Limerick ✓ die besten Limericks

Bild Lexikon Limerick

Die Gedichtform des Limericks geht zurück auf das 19. Jahrhundert. Ihr erster und bisher größter Meister war Edward Lear, der den Limerick um 1820 ins Gespräch brachte. In seinem 1843 veröffentlichten Werk "A Book of Nonsense" sind 107 der scherzhaften Gedichte enthalten - diese wurden von Lear zusätzlich illustriert. Sie finden hier moderne und klassische Limericks verschiedener Autoren.

empfohlene Limericks
neue Limericks
die schönsten Limericks
von Monika Laakes
Beitrag 176 - 202 von insgesamt 202 Texten in dieser Kategorie
von Peter H. Carlan

Romeo und Julia I

Herr Montague, Frau Capulet
fuhren gemeinsam im Cabriolet.
Erst versagte ihr Deo,
dann der Alfa Romeo.
Allso entfiel das Tête-à-tête.

Romeo und Julia II

Das Julchen tat neulich in…

von Jürgen Wagner

Im Meer, da schwamm 'ne Flunder
Die fraß und wurd‘ immer runder
Ihr Schatz war platt
Ich habe es satt
Hinweg mit all diesem Plunder!

von Peter H. Carlan

Es fiel einst ein Einsiedler aus Goch
weit abseits der Stadt in ein Loch.
Der Aufstieg misslang
mangels Stufengang,
drum siedelt er dort wohl heute noch.

von Peter H. Carlan

Es klaute ein Bettler aus Nehren *
Im Pfarrgarten Pflaumen und Beeren,
Da spricht der Kaplan
Von hinten ihn an:
„Du sollst Gottes Obst nicht begehren.“

Doch wusste der Bettler aus Nehren
Den Pfaffen geschickt…

von Robert K. Staege

Ein Tourist erstand dort in Stams,
nebst dem Hut, auch den „Bart einer Gams“.
Seine Frau - nicht entzückt! -
rief: „Ich werd‘ noch verrückt!“
und entsorgte den Hut mit dem Krams.

von Peter H. Carlan

Es krepierte Herr X. aus Meinerzhagen*,
so wird vermutet, an Herzversagen.
Ich glaube hingegen,
am Humor hat´s gelegen,
er konnte noch nie einen Scherz vertragen.

von Peter H. Carlan

Hamlet, der Prinz, traf zum Stelldichein
sich mit Ophelia, dem Burgfräulein.
Sie fragte ihn zärtlich:
„Liebst du mich ehrlich?“
Da sprach er: „Kann sein oder nicht sein!“

von Ekkehard Walter

Was sagt ein bayrischer Polizist zum Salafist:
"Du kloaner Salafisti, pass bloas oaf , i krieg di!

von Peter H. Carlan

Es leben in China Chinesen,
im Libanon Libanesen,
dann kommen aus „Majorka“
das war mir sofort klar,
vermutlich die „Majonesen“.

von Peter H. Carlan

Es ritten sechs Kinder aus Bullerbü
bei Wolkenbruch auf einem Hottehü.
Vier hatten Spaß,
zwei wurden nass,
für sie war kein Platz unterm Parapluie.

von Thomas Elbrecht

Es sprach ein Fruganer in Sperenberg
zum Sohne: »Du musst nichts entbehren, Zwerg.
Du siehst ja, klein Eugen,
ich konnte dich zeugen,
obwohl ich mich stets nur mit Beeren stärk’.«

von Volker C. Jacoby

Als Einmannbetriebsbien aus Gronig
kein blühendes Kelchlein verschon ich.
Was kann ich mich laben,
vergraben in Waben!
So opulent wohn ich im Honig.

vcj

von René Reimzwang

Beim Wettkampf der besten Chorsänger
flog singend vorbei ein Rohrsänger.
Er sang so innig sein zi zi zi tüüh
und alle sah'n ein die vergebliche Müh,
da sang schließlich nur der Tenor länger.

von Peter H. Carlan

Die Bürger im Städtele Enger
erhängten im Zorn einen Sänger.
Kaum hing er am Strang
sang er nicht mehr lang,
nur sein Hals wurde lang und länger.

von Robert K. Staege

Ein bildhübsches Mädchen aus Bergen,
das floh vor der Königin Schergen.
Eine Fee gab ihr Flügel;
sie überflog sieben Hügel,
und lebt jetzt dahinter bei Zwergen.

von Peter H. Carlan

Ein blinder Schneider aus Kirn
ist geschickt mit Nadel und Zwirn.
Er näht seinen Kunden
in sieben Sekunden
einen Hosenknopf an die Stirn.

