Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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neue Wintergedichte
von Angélique Duvier
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die schönsten Wintergedichte
von Volker Harmgardt
von Angélique Duvier
von Volker Harmgardt
Mitglied

Am schwarzen Feldrand,
gehalten von nebligen Armen -
Der einsame Baum.

von Annelie Kelch
Mitglied

Der Fluss versinkt im Teer der Nacht,
Das alte Mondhorn wirft ein Schlafkleid
Übers längst verstummte Wiesenfeuer.
Wo ist mein lustigfreches Katzenvolk geblieben?
Es folgte wohl den Mäuslein in die Scheuer.
Der alte…

von Monika Laakes
Mitglied

Wintersonne schmeichelt mit hellem Licht,
lockt ins Freie, ich fühl Zuversicht.
Auf der Höhe des Tages macht sie mir Mut,
übertüncht weltweites Grauen - und für
einen kurzen Moment - die Seele ruht
in sich voller…

von Angélique Duvier
Mitglied

Schnee rieselt sanft in den Morgen,
nur zögernd lugt die Sonne hervor,
ein dicker Schal hält mein Gesicht verborgen,
weil heute Schnee zu Eis gefror.

Die Luft ist klirrend, doch gesund.
Tauben ziehen müde ihre…

von Yvonne Zoll
Mitglied

Oh! Staune, wie Dein kristallin äderndes
Flüstern – im Angesicht verschleierte
Gabe – wirkt wie warmwertweitendes
Umarmen: nie ungerührt unberührt

Unbeschreibbar schreibend wie laukalt
In Asche unverkohlende Schrift…

von Annelie Kelch
Mitglied

O stiller Wald, o leerer weißer Garten …
Unter verdorrter Laubflut warten:
Igel, Assel, Käfer und Wurm.
Es krümmen sich die schwarzen
Finger der Bäume im Wintersturm.

Räuber im Flug – hab acht, leichte Beute!

von Monika Laakes
Mitglied

Landschaft, fein gepudert mit Schnee.
Kälte tut den Fingerspitzen weh.
Da ist er nun, der minus-zählende Wintertag.
Und Sonne, hurra, die Sonne schiebt
Gedanken fort, die in grauer Diesigkeit
in steter Brut gewachsen…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
Mitglied

Diese kühle Sonne, die die blassblaue Frische
des klaren Himmels in ihren Strahlen einfing,
sich golden über den Rand der Wüste legte.

Dattelpalmen, abwechselnd mit Ficusbäumen
öffneten ihr Grün und sogen die glänzend…

von Monika Jarju
Mitglied

Auf der Bank am See kauern Wolken
Licht durchblättert den Weg
im Gebüsch dunkeln Bäume
Möwen wetzen Flügelscheren
am ausgedachten Himmel
aus nicht erkennbaren Farben
ein gelassenes Blau und Gleißen
das…

von Annelie Kelch
Mitglied

Der Winter tobt sich aus und weißt den kalten Norden.
Vorm Haus hier, vor dem Hause welkt ein Batzen Schnee.
Ohne paar Fingerstulpen draußen tun die Hände weh.
Und nicht mal Lina, unsere gute Alte –
spürt warmes…

von Annelie Kelch
Mitglied

O Sturm, der sich durchs dicke Blut des Winters wühlt,
An hellen Fenstern rüttelt, die des Nachts nicht schlafen,
Der dunkle Wasser und Matrosen an die fremden Küsten spült,
Während die Finsternis ans Herz der Möwen greift im…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
Mitglied

Eine Wimper fällt vom Windaufschlag
Durch rubinroten Dezember Traum,

Ein flüsterndes Prisma: Orange, Rot
Und Himmelblau, reflektiert

Von Wangen schlafender Wiesen,
Schleiergetrübt durch Nebelgrau.

Es pochen…

von Mara Krovecs
Mitglied

Ho ho ho, wir reiten über die Himmel,
Heere Verhexter und Geistergewimmel,
Tote und Seelen, Mörder, Gequälte,
lebend vergessen und Ausgezählte.

Wir flechten von Norden
die Tränen zu Eis,
wir grausamen Horden,…

von Monika Jarju
Mitglied

Im Garten Schnee
und lila Leinenzeug
waschwarm angeleint
flattert versteift
Frost zwickt zwackt
bricht es entzwei

von Uwe Röder
Mitglied

Der Wald
wird jung,
hat helle
Laune.

In unsrer
Seele,
welch
Geraune.

Wie Licht
rinnt Schnee
von allen
Bäumen.

Wir,
wie er,
von Kindheit
träumen.

von Axel C. Englert
Mitglied, Moderator

AUA! Ich FASSE es ja nicht:
Ein SCHNEEBALL?! Mitten ins Gesicht?!
Beim TENNIS scheint dies kaum okay:
AU-genBlick – SIE sind ja SCHNEE?!

