Herbstgedichte ✓ Herbst, die schönsten Gedichte

Bild zeigt Blätter im Herbst

Der Herbst gehört als eine der vier Jahreszeiten seit jeher zum festen Themenrepertoire jedes Dichters. Eines der beliebtesten Herbstgedichte ist wohl der "Herbsttag" von Rainer Maria Rilke. Frühling, Sommer, Herbst und Winter symbolisieren in der Literatur und Malerei den ewigen Kreislauf der Natur, wobei der Herbst nach dem Wachsen und Reifen als Symbol für die Vergänglichkeit steht.

Gleichzeitig ist er aber auch - eben als Teil des natürlichen Kreislaufs - ein notwendiger Schritt zur Erneuerung. Hier finden Sie moderne und klassische Herbstgedichte zum Thema.

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die schönsten Herbstgedichte
von Rainer Maria Rilke
von Volker Harmgardt
von Volker Harmgardt
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von Rainer Maria Rilke

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie…

Rezitation:
Rezitation: Angélique Duvier, Klavier und Komposition: Vladyslav Sendecki
von Volker Harmgardt

Ich sehe dir zu,
wie meine Blätter fallen,
vom Wind getrieben.

Ich höre dir zu,
verstehe dich nicht,
du ungehobelter Sturm.

Ich öffne mein Herz,
um die Farben
zu sammeln.

Ich laufe
in…

von Angélique Duvier

Ein Sturm peitscht am Morgen,
fegt über Flur und Feld,
macht euch keine Sorgen,
es ist ein Wunder der Welt.

Und wenn der Sturm die Blätter wehte
und jedes einzelne verdrehte,
dann ist der Herbst sein neuer…

von Volker Harmgardt

Prisma der Liebe -
Himmelblau mit Wahrheit,
Lichtblicke in gelb-rot.
Eingehüllt in mich stehen
wir im Sonnenuntergang.

von Charlotte von Ahlefeld

Es jagen die Stürme
Am herbstlichen Himmel
Die fliehenden Wolken;
Es wehen die Blätter
Des Haines hernieder,
Es hüllt sich in Nebel
Das ferne Gebirg. -

O jaget, Ihr Wolken,
In stürmender Eile.…

von Sigrid Hartmann

Ade du schöne Sommerzeit,
mit Nebel, feucht und kalt,
macht langsam sich der Herbst bereit,
färbt bunt uns unseren Wald.

Noch trägt der froh sein grünes Laub,
doch sieht man sie schon sitzen,
die Maler, die…

von Annelie Kelch

Über schlafende Wälder
reift der rostrote Herbst.
Mit Nebelschwaden ziehen
die Reste des Sommers über den Fluss.
Das Wasser trauert wie ein blinder Spiegel
und auf den Straßen stockt das Blut
der fallenden…

von Johanna Ambrosius

Da geht sie hin, verspottet und verlacht,
Die noch am Krankenbett die Nacht durchwacht,
Und jeder höhnt, der flüchtig ihr begegnet:
Der ist ihr Glücksfeld auch einmal verregnet!

Einst warst Du jung, ein schlankes Vögelein…

von Monika Laakes

Bin entzückt und auch entrückt,
seh dies Rot, ein blendend Rot.
Hier hat Herr Herbst sich ausgetobt,
hat mit der Schönheit sich verlobt.

Er blendet mich mit tiefer Sonne,
da bleib ich steh'n, fang Strahlen auf.…

von marie mehrfeld

Riech es, fühl es,
das schräg fallende Licht des
zehnten Mondes

in der geflüsterten
Stille der frühen Abendzeit,
Fuß vor Fuß,

atme das samtene
Gold des späten Herbstes
jauchzend ein

und…

von Annelie Kelch

Tauben – im Nebel
unbegrenzter Redezeit ...
besprechen den Herbst:
Am gegenüberliegenden
Ufer – nichts Neues ...
Auch dieser Morgen – ohne Wiederkehr
Der Schiffsverkehr hat das graue Winterkleid
im…

von Angélique Duvier

Goldener Blätterreigen
tanzt im wirbelnden Tanz.
Sanfte Windspielgeigen
locken mit buntem Glanz.
Kastanien prasseln herab,
schlagen dabei den Takt.
Bäume werfen schon Blätter ab,
die Zweige wiegen sich…

von Annelie Kelch

Ein wenig Regen einfangen
bevor er auf die Erde niederfällt
und hin und wieder einen Liter „Volvic“ kaufen
gegen die Dürre in der „Dritten Welt"
Nachlässiger als sonst die Felder stoppeln
bevor die schwarzen Vögel…

von Michael Dahm

Schau, das Blatt im Tanze stirbt,
wenn stürmisch es der Wind umwirbt,
bunt schenkt es ein Lächeln her
und dann wird's im Baum so leer.

