Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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von Annelie Kelch

Es ist noch frisch, als wollt' der Winter uns bestrafen
und durch die Bäume strolcht ein scharfer kalter Wind,
ich stutze, denn es fehlen zwei, drei Schiffe im Museumshafen,
die, ja, wohin denn nur?, Hals über Kopf verschwunden…

von Angélique Duvier

Grauer Monat vor dem Winter,
bald vergangen ist das Jahr.
November, du bist grau verhangen,
kalt und unnahbar.

Bringst uns wettergrauen Nebelduft,
nimmst von uns den Rosenduft.
Traurig durch die herbe Luft,…

von Annelie Kelch

Wie still ruht diese kalte Winternacht …
Vom Glanz des leisen Schnees umhüllt.
Ein Stern, im Licht des Monds erwacht,
Blickt auf die Erde – glückerfüllt.

Der am Kamin noch hofft und träumt,
Versonnen grübelnd in die…

von Uwe Röder

Lass die Knaller
jetzt verhallen
und vergiss,
dich anzuschnallen.

Lass uns wie
in allen Jahren,
zu auch neuen
Galaxien fahren,

doch die alten
nie vergessen,
die so glücklich
wir…

von Angelika Wessbecher

Der
Wind heult
im Schacht. Zaghaft
finde ich in den Tag.
Wintermorgen.

von Axel C. Englert

Ein D (das aus dem Osten war)
Kam in WEST-Deutschland kaum klar:
Nich nuar de Audos und dos Ässen –
Dän WINDERSPOORRD gannsde värgässn!

Rein schpordlich scheind so wos jo schlächd –
Ooch wänn ich SCHILOOFEN ma mächd…

von Annelie Kelch

Der Winter –
steckt noch in den Kinderschuhen;
aber der Herbst hat ihn bereits
die ersten Schritte gelehrt.

Ich schaue hinauf
in die nackten Bäume.
Der Himmel ist grauer
denn Mönchskutten.

von Soléa P.

Kohle schwarze Augen, starren vor sich hin
Kälte macht wohl zu schaffen
umzingelt ist er, ruht mitten drin
Kinderhände wollen nicht von ihm lassen.

Überall wird er emsig berührt
sein kugeliger Leib glitzert im Licht…

von Annelie Kelch

Im Winter riecht die Luft oft nach Schnee;
aber er fällt nimmer – als warte er auf Erlaubnis.
Schneesterne wünsch ich mir, sechseckig,
die sich auf deine Augen legen:
Dann siehst du mich nicht mehr
und verspürst…

von J.W. Waldeck

weiße Ballettschuhe
federleicht
für Wolkenzehen

doch ausgenutzt -
verdirbt Wissen
alles Wesen

kein Schwanensee
keine Eifersucht
kein Zergehen

ein ewiger Tanz
im dunklen
ohne…

von Angélique Duvier

Weil du gar so schön,
mit deiner ganzen Macht,
in Tälern und auf Höhn,
plötzlich, so über Nacht,

alles einhülltest,
in ein Schneeweißgewand.
Meinen Wunsch erfülltest,
und ich dadurch verstand,

von Angelika Wessbecher

Schwarzweißes
Ästegewirr vor
fahlgrauem Himmel. Eichhörnchen
provozieren durch vergnügtes Toben.
Winterblues.

von * noé *

Feucht und nasskalt, nicht zum Träumen,
hängt ein Nebel zwischen Bäumen,
der die ganze Sicht versperrt.

Leute lassen Köpfe hängen,
folgen inneren Gesängen,
schätzen Kuschelwärme wert.

Graue Tage ohne Zeiten,…

von Robert K. Staege

Kahle Birken, schneebestäubte Heide,
Raureif, Einsamkeit und Leere,
des Winters glitzerndes Geschmeide,
Krähen sammeln sich wie Heere,
kein einz‘ger Mensch sonst auf den Wegen,
nur Stille ist hier mein Begleiter.…

von Else Lasker-Schüler

(Cellolied)

Ich schlafe tief in starrer Winternacht,
Mir ist, ich lieg in Grabesnacht,
Als ob ich spät um Mitternacht gestorben sei
Und schon ein Sternenleben tot.

Zu meinem Kinde zog mein Glück
Und alles…

von * noé *

Eisblumen auf Fensterscheiben,
schüchtern fast und so filigran,
wie sie sich ranken und Zweige treiben,
wie sie bizarr ihre Schönheit beschreiben,
dagegen kommt kein Gemälde an.

Ein warmer Hauch, ein Atemwehen,…

von Volker Harmgardt

W i n t e r s o n n e n g l a n z,
ich habe den Tag vergraben -
mühselig im Schnee.

von Ekkehard Walter

Über die Stille der Nacht
kam die weiße Pracht.
Eine Wintertraumlandschaft,
die nun etwas Mühe macht.
Schneemengen man beiseiteschafft,
doch zur Jahreszeit es passt.

von Sigrid Hartmann

Lasst uns tanzen, lasst uns singen,
lasst uns unsere Zeit verbringen,
mit den Menschen, die wie wir
danken dafür, dass sie hier!

