Herbstgedichte ✓ Herbst, die schönsten Gedichte

Bild zeigt Blätter im Herbst

Der Herbst gehört als eine der vier Jahreszeiten seit jeher zum festen Themenrepertoire jedes Dichters. Eines der beliebtesten Herbstgedichte ist wohl der "Herbsttag" von Rainer Maria Rilke. Frühling, Sommer, Herbst und Winter symbolisieren in der Literatur und Malerei den ewigen Kreislauf der Natur, wobei der Herbst nach dem Wachsen und Reifen als Symbol für die Vergänglichkeit steht.

Gleichzeitig ist er aber auch - eben als Teil des natürlichen Kreislaufs - ein notwendiger Schritt zur Erneuerung. Hier finden Sie moderne und klassische Herbstgedichte zum Thema.

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die schönsten Herbstgedichte
von Rainer Maria Rilke
von Sigrid Hartmann
von Volker Harmgardt
Beitrag 1 - 35 von insgesamt 256 Texten in dieser Kategorie
von Rainer Maria Rilke

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie…

Rezitation:
Rezitation: Angélique Duvier, Klavier und Komposition: Vladyslav Sendecki
von Sigrid Hartmann

Ade du schöne Sommerzeit,
mit Nebel, feucht und kalt,
macht langsam sich der Herbst bereit,
färbt bunt uns unseren Wald.

Noch trägt der froh sein grünes Laub,
doch sieht man sie schon sitzen,
die Maler, die…

von Volker Harmgardt

Ich sehe dir zu,
wie meine Blätter fallen,
vom Wind getrieben.

Ich höre dir zu,
verstehe dich nicht,
du ungehobelter Sturm.

Ich öffne mein Herz,
um die Farben
zu sammeln.

Ich laufe
in…

von Monika Laakes

Bin entzückt und auch entrückt,
seh dies Rot, ein blendend Rot.
Hier hat Herr Herbst sich ausgetobt,
hat mit der Schönheit sich verlobt.

Er blendet mich mit tiefer Sonne,
da bleib ich steh'n, fang Strahlen auf.…

von marie mehrfeld

Riech es, fühl es,
das schräg fallende Licht des
zehnten Mondes

in der geflüsterten
Stille der frühen Abendzeit,
Fuß vor Fuß,

atme das samtene
Gold des späten Herbstes
jauchzend ein

und…

von Angélique Duvier

Goldener Blätterreigen
tanzt im wirbelnden Tanz.
Sanfte Windspielgeigen
locken mit buntem Glanz.
Kastanien prasseln herab,
schlagen dabei den Takt.
Bäume werfen schon Blätter ab,
die Zweige wiegen sich…

von Michael Dahm

Schau, das Blatt im Tanze stirbt,
wenn stürmisch es der Wind umwirbt,
bunt schenkt es ein Lächeln her
und dann wird's im Baum so leer.

Sieh, es treibt ein lächelnd Heer,
so bunt, so froh und gar nicht schwer,…

von Monika Laakes

Wenn's Strahlen endet
im aufpeitschenden Herbststurm.
Sonnenblumentod.

Sehnsucht nach Sonne.
Wer malt den Himmel steingrau?
Launenhafter Herbst.

Sie senken ihr Haupt,
berühren nassen Boden.
Blumen…

von Annelie Kelch

Grünes Gras,
darüber gelber Septemberwind streicht

Sonne,
sticht neben mir in See,
setzt ihre goldenen Segel

Meine Seele –
stumm wie ein Fisch ...
Mit jedem Atemzug werde ich müder

Ich schlafe…

von Angélique Duvier

Bald lässt der Herbst die Blätter fliegen,
durch Baumes Zweige fegt der Wind,
am Boden bleiben sie nicht liegen,
es tollt darin so manches Kind.

Dann schauen sie mit großen Augen
des Herbstes Spiele unverwandt.…

von marie mehrfeld

Schau die fünffingrigen Blätter schon gelbbraun müde abgenabelt trudeln
gefasst zu Boden wollen zu Erde werden lass uns stehen bleiben unter dem
alten Baum der schon stand als wir jung waren die verliebten eingeschnitzten
Herzen…

von Michael Dahm

Der Himmel weint
warum auch immer
ein Rabe greint
kein lauer Schimmer.

