Herbstgedichte ✓ Herbst, die schönsten Gedichte

Bild zeigt Blätter im Herbst

Der Herbst gehört als eine der vier Jahreszeiten seit jeher zum festen Themenrepertoire jedes Dichters. Eines der beliebtesten Herbstgedichte ist wohl der "Herbsttag" von Rainer Maria Rilke. Frühling, Sommer, Herbst und Winter symbolisieren in der Literatur und Malerei den ewigen Kreislauf der Natur, wobei der Herbst nach dem Wachsen und Reifen als Symbol für die Vergänglichkeit steht.

Gleichzeitig ist er aber auch - eben als Teil des natürlichen Kreislaufs - ein notwendiger Schritt zur Erneuerung. Hier finden Sie moderne und klassische Herbstgedichte zum Thema.

empfohlene Herbstgedichte
von Rainer Maria Rilke
von Heinrich Heine
von Charlotte von Ahlefeld
neue Herbstgedichte
von Michael Dahm
von Angelika Wessbecher
von Thomas Brod
die schönsten Herbstgedichte
von Rainer Maria Rilke
von Volker Harmgardt
von marie mehrfeld
von Rainer Maria Rilke
Bibliothek

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie…

Rezitation:
Rezitation: Angélique Duvier, Klavier und Komposition: Vladyslav Sendecki
von Volker Harmgardt
Mitglied

Ich sehe dir zu,
wie meine Blätter fallen,
vom Wind getrieben.

Ich höre dir zu,
verstehe dich nicht,
du ungehobelter Sturm.

Ich öffne mein Herz,
um die Farben
zu sammeln.

Ich laufe
in…

von marie mehrfeld
Mitglied

heute meine ich, endlich die geworden zu sein, als die ich gedacht bin,
doch morgen schon, wie ich weiß, kommen die Zweifel zu mir zurück,

ich beginne erneut davon zu träumen, mich unbedingt ändern zu wollen,
nie schließt sich…

von Annelie Kelch
Mitglied

Im nahen Park ist das Lächeln
Des Sommers erloschen ...
Auf kalten Füßen verharrn im
Gekränkten Schweigen die Bäume
Sturm hat die sanften Wellen verdroschen
Nebelgeschwader, fischbäuchig, fallen
In tote Gärten…

von marie mehrfeld
Mitglied

erstarrt gefächertes
Nadelholz, Zwischenlicht,
mondlos vereinsamt,

Vergänglichkeitsraum
modernder Lustgefühle,
Erdschmerzgewimmer,

wissendes Wabern,
Boden verhafteter Nebel,
gestrig gefächert,…

von Annelie Kelch
Mitglied

Abgefallen von der Stunde des Pan
Will der Sturm die Mondsegel küssen
Hab acht, kleine Kornmühle im Tal
Bruder Herbst trägt ein Kainsmal:
Die Windsbraut naht auf Freiersfüßen

Herbstsichel hat den Sommer gemäht…

von marie mehrfeld
Mitglied

der herbst beginnt
in den ohren
wenn der sturm
mit dem fallen des laubs
drohend raschelnd
letztes leuchten
aus dem unterholz bläst
und nichts mehr bleibt
außer dem warten darauf
dass es…

von marie mehrfeld
Mitglied

in mondbleicher Nacht
tanzen Wehmutsgefühle
mit rostigem Wimmern

müden Kobolden gleich
über den matten Spiegeln
vernebelter Wasser

Novembergavotte,
ist meine flüsternde Seele
auf der Suche…

von marie mehrfeld
Mitglied

Du meisterhaftes Ahornblatt, die Farben wundersam, so satt,
ich hab mich auf dem Weg gebückt und hob Dich auf - und war beglückt,

nun halt ich Dich behutsam fest, in einem Buch wirst Du gepresst,
so hast Du Jahre noch, für…

von marie mehrfeld
Mitglied

Letztes Leuchten über’m Land,
blassblau sich der Himmel spannt,
spielt mit abendfarbnem Licht,
nur den Mond, ihn seh’ ich nicht,
Stille hallt jetzt über Wäldern,
schwarze Krähen in den Feldern,

Büsche ächzen…

von Anouk Ferez
Mitglied

Das frühe Licht trinkt blasses Gold,
hüllt schamhaft sich in Wolkenschleier.
Durch Milchglasnebel ahnt man Grün,
ein blasser Mond harrt überm Weiher.