Sieh, es treibt ein lächelnd Heer,
so bunt, so froh und gar nicht schwer,…

von Annelie Kelch

Grünes Gras,
darüber gelber Septemberwind streicht

Sonne,
sticht neben mir in See,
setzt ihre goldenen Segel

Meine Seele –
stumm wie ein Fisch ...
Mit jedem Atemzug werde ich müder

Ich schlafe…

von Monika Laakes

Wenn's Strahlen endet
im aufpeitschenden Herbststurm.
Sonnenblumentod.

Sehnsucht nach Sonne.
Wer malt den Himmel steingrau?
Launenhafter Herbst.

Sie senken ihr Haupt,
berühren nassen Boden.
Blumen…

von Angélique Duvier

Bald lässt der Herbst die Blätter fliegen,
durch Baumes Zweige fegt der Wind,
am Boden bleiben sie nicht liegen,
es tollt darin so manches Kind.

Dann schauen sie mit großen Augen
des Herbstes Spiele unverwandt.…

von Annelie Kelch

Kostbare Stunden raubt uns der Herbst –
aber noch immer tragen wir
das Grün der Sommerwiesen
in unseren Herzen.

Es welkt, wenn kein Vogel mehr singt
und das Lied der Wälder verstummt.

Unsere Wangen sind…

von Monika Laakes

Durchs Blättermeer wühlt sich
der Wind und trägt hinfort
die satte Sommermelodie.

Und all die frohen Schritte,
getragen von der Herzlichkeit
der warmen lichten Tage,
werden schwer in dieser Zeit.

Dies…

von Annelie Kelch

Sonne haucht letzte Glut; ihr Atem rasselt.
Meinen Gefühlen geht langsam die Kraft aus ...
Die Gedanken schweifen zu oft in ferne Sommer
der Kindheit: Das aufgeschlagene Knie
nach dem Sprung vom Dach des Holzschuppens,…

von Monika Laakes

Einmal noch
mit sonnesaugendem Gemüt
die Melancholie verjagen.

Einmal noch
über's rote Gold
des Waldwegs flanieren.

Einmal noch
das Lichterspiel
ins Inn're projizieren.

Einmal noch
im…

von Michael Dahm

Der Himmel weint
warum auch immer
ein Rabe greint
kein lauer Schimmer.

Die Straße glänzt
die Tropfen prallen
die Sonne schwänzt
die Tränen fallen.

Der Wind er weht
wohin auch immer
der…

von Annelie Kelch

Umworben vom Herbstwind
die steinernen Engel
bewachen Gräber
flüstern Gebete
im „Garten der Frauen" ...

Nebel über Ohlsdorf …
staut sich in Schluchten
zwischen Hügel und Hügel
wispert gefallenes…

von marie mehrfeld

Unterwegs im Regen,
einzelne schwere Tropfen
lassen sich hörbar

in die Dämmerung
des Herbstwaldes fallen,
auf federndem Grund

setze ich gemächlich
einen Fuß vor den anderen,
ein knorriger Ast…

von Angélique Duvier

Der Morgen hat Nebel gebracht,
er kam geschwind über Nacht,
hat seinen grauen Schleier gewebt
und ihn still über die Stadt gelegt.

Alles schien wie zugedeckt,
als uns der Hahnenschrei geweckt.
Der Kirchturm…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Der Herbst schaut mit
seinen blassen Augen - tief -
bis auf den Grund
des Seelensees,
oh lasse mich den
Frühling glauben,
verschone mich
mit Frost und Schnee,

Du Blendwerk für des
Dichters…

von Michael Dahm

Der Herbst schaut durch den Tag,
verzaubert Feld und Blätter,
mit feinem grauen Schlag
verändert er die Wetter.