Die Straße glänzt
die Tropfen prallen
die Sonne schwänzt
die Tränen fallen.

Der Wind er weht
wohin auch immer
der…

von Sigrid Hartmann

„Ich liebe es, mein grünes Kleid,
der Herbst jedoch, der steht bereit,
hat die Palette in der Hand
und mischt die Farben unverwandt.

Für mich hält er das Rot bereit,
hat gerad begonnen, doch mein Kleid
ist…

von marie mehrfeld

Unterwegs im Regen,
einzelne schwere Tropfen
lassen sich hörbar

in die Dämmerung
des Herbstwaldes fallen,
auf federndem Grund

setze ich gemächlich
einen Fuß vor den anderen,
ein knorriger Ast…

von Michael Dahm

Der Herbst schaut durch den Tag,
verzaubert Feld und Blätter,
mit feinem grauen Schlag
verändert er die Wetter.

Er streift durch Strauch und Bäume
und küsst den Sommer fort,
denn seine bunten Säume…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Der Herbst schaut mit
seinen blassen Augen - tief -
bis auf den Grund
des Seelensees,
oh lasse mich den
Frühling glauben,
verschone mich
mit Frost und Schnee,

Du Blendwerk für des
Dichters…

von Annelie Kelch

„... Sterben ist in diesem Sein nichts Neues,
Doch zu leben, wahrlich, auch nicht neu.“
(Sergej Aleksandrowitsch J e s s e n i n,
in „Lebe wohl, mein Freund“ – vor seinem Selbstmord)

Letzter Schmetterling
Im…

von Mara Krovecs

du rührst deine stimmen
ins häusermeer
bettest den sterbenden sommer
unter nebelgesichtern

seine haut unter deinen füßen
mit blühenden rosen
und du atmest funkelnde dahlien
flammende sonnenblumen aus…

von Ralf Risse

Heraufgerannt um dreinzuschauen . . .
Gesetzt des Nebels Lungen
im Stillstand seinen Atem wahr'n -
vom Herbst ja längst durchdrungen.

Kopfüber zur Vergessenheit,
geschult im Auf und Nieder.
Von oben legt…

von Angélique Duvier

Kalt und regennass,
kommt er eiligen Schrittes,
bringt uns den Winter näher.
Der Oktoberwind.

von Volker Harmgardt

H e r b s t z a u b e r g r ü ß e,
wie fern ich von dir lebe -
gleich dem gefall`nen Blatt.

von Sigrid Hartmann

Schweben, fliegen
Losgelöst und frei
Vom Winde getragen
Ach wär's doch nie vorbei

Ein Lufthauch hebt mich
Erneut empor
Ein Stückchen höher
Als zuvor

Hoch über allem
Treib ich dahin

von J.W. Waldeck

Wortklauber
wie Herbstlaubsauger
raschelnde Hundehaufen
paar Ausrutscher
und paar Abwischer

der braune Ozean schweigt
was immer einst Kronen trugen
sie wehten mit dem Wind:
vom Lichte genommen…

von Angélique Duvier

Bäume verlieren ihre Blätter,
fallen leicht mir in die Hand,
wirbeln durch des Herbstes Wetter,
völlig außer Rand und Band.

Fliegen, als hätten sie Flügel,
rauben dem Baum sein schönstes Kleid,
betrachten sich…

von Annelie Kelch

Mein schwermütiger Bruder mit den Nebelaugen
streift hastig durch den goldenen Oktober
Die letzte Mahd träumt einen letzten Traum im Schober
Das Laub der Bäume friert und hält den Atem an
Und dennoch fallen ein paar welke…

von Annelie Kelch

Falls im September wieder mal verschwitzt:
Grünflächen JETZT entfilzen, lüften und besanden.
DIE Überholung ist „ein Muss“, sonst wird zum Witz
das grüne Rasenstück und strapazierte gehn zuschanden.

Harkt auch das Laub…

von Michael Dahm

Die Spinne webt Altweiberhaar
und will die Sonne fangen,
im Abendlichte wunderbar,
als Tag schon fast gegangen.