SIE sind hier total fehl am Platz!
„Der weiße Sport“?! Ganz für die Katz!…

von Annelie Kelch
Mitglied

Den Nebeldunst bekämpfen, müdgebrannt, noch Lichter,
Mir ist, als würd aus einem schalen Morgen nimmer Tag.
Zur Arbeit hasten lange Straßen lang viel Bleichgesichter.
Mein Lieb weiß nicht, wie sehr ich ihn noch mag!

Nach…

von Monika Jarju
Mitglied

Schnee auf dem Teller
unter dem Messer
gefrorene Wimper
die Hand erstarrt
Eis auf dem Teppich
Kristalle im Spiegel
weiß das Sofa
Kissen aus Splitter
Schneeflocken
blühen & schweben

von Ella Sander
Mitglied

Sibirisches Harsch
unsentimental, nüchtern
durchdringend Fröste

Kristallkalte Luft
verbiegt sichtbar den Atem
zu winterlich Weiß

Naturgerippe
ungerührt, kompromisslos
hypnotischer Schlaf

von Annelie Kelch
Mitglied

Am Straßenrand quält sich die graue Wunde
Schnee durchs Winterleben ... Schwer ist die kalte
Luft, darüber neue Weißglut schwelt und sinken möcht.
Erdbeern, im Glas zerkocht – noch sehe ich die Felder
Blühen hinterm Gut ……

von Joachim Ringelnatz
Bibliothek

In der Villa am Berg, die ob ihrer Pracht
Im Dorf als „das reiche Schloß“ bekannt,
Da hat man die Nacht durchjubelt, durchlacht
Und an geistreichen Reden, an Speise und Trank
Das kostbarste, edelste dargebracht;
Da…

von Angélique Duvier
Mitglied

Es rieseln
Schneeflocken
auf Gehwege,
fallen lautlos
in die Stille,
sie glänzen,
diamantweiß,
auf Mützen.

Zerschmelzen
auf meiner Haut
und werden
zu Wasser,
rinnen hinab…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
Mitglied

Die Erde hat der Frost geschreckt.
nachdem der Herbst sie vorgewarnt,
hat vorher noch den Tisch gedeckt
und alle Blüten tief versteckt,
er kannte die Gefahr.
Nackt und klar liegt sie nun da,
unsere alte Erde,…

von Monika Laakes
Mitglied

Weißes Kristallwunder
beschenk' uns mit deinem Glanz.
Breite dich aus mit
wirbelndem Tanz.

So drehe auch ich mich
streck' die Arme weit aus,
versinke in der Kindheit
und bin dort zuhaus.

Und Weiß…

von Soléa P.
Mitglied

Geschmeide, edel, fein, Gefunkel,
Eiskristalle – tief versunken,
Sonnenglanz und Glitzerschein,
mutterseelen-, ganz allein,
schneeweiß Weite,
Stillerausch,
Watte – alles aufgebauscht,
Märchenprinzessin…

von Sigrid Hartmann
Mitglied

Blauer Himmel, Sonnenstrahlen
Das ist's, was ich morgens seh
Wenn ich meine Augen öffne
Vor dem Fenster frischer Schnee

Rein und weiß ist er gefallen
In der klaren, kalten Nacht
Wolken, die den Mond verdunkeln…

von Eva Klingler
Mitglied

Welch Heiterkeit im Schneeflockentreiben
als ging es darum
in der Luft noch zu bleiben
zu tanzen zu schweben
ein Durcheinander zu weben
Auf und nieder
schräg und quer
fröhliche Lieder
jenseits von…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
Mitglied

Zerzauste Wolken
Wüstenstaub auf Palmenblatt
Arabischer Winter

Fruchtig mein Himmel
Oliven blau im grünen Hain
Voll Vogelstimmen

Bazar Getümmel
Café Duft im Mauerwerk
Zimt beseelter Hauch

von Annelie Kelch
Mitglied

Erstarrtes Land,
darüber der Mond,
kalt, aus Eiswolken bricht,
ein tauber, glitzernder Stern: Rund –
glimmt er über dem östlichen Oderbruch.

Enggefühle –
Lichtverlust, messbar.
Wintergedanken – ín den…

von Annelie Kelch
Mitglied

So lieb hat 's gefrühlingt
noch vor zwei Tagen
pfiffen die frechen
Spatzen dem Winter
ihre Schurkenlieder

Erd- und Luftgeist
vermählten sich
im Vorüberziehn
lichtzarter Bläue
Schalk brach…

von Soléa P.
Mitglied

Unter Schnee und Eis versteckt,
liegt alles was zuvor sich regte.
Die Welt schläft völlig isoliert –
und äußerst kühl temperiert.