Und Eos legt gelinde, flüchtig
ein blasses Ascherosa auf.

von Anouk Ferez
Mitglied

Sieh, der hohe Dom schwenkt rosa Streifen,
die fädeln sich durch fahles Trübsinnnass
– wie Engelsarme, die uns sacht ergreifen.
Der Halbmond glitzert kühl: Ein Reif aus Strass.

Und ich, Freund Herbst, durchschwebe…

von Annelie Kelch
Mitglied

Falls du den Herbst suchst, mein Lieb
Wirst du ihn finden …
Im Schweigen der Blätter
In ihrem Tanz: die letzten Gebärden
Ein Akt der Schönheit:
Weihrauch vom Wind bei freiem Geleit
Bevor er sie in die Gosse…

von Annelie Kelch
Mitglied

Schon reicht der Herbst uns die raue Wange zum Kuss
Scheuen Mädchen gleich, zittern die Häupter der Bäume
Wind durchpflügt Wälder, Ruinen, offene Räume ...
Mein Lieb schreckt auf, wenn ich vom Ende träume
Weil ich in…

von Annelie Kelch
Mitglied

Über schmucklose Felder zieht das Gespenst der Trauer,
Kalt streift der späte Sonnenstrahl die Sommerruinen.
Dein Wort befruchtet mein Herz: Es blüht und reift ...
Derweil der letzte Mohn welkt zwischen Seelenschienen.

von marie mehrfeld
Mitglied

Der Herbst des Lebens
wird Winter bald.
Nichts war vergebens.
Doch mir wird kalt.

von Sigrid Hartmann
Mitglied

Ade du schöne Sommerzeit,
mit Nebel, feucht und kalt,
macht langsam sich der Herbst bereit,
färbt bunt uns unseren Wald.

Noch trägt der froh sein grünes Laub,
doch sieht man sie schon sitzen,
die Maler, die…

von Annelie Kelch
Mitglied

Das Schiff des Herbstes
Dockt im heimatlosen Hafen an
In meinem leisen Zimmer
Schwankt das blasse Licht
Von Deck floh, was zur Crew
gehört, in den ,Klabautermann'
Wer löscht die Fracht bei Sturm
Und wer…

von Uwe Röder
Mitglied

Der Sturm liebt dicke
Wolkenfrauen,
sie ziehen über
Wald und Auen,
heben ihre Gläser,
gefüllt mit Nieselregen.

Eine Feier wird
gemacht,
und mit Behagen
Hochzeitsnacht,
auch Gott gibt…

von marie mehrfeld
Mitglied

vom Gegenwind gegen die Wand gedrückt
breitbeinig zwischen den Waggons stehend
und mit geschlossenen Augen beim rastlosen

Pfeifen der Lokomotive dem Rattern der Zeit
lauschen, und unter mir fliehen die Schienen

von marie mehrfeld
Mitglied

Riech es, fühl es,
das schräg fallende Licht des
zehnten Mondes

in der geflüsterten
Stille der frühen Abendzeit,
Fuß vor Fuß,

atme das samtene
Gold des späten Herbstes
jauchzend ein

und…

von Monika Laakes
Mitglied

Bin entzückt und auch entrückt,
seh dies Rot, ein blendend Rot.
Hier hat Herr Herbst sich ausgetobt,
hat mit der Schönheit sich verlobt.

Er blendet mich mit tiefer Sonne,
da bleib ich steh'n, fang Strahlen auf.…

von Annelie Kelch
Mitglied

In der hohlen Hand des Tages dämmert das Büchsenlicht ...
Früh hungert es aus und am Morgen erhebt es sich spät
Längst noch nicht müd bin ich, wenn seine Flamme verweht
Aber schläfrig noch, blickt durch mein Fenster das…

von Uwe Röder
Mitglied

Vom zeitig Dunkel werden
und von bunten Blättern
redet das Gedicht.

In Blättern schlurfen macht
nicht hell mein Herz
und mein Gesicht?

"Ach, wir gehören alle dir",
so raunen mir
die Blätter zu,…

von Susanna Ka
Mitglied

Kraftvolle Herbstgedichte habe ich gelesen,
von Erdenschmerz und Sturmgewalt,
von Kummer, der nie mehr genesen,
von dunklen Nächten, bitterkalt.