Lasst uns feiern diese Zeit,
denn das Licht ist nun bereit,
unsere Tage zu…

von Annelie Kelch

Erfüllen, was der Tag von mir verlangt,
fällt mir leicht – wenn ich an euch denke …
An euch, die ihr jahrelang in Gefangenschaft
zugebracht habt, in Verstecken gehaust oder
auf der Flucht gewesen seid – wegen eines

von Monika Laakes

Blüten im Winter
zeigen innere Sonne,
erhellen den Tag.

von J.W. Waldeck

nicht genial, verbotene Geliebte!
mag genial daneben jed‘ vereitelt Streben
Glück nur in windigen Seelensegeln wiegen
schäumt auch wild das Schicksalsmeer
bäumt sich auf – trägt doch hinfort
was grundlos sein…

von Annelie Kelch

Ich wusste genau, auch ich würde an die Reihe kommen ...
Es gab keinen anderen Ausweg.
Der Graben vor dem Deich war zu breit.
Nicht mal Heide* hätte den im Alter von
acht Jahren bezwungen.

Vor mir waren Carola,…

von Angélique Duvier

Wenn die Zweige sich hinabbeugen
und die Schneeflocken leise schweben,
wenn der Winter vor dem Hause steht
und die Straßen zugeweht scheinen,
wenn der Schnee auf den Wangen schmilzt

und sich mit den Tränen vermischt…

von Angélique Duvier

Der Sturm, er kommt aus Norden,
zeigt uns des Winters Gewalt,
bläst den frostigen Odem,
gar grimmig und bitterkalt.

Engelwurz von der Bergesmatte
trug ich vom Fels zu dir herab,
entgegen…

von Angélique Duvier

Leicht und unverdorben kommt er daher,
sein Winterlicht spielt mit den Schatten
und schiebt die Wolken vor sich her.

Bald winken uns die ersten Schneeglöckchen,
und das glitzernde Eis des Sees zerbricht.
Doch…

von J.W. Waldeck

...vielleicht...
Ausdruck einer Verdammnis
ein Versprechen voller Versprecher
umwinde mein Herz mit Verbrechen

zieh mir die Seele in Streifen
schneide wo's längst blutet
sehe Schönes ohne Begreifen

von Soléa P.

Wie Butter schmilzt er längst dahin
es gibt kein Halten mehr
ich sehe es und traurig bin
vermisse ihn schon sehr.

Er war nett und er war freundlich
blickte auch so altgescheit
es ging ihm gut – eindeutig…

von Yvonne Zoll

Ach, Winter,
aschend grau erstrahlend gleißt
im Geschick entgrenzt beizeiten
verschwenderisch bis in die Lachen
ausgeschüttet im Aufwerfen
dieser überzuckert eisskandierten Wolkennebel;
verliebt in deine Stimme…

von J.W. Waldeck

über dem Meer
die Wolkenbank
Küsten Wälder Wellenklang
über dem Meer
die Sehnsucht weiß
über dem Meer
das sich zerreißt

über der Sonne
kaltes Winterleuchten
über den Strahlen
glitzernde…

von Angelika Wessbecher

Sonnenuntergang,
rot, violett,
türkis gestreift. Der
ganze Aufwand. Nur für
mich.

von Michael Dahm

Raben tragen den Schrei in die Wolken
eine Feder fällt wankend zum Fluss
im Mondlicht sie unwirklich kolken
die Maus rollt versteckt eine Nuss.

Von Osten weh'n eisige Winde
und hauchen dem Teich eine Haut…

von Soléa P.

Weiße Flocken fallen nieder
auf Erde und auf mich
dazu der Wind – singt frostige Lieder
sie schmelzen auf meinem Gesicht.

Bäume und Sträucher tragen Watte
die Sonne hält sich bedeckt
ich eine hellbraune…

von Annelie Kelch

Jetzt gibt er sich die Ehre
Jetzt malt er Raureif auf die Dächer
Jetzt zaubert er aus Trittoirs spiegelglattes Parkett
Jetzt wird die Luft kalt
Jetzt gefriert dein Atem
Jetzt trägst du endlich deine warme Jacke…

von Axel C. Englert

Ein Schneemann gab zu Protokoll:
SCHWARZE Augen?! Was das soll …
Wenn ich schon ein ALBINO bin -
Macht ROTE Färbung schönen Sinn!

Der Umbau jedoch fiel ihm schwer:
Wo kriege ich viel Hilfe her?
Erst eine Krähe…

Seiten

Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.