In rotem Lichte Wolken glühn,
am klaren Himmelsbogen,
und Gänse, die ins Warme fliehn,
sind…

von Michael Dahm

Nebel schwelgt im Garten grau,
versteckt die bunten Blätter,
darunter schläft der Igel schlau,
enthoben aller Wetter.

Felder kahl im Abenddunst,
sind nur zu erahnen,
Herbst zeigt seine triste Kunst
und…

von Annelie Kelch

Novemberblues:
die Stadt versinkt im dichten Nebel,
am Boden kniet die Luft und sehnt sich
nach ein bisschen Sonne.
Das Herbstlaub modert in der Regentonne,
indes diverse Schwaden um die Türme wabern.

Selbst…

von Angélique Duvier

Ist der Himmel grau,
trägst du das Licht im Herzen
und in der Seele.

von Monika Laakes

Herbst,
deine Farben
entspringen dem Verglühen
der sommerlichen, scheidenden Hitze.
Wohlfühlzeit.

Septemberflair
umweht Baumwipfel,
zeigt in Richtung
leuchtender, flammender, farbiger Pracht.…

von Annelie Kelch

Erster Herbststurm ...
Mein Schirm fliegt gen Himmel
Frühmond kichert – albern

von August Suedwind

Ich schau hinaus, ein leichtes Schweben
im sanften Nebeldunst beginnt.
Das gold'ne Blatt sinkt wie mein Leben
so leise, wie die Zeit verrinnt.

Wer ist's, der diesen Blätterreigen
weist ihren taumelnd' Weg im Wind?…

von Michael Dahm

Buntes Land – auf Blätterwegen,
wag ich' s kaum den Fuß zu legen,
will doch kurz nur hier verweilen,
fange Dich mit meinen Zeilen.

Grün und gelb und rot und grau,
Herbsttheaters grosse Schau,
bietet mit…

von Angélique Duvier

Leuchtende Blumen,
Herbstastern und Dahlien
schmücken die Herbstzeit.

Seiten

Schon Rilke, Goethe oder Heine haben Gedichte über den Herbst geschrieben

Der Herbst gehört als eine der vier Jahreszeiten seit jeher zum festen Themenrepertoire jedes Dichters. Eines der beliebtesten Herbstgedichte ist wohl der "Herbsttag" von Rainer Maria Rilke. Frühling, Sommer, Herbst und Winter symbolisieren in der Literatur und Malerei den ewigen Kreislauf der Natur, wobei der Herbst nach dem Wachsen und Reifen als Symbol für die Vergänglichkeit steht. Gleichzeitig ist er aber auch - eben als Teil des natürlichen Kreislaufs - ein notwendiger Schritt zur Erneuerung.

Herbstgedichte können Symbol, aber auch das Einfangen des Moments selbst sein

In Herbstgedichten muss nicht notwendigerweise symbolisch vom Kreislauf des Lebens, der Vergänglichkeit des menschlichen Seins gesprochen werden. Oftmals fangen Gedichte über den Herbst auch einfach nur einen Moment in der tatsächlichen Jahreszeit ein. Kastanien, die von den Bäumen fallen oder auch Blätter, die ihre Farbe in dieser Jahreszeit ändern und im Herbstwind tanzen. Der Herbst hält viele Gestaltungsmöglichkeiten für die Arbeit mit Worten bereit und kann dabei inhaltlich durchaus auch freudig empfangen werden. Thematisch muss es in Herbstgedichten demnach nicht zwingend um die Vergänglichkeit gehen.

Gedichtformen sind für Herbstgedichte nicht vorgegeben

Hier finden Sie Herbstgedichte, die in allen erdenklichen Gedichtformen verfasst wurden. Neben den klassischen Dichtungen oder modernen Herbstgedichten finden Sie hier auch zahlreiche Haiku, die Themen des Herbstes aufgreifen und in gerade einmal 17 Silben verarbeiten. Es kann bei Herbstgedichten aber auch ganz ohne Reim gehen, wie das zum Beispiel in den Prosagedichten immer der Fall ist. Egal, welche Gedichtform bevorzugt wird- die Herbstgedichte auf LiteratPro halten für den Interessierten in jedem Fall etwas bereit!