Letzte Illusion

von J.W. Waldeck
Mitglied

Steine unter meinen Schritten
glauben meine Zukunft zu wissen
die Sterne überm Haupt
glauben mein Sehnen zu kennen
die Götter ändern ihre Regeln
doch die Welt bleibt Welt

niemals entkommst du
verschließt deinen Geist
im erlernten Käfig
wo wir Gedanken lassen, fasten
lassen wir auch Leben

erfüllt mit eigenen Traumbildern
sehen wir unvergessen nicht hin
mit geschlossenen Augen
ins zellverbrannte Blitzlicht
reinen Erblindens

© j.w.waldeck 2012
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Kommentare

31. Aug 2018

Die letzten drei Strophen allein sind bereits ein extrem gutes Gedicht für sich. So viel Leben lassen wir in unseren Träumen zurück, blind von Geburt an, sehen wir nur das, was wir ertragen, gerade noch ertragen können. Glauben wir nur das, woran wir nicht ganz zerbrechen - von Illusion zu Illusion lassen wir uns treiben.

LG Annelie

31. Aug 2018

Du hast recht. Die ersten zwei Verse sind Beiwerk, das entfernt gehört.
Deine Zusammenfassung ist wunderbar von dem Verständnis meines Sinns geprägt
Selig ist der, der nicht gezwungen ist alles zu glauben, von Illusion zu Illusion getrieben.

LG. und grossen Dank!.

02. Sep 2018

Jetzt ist es noch schöner, besser - und perfekt: ein Kleinod von einem Gedicht!

LG Annelie