Das Helle sticht vom Dunkeln ab.
Weiß – schwarz das Land, die Nacht.
Dazwischen…

von Angélique Duvier
Mitglied

Der Teekessel schreit
und spuckt heißen Dampf.
An der Fensterscheibe
betrachte ich breite Tränenrinnen,
sie zerfließen ins Nichts.
Schattenhafte Menschfiguren
eilen durch das Dämmerlicht
des frühen Abends…

von Angélique Duvier
Mitglied

Die Bäume haben
ihr grünes Blattwerk
abgeworfen,
warten auf
Frühlingssonnenstrahlen,
möchten sich im wilden

Kampf des Windes wiegen.
Jetzt wurde ihnen
ein dicker weißer
Wintermantel

von Ingeborg Henrichs
Mitglied

Im Winter ein Moment
Mein Blick hinaus
Ruht aus
Zwischen Entstehen und Vergehen
Unsichtbar gehalten im Jetzt
Wundersam beschützt
Verschmelze ich mit der Schneeflocke
Und verstehe:
Du ewiger Moment…

von Annelie Kelch
Mitglied

Wer möchte auf Dauer leben im Eis der Hoffnungslosigkeit
Unter verharrschten Himmeln …? – Im Aug den sonnenmüden
Schnee, der Schmelz sein will dem harten Winterzahn, und
Lauschen dem gebrechlichen Stöhnen der Winde, sobald sie…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
Mitglied

Durchs Nebelkleid schimmern die
Träume schlafender Wälder.

Verstummt sind ihre Gesänge.

Die großen alten Eichen flüstern
Legenden der Titanen.

Demeter, oh Herrin der Natur,
die feuchten Wiesen verhüllen ihre…

von Monika Laakes
Mitglied

Wassertropfen
winterweiß gefroren
wundersame vielgesichtige Gebilde
schweben mühelos zur Erde
Kältezauber

von marie mehrfeld
Mitglied

wenn wilde weiße
winterwinde wütend wehen
wollen weiche worte
wohlig wiegend wärmen

von Uwe Röder
Mitglied

Im Winterschlaf bin ich, schon
gestern lag im Bett bei dir
nur meine Seele!

Trieb nach Mitternacht mit
dir noch Weißtschon,
gar nicht lahm!

Doch dass ihr nicht
ihr Essen
fehle,

musst du…

von Annelie Kelch
Mitglied

Vorgestern: Schnee über Schnee;
der Wind seufzte lauter als sonst
im kahlen Geäst der Bäume:
Schaufensterpuppen ohne Kleider.

Mein blauweißer Schirm schnappte
dreimal über – ich versprach ihm
eine Therapie,…

von Sigrid Hartmann
Mitglied

Schwarz und weiß erscheint die Welt
Mit wenig bunten Tupfen
Und selbst die Meisen scheinen grau
Wenn sie am Knödel zupfen

Die Sonne hält sich gut versteckt
Schnee will der Himmel bringen
Die Erde lässt die…

von Angélique Duvier
Mitglied

Fahles Grau,
im eisigen Tau,
kalter Wind
weht geschwind.

Bäume vermummt,
durch Schnee verstummt.
Frühe Dunkelheit
und Feuchtigkeit.

Frost am Morgen,
Autofahrersorgen.
Eine…

von Angélique Duvier
Mitglied

Schneeflocken glitzern in seidigem Haar,
deine Augen strahlen jung und gesund.
Du gehst heute, so wie jedes Jahr,
immer denselben Weg, zur gleichen Stund.

Hast gelitten und das Glück versäumt,
vielleicht ruht es…

von Angelika Wessbecher
Mitglied

Kittfarbener Himmel.
Die Arbeit bleibt liegen.
Weißt du was?
Zieh den Vorhang vor.
Koch dir nen Kaffee
und greif nach dem
dicken Schmöker.

von Annelie Kelch
Mitglied

Es ist noch frisch, als wollt' der Winter uns bestrafen
und durch die Bäume strolcht ein scharfer kalter Wind,
ich stutze, denn es fehlen zwei, drei Schiffe im Museumshafen,
die, ja, wohin denn nur?, Hals über Kopf verschwunden…

von Manfred Peringer
Mitglied

die zeit zieht gleichmäßig vorbei eine flüchtige summe von jahren
sie ist ein rasender zug oder nothalt wir sitzen im bordrestaurant
denn uns gehören nur die momente zwischen nachher und vorher

wir blicken hinaus auf die…

von Katharina Dotzki
Mitglied

Nachts unter dem Winterhimmel gehen wir spazieren.
Weihnachtssterne, die uns vom kühlen Wind umgeben.
Und deine Blicke, die mich nicht aus den Augen verlieren.
Dein Lächeln verrät es mir ganz klar, dass wir uns verstehen.

von Robert K. Staege
Mitglied

Kahle Birken, schneebestäubte Heide,
Raureif, Einsamkeit und Leere,
des Winters glitzerndes Geschmeide,
Krähen sammeln sich wie Heere,
kein einz‘ger Mensch sonst auf den Wegen,
nur Stille ist hier mein Begleiter.…

von Else Lasker-Schüler
Bibliothek

(Cellolied)

Ich schlafe tief in starrer Winternacht,
Mir ist, ich lieg in Grabesnacht,
Als ob ich spät um Mitternacht gestorben sei
Und schon ein Sternenleben tot.

Zu meinem Kinde zog mein Glück
Und alles…

von Volker Harmgardt
Mitglied

W i n t e r s o n n e n g l a n z,
ich habe den Tag vergraben -
mühselig im Schnee.

Seiten

Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.