Mein Herbst ist viel kleiner,
kaum der Rede wert.
Da raschelt…

von Ingeborg Henrichs
Mitglied

Oktober Magie
Blätter Zauber trifft Erde
Kunst der Verwandlung

von Monika Laakes
Mitglied

He du, was willst du mir
damit sagen? Willst du mich
necken oder gar plagen?
Voll Übermut feuerst du
deine Nüsse, deine späten
herbstlichen Küsse. Dein
Kleid wird stetig lichter,
mein Freund, dein…

von Angelika Wessbecher
Mitglied

Wenn
die Zeit
dein Feind ist,
hast du verloren. Grieselgrauer
Tag.

von Uwe Röder
Mitglied

Noch bin ich solch ein Blatt,
das abgerissen schon
vom Baum, nichts weiß,
als taumelnd tanzen.

Denkt, es würde weithin
selber fliegen übers Land,
bis es, wie jedes Blatt,
am Boden angeheftet wird.

von Soléa P.
Mitglied

Schwindend
Die Kraft
Mit aller Macht
Klammert sich ans Leben
Vergebens

von Michael Dahm
Mitglied

Herbst webt kalte Tücher
und zählt die letzten Blätter
der Mensch liest wieder Bücher
und pfeift aufs feuchte Wetter

Durchs Fenster schauen Bäume
starr aus grauem Dunst
träumen Jahrhundertträume
und von…

von Uwe Röder
Mitglied

Nur Wehmut wächst
in dieser Jahreszeit?
Der Nebel träumt
uns Schönes zu!

Die Blätter leuchten rot,
sie duften herb und süß.
Der Wind krault Blätter
von den Zweigen.

Weil er Bäume liebt,

von Monika Jarju
Mitglied

Nebel liegt auf dem Brot schmierig & grau
der Tag nieselt blind, November plempert
in meinen Kaffee, es zieht mich hinaus
und ich mache mich sogleich auf

Hallo Madame, ruft der Gemüsehändler
er stellt Kisten…

von Ingeborg Henrichs
Mitglied

November Schleier
Hüter des Verborgenen
Bereiten den Weg

von Volker Harmgardt
Mitglied

Prisma der Liebe -
Himmelblau mit Wahrheit,
Lichtblicke in gelb-rot.
Eingehüllt in mich stehen
wir im Sonnenuntergang.

von Uwe Röder
Mitglied

Wie strahlte mir
der Frühling
meines Lebens,
wie ein Vogel flog
mein Herz,
und über Feldern
jubilierten hell
die Lerchen.

Wie alles schwindet
und vergeht.
Die Vögel sammeln sich

von Annelie Kelch
Mitglied

Über schlafende Wälder
reift der rostrote Herbst.
Mit Nebelschwaden ziehen
die Reste des Sommers über den Fluss.
Das Wasser trauert wie ein blinder Spiegel
und auf den Straßen stockt das Blut
der fallenden…

von Uwe Röder
Mitglied

Die Sonne geht
nun schon gebückt.
Sie lächelt still,
wenn es ihr glückt,
noch einen kleinen
Weg zu laufen.

Der Sturm mit
seiner starken Hand,
führt Wolken her
am Halseband,
will ihnen…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
Mitglied

Purpur Mond – Lilafarbe im Gesicht,
dunkelblau, ummantelt samtige Kühle,
blase Gestirne – leuchtend schwach,
angeknipster allabendlicher Herbsthorizont
zu fortgeschrittenen, vorwinterlichen Stunden.

Lauschige…

von Angélique Duvier
Mitglied

Bald lässt der Herbst die Blätter fliegen,
durch Baumes Zweige fegt der Wind,
am Boden bleiben sie nicht liegen,
es tollt darin so manches Kind.

Dann schauen sie mit großen Augen
des Herbstes Spiele unverwandt.…

von Annelie Kelch
Mitglied

„... Sterben ist in diesem Sein nichts Neues,
Doch zu leben, wahrlich, auch nicht neu.“
(Sergej Aleksandrowitsch J e s s e n i n,
in „Lebe wohl, mein Freund“ – vor seinem Selbstmord)

Letzter Schmetterling
Im…

von Ingeborg Henrichs
Mitglied

Der Herbst ist angekommen
Prachtvoll in Vollendung leis`
Es bleibt dir unbenommen
Zu staunen dankend weis`

Doch eines hör` im Herzen
Die Wandel der Natur
Sind auf Zeit dir ausgeliehen
Im Ewigen ruht…

von Annelie Kelch
Mitglied

Grünes Gras,
darüber gelber Septemberwind streicht

Sonne,
sticht neben mir in See,
setzt ihre goldenen Segel

Meine Seele –
stumm wie ein Fisch ...
Mit jedem Atemzug werde ich müder

Ich schlafe…

von Monika Laakes
Mitglied

Wenn's Strahlen endet
im aufpeitschenden Herbststurm.
Sonnenblumentod.

