Ufernah

Bild von Johanna Blau
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Mein Herz, jede Kammer heute auf Folter aus.
Wer bin ich, dass ich so viel will?
Ohne Leichtigkeit komm ich nicht ans Ziel.
Weiß, dass ich alle mit Gram vergräme.
Will Spielen dieses Spiel,
Lächelnd blecke ich die Zähne.
Trümmerteile trüben wieder meinen Blick.
Ungeübt wankend geh ich wie über spiegelglatte Planken
Wie schnell füllt sich auch wieder dieser Priel mit Schlick.

Und ich wählte Zeit für mich.
Hab nun Angst vor meiner eigenen Stärke.
Nehm' ich mir denn soviel Raum,
Wie andere vor mir weichen wollen?
Flieh selbst, wenn ich Nähe keimen merke:
Hinter Bücher, zurück in Harte Schale,
Ohne Fenster zum eigentlichen Kern.
Wie sehr ich mit eigenem Bangen zahle.
Die Habgier macht das Herz mir eng.
Wie wenn ich es in eine Zwinge zwänge.

So schöne Lieder, singt der Vogel auf dem Ast.
Ich schließ' mich wieder auf, bin unversehrt
Und mach von meinen Sorgen einfach Rast.
Das alles, was ich fühle, mich verwandelt,
Auch aufgewühlte See, weiß ich zu schätzen,
Neue Schätze finde ich dann umso leichter
Wie aufgewirbelt und angespült.
Doch in mir verborgen; unverhandelt
Und ohne Kompromisse lebe ich weiter.
Den Schatz zu heben, der auch dich bezirzt.
Mein Selbst gegossen in die Muster meines Lebens.

JB-09-2020

Wattwanderung, Foto: JB 8-2020
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Kommentare

14. Sep 2020

Diese Zeit nehm ich mir gern,
Hast liegt mir beim Dichten fern.
Liebe Grüße, Johanna

14. Sep 2020

Vielen Dank Olaf, das freut mich sehr! Wenn auch der Anlass fürs Gedicht manchmal nicht so freudig ist, macht es doch selig zu merken, dass es anklingt. Liebe Grüße, Johanna

13. Sep 2020

Ein sehr feines Gedicht, "und mach von meinen Sorgen einfach Rast", das übernehme ich!

Liebe Grüße - Marie

14. Sep 2020

Vielen Dank Marie, die Rast von den Sorgen ist so heilsam.
Liebe Grüße, Johanna