Er streift durch Strauch und Bäume
und küsst den Sommer fort,
denn seine bunten Säume…

von J.W. Waldeck

schrumplige Kompostherzen
in spießiger Kühle
frösteln im Herbstrost
blasser und blasser verstrahlt

lächelnde Bürostühle
schön warm und festgesessen
kein innig Licht bewahrt
als äußerem Scheine nachlaufen…

von Annelie Kelch

„... Sterben ist in diesem Sein nichts Neues,
Doch zu leben, wahrlich, auch nicht neu.“
(Sergej Aleksandrowitsch J e s s e n i n,
in „Lebe wohl, mein Freund“ – vor seinem Selbstmord)

Letzter Schmetterling
Im…

von Annelie Kelch

Kirchturm im Nebel …
Die Stille wandert
durch den Dunst
bleiwunder Straßen.

Wäre ich allein …
Wäre ich allein auf dieser Welt:
Gott wäre mir nah
wie niemals zuvor ...

Er ginge neben mir her –…

von Mara Krovecs

du rührst deine stimmen
ins häusermeer
bettest den sterbenden sommer
unter nebelgesichtern

seine haut unter deinen füßen
mit blühenden rosen
und du atmest funkelnde dahlien
flammende sonnenblumen aus…

von Angélique Duvier

Wenn goldene,
braunrote
Blätter lautlos
von den Bäumen
in die gewebte Stille
fallen
und
der Wind mit ihnen
zu tanzen
beginnt.

Wenn die Natur
um mich herum, in
ihrer bunten…

von Angélique Duvier

Kalt und regennass,
kommt er eiligen Schrittes,
bringt uns den Winter näher.
Der Oktoberwind.

von Monika Laakes

Noch bezaubert mich das Grün der Bäume
und ich atme tief in sie hinein.
Sehe in mir bunte Sommerträume,
die berauschen mich wie milder Wein.

Und die Fähigkeit des Waldes
heuer noch so frisch zu sein,
trotz des…

von marie mehrfeld

Schau die fünffingrigen Blätter schon gelbbraun müde abgenabelt trudeln
gefasst zu Boden wollen zu Erde werden lass uns stehen bleiben unter dem
alten Baum der schon stand als wir jung waren die verliebten eingeschnitzten
Herzen…

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Schon Rilke, Goethe oder Heine haben Gedichte über den Herbst geschrieben

Der Herbst gehört als eine der vier Jahreszeiten seit jeher zum festen Themenrepertoire jedes Dichters. Eines der beliebtesten Herbstgedichte ist wohl der "Herbsttag" von Rainer Maria Rilke. Frühling, Sommer, Herbst und Winter symbolisieren in der Literatur und Malerei den ewigen Kreislauf der Natur, wobei der Herbst nach dem Wachsen und Reifen als Symbol für die Vergänglichkeit steht. Gleichzeitig ist er aber auch - eben als Teil des natürlichen Kreislaufs - ein notwendiger Schritt zur Erneuerung.

Herbstgedichte können Symbol, aber auch das Einfangen des Moments selbst sein

In Herbstgedichten muss nicht notwendigerweise symbolisch vom Kreislauf des Lebens, der Vergänglichkeit des menschlichen Seins gesprochen werden. Oftmals fangen Gedichte über den Herbst auch einfach nur einen Moment in der tatsächlichen Jahreszeit ein. Kastanien, die von den Bäumen fallen oder auch Blätter, die ihre Farbe in dieser Jahreszeit ändern und im Herbstwind tanzen. Der Herbst hält viele Gestaltungsmöglichkeiten für die Arbeit mit Worten bereit und kann dabei inhaltlich durchaus auch freudig empfangen werden. Thematisch muss es in Herbstgedichten demnach nicht zwingend um die Vergänglichkeit gehen.

Gedichtformen sind für Herbstgedichte nicht vorgegeben

Hier finden Sie Herbstgedichte, die in allen erdenklichen Gedichtformen verfasst wurden. Neben den klassischen Dichtungen oder modernen Herbstgedichten finden Sie hier auch zahlreiche Haiku, die Themen des Herbstes aufgreifen und in gerade einmal 17 Silben verarbeiten. Es kann bei Herbstgedichten aber auch ganz ohne Reim gehen, wie das zum Beispiel in den Prosagedichten immer der Fall ist. Egal, welche Gedichtform bevorzugt wird- die Herbstgedichte auf LiteratPro halten für den Interessierten in jedem Fall etwas bereit!