Sehnsucht nach Sonne.
Wer malt den Himmel steingrau?
Launenhafter Herbst.

Sie senken ihr Haupt,
berühren nassen Boden.
Blumen…

von Ingeborg Henrichs
Mitglied

Herbstzeitmelodie
Klang Farben Spiel im Wandel
Noten der Schönheit

von Axel C. Englert
Mitglied, Moderator

Sind Sie denn noch ganz gescheit?!
VERFOLGEN MICH?! Als JAHRESZEIT?!
Jawoll – ICH habe es kapiert:
SIE haben WIEDER spioniert!

Mich „unauffällig“ observiert –
Ha! Haben SIE sich stark blamiert!
ICH kenne…

von Soléa P.
Mitglied

Der Baum ohne Blatt
Licht kriecht hin, wo's dunkel war
Nudisten unter sich.

von Uwe Röder
Mitglied

Die letzten Rosen
stehen wie gelähmt,
noch sind sie
schön.

Zeit dreht sich nicht
nach ihnen um,
bekümmert hängen
ihre Köpfe.

Ihre Farben fahl,
die kalten Nächte
lähmten ihre

von Annelie Kelch
Mitglied

Herbst –
Heimlich wächst er in die Zeit des
Ins Vergessen fliehenden Sommers:
Gestrichene Stunden, verkürztes Leben ...

Das kälter gewordene, trübere Licht
Weckt den Gott des Verfalls und am
Abend raffe ich…

von Michael Dahm
Mitglied

Schau, das Blatt im Tanze stirbt,
wenn stürmisch es der Wind umwirbt,
bunt schenkt es ein Lächeln her
und dann wird's im Baum so leer.

Sieh, es treibt ein lächelnd Heer,
so bunt, so froh und gar nicht schwer,…

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Schon Rilke, Goethe oder Heine haben Gedichte über den Herbst geschrieben

Der Herbst gehört als eine der vier Jahreszeiten seit jeher zum festen Themenrepertoire jedes Dichters. Eines der beliebtesten Herbstgedichte ist wohl der "Herbsttag" von Rainer Maria Rilke. Frühling, Sommer, Herbst und Winter symbolisieren in der Literatur und Malerei den ewigen Kreislauf der Natur, wobei der Herbst nach dem Wachsen und Reifen als Symbol für die Vergänglichkeit steht. Gleichzeitig ist er aber auch - eben als Teil des natürlichen Kreislaufs - ein notwendiger Schritt zur Erneuerung.

Herbstgedichte können Symbol, aber auch das Einfangen des Moments selbst sein

In Herbstgedichten muss nicht notwendigerweise symbolisch vom Kreislauf des Lebens, der Vergänglichkeit des menschlichen Seins gesprochen werden. Oftmals fangen Gedichte über den Herbst auch einfach nur einen Moment in der tatsächlichen Jahreszeit ein. Kastanien, die von den Bäumen fallen oder auch Blätter, die ihre Farbe in dieser Jahreszeit ändern und im Herbstwind tanzen. Der Herbst hält viele Gestaltungsmöglichkeiten für die Arbeit mit Worten bereit und kann dabei inhaltlich durchaus auch freudig empfangen werden. Thematisch muss es in Herbstgedichten demnach nicht zwingend um die Vergänglichkeit gehen.

Gedichtformen sind für Herbstgedichte nicht vorgegeben

Hier finden Sie Herbstgedichte, die in allen erdenklichen Gedichtformen verfasst wurden. Neben den klassischen Dichtungen oder modernen Herbstgedichten finden Sie hier auch zahlreiche Haiku, die Themen des Herbstes aufgreifen und in gerade einmal 17 Silben verarbeiten. Es kann bei Herbstgedichten aber auch ganz ohne Reim gehen, wie das zum Beispiel in den Prosagedichten immer der Fall ist. Egal, welche Gedichtform bevorzugt wird- die Herbstgedichte auf LiteratPro halten für den Interessierten in jedem Fall etwas bereit!