ ich mich –
DAS NETZ ließ mich im Sich …

Danke und LG Marie

30. Aug 2019

„Wenn ich in den Labyrinthen deiner tiefgrauen Augen das silberne Glänzen des Hoffnungsmonds finde“ – das IST Poesie, liebe Marie.

Detmar

01. Sep 2019

Deine Formulierung „großes Kino auf den zweiten Blick“ - gefällt mir,

HG zurück - Marie

30. Aug 2019

...gelesen als ein Gedicht über die Unaufhaltsamkeit der Liebe, selbst wenn Grenzen vom lyr. Gegenüber gefordert werden. Dein besonderer Schreibstil intensiviert die inhaltliche Wirkung, meint mit herzlichem Gruß, liebe Marie, Ingeborg

01. Sep 2019

Auf der Welle der Erinnerungen tanzen, statt sich von ihr überrollen zu lassen - und die „Unaufhaltsamkeit der Liebe“, wie Du es so schön formulierst, ist ebenso gemeint wie die Herausforderung durch die ständige Überschreitung selbst gesetzter Grenzen; Texte, die in einer Augenblicksstimmung entstehen, sind kaum erklärbar …

HG mit Dank an Dich zurück, liebe Ingeborg
Marie