von Martin Gehring

Es verliebte ein Hering aus Zwolle
sich im Januar in eine Scholle.
Doch dann, Anfang März,
brach sie schnöde sein Herz.
Da schmolz sie dahin, seine Olle.

von Peter H. Carlan

Es wünschte ein Geizhals aus Warstein:
Feudal und geräumig solle sein Sarg sein.
Um seinen Willen
final zu erfüllen
begruben sie ihn in seinem Sparschwein.

von Peter H. Carlan

Es tanzte hoch über dem Dorfe Ayl*
ein Sayltänzer auf seinem Sayl.
Als ihn eine Böe
in luftiger Höhe
erfasste, da fiel er auf´s Hintertayl.

von Thomas Elbrecht

Ein ehrlicher Heiler aus Düren
erklärte: »Von allen Geschwüren,
die Qualen bereiten
in unseren Zeiten,
erhebt das wohl schlimmste Gebühren!«

von Martin Gehring

Es lebte einst Tarzan in Hindelang.
Sein Schrei wie ein rost'ges Gewinde klang.
Zur Nachbarschaft Graus
stieß er ihn stets aus,
wenn er sich von Linde zu Linde schwang.

von Volker C. Jacoby

Dem Alientouri aus Nordostgalaxis
is Sternhagelvollsein die tägliche Praxis.
Mit Weltallkohol
geht‘s ihm erdenwohl,
dass Terravisite wie’n kosmischer Klacks is.

vcj

von Klaus Mattes

Es war ein Mann, der in St. Gallen
Wollte den Klugen und Weisen gefallen
Er probiert’s mit Poesie
Doch gelang die ihm nie
Sie ging auf den Wecker fast allen.

In Artern
mich zu martern
mit all den Flegeln…

von Peter H. Carlan

Einst lebte ein Mädchen in Kapstadt,
das hatte die Stadt am Kap satt.
Zum Umzug ins Ausland
mitsamt ihrem Hausstand
benutzte sie einfach ihr Klapprad.

von Hans Harress

"Herr Zeuge, Sie haben's vernommen,
was Sie hier für Meineid bekommen?"
"Gut zehntausend bar,
ist's nicht wunderbar?
Ich hab's vom Beklagten vernommen."

Franz-Josef ging chinesisch speisen,
danach tat er's…

von Peter H. Carlan

Herr Ribbeck von Ribbeck im Havelland
sein Haus vor dem Birnbaum in Flammen stand.
Nun muss er die Dirnen
mit Abrissbirnen
verwöhnen. Scheiß Kabelbrand.

von Peter H. Carlan

Das Verhalten eines Vampirs aus Togo
Ist meines Erachtens ein „no go“!
Er geht midnights am Strand
Mit Marie an der Hand -
so quasi als „Bloody Mary to go”!

Seiten

Die besten Limericks enden mit einer Schlusspointe

Obwohl der Engländer die noch heute bekannte Struktur mit dem Reimschema aabba, also erste, zweite und fünfte sowie dritte und vierte Zeile schließen mit dem gleichen Reim ab, in drei Zeilen mit je zwei Binnenreimen zusammenfasste, wird der klassische Limerick zumeist in fünf Zeilen dargestellt. Der gesamte Limerick folgt dabei dem anapästischen Versmaß, wobei Zeile eins, zwei und fünf dreihebig, Zeile drei und vier aber zweihebig sind.

Kennzeichnend für die Form des Limericks ist außerdem der Inhalt. In der Regel laden die kurzen Gedichte, die sich zumeist um eine Person und eine mit dieser Person einhergehenden Besonderheit befassen, durch eine Schlusspointe zum Schmunzeln ein. Während Lear in der fünften Zeile noch zum Reimwort der ersten Zeile zurückkehrt, durchaus auch in einem amüsanten Kontext, hat sich die fünfte Zeile im Laufe der Zeit zum unumstrittenen Höhepunkt des Limericks entwickelt. In dieser werden Hauptperson oder die Gesamtsituation neu bewertet, oft mithilfe eines Adjektivs, manchmal auch durch eine Wortneuschöpfung.

Deutsche Limericks erlebeten in den 70er Jahren eine erneute Hochzeit

Der deutsche Limerick erfuhr durch die Liedermacher Schobert&Black in den 1970er Jahren eine erneute Hochzeit. Die beiden Sänger vertonten in verschiedenen Stücken moderne Limericks der beiden Dichter Georg Bungter und und Günter Frorath. Der deutsche Schriftsteller Dieter Höss bediente sich ebenfalls der Gedichtform und verpasste ihnen einen satirischen oder parodistischen Charakter. Auch der US-amerikanische Dichter Odgen Nash und der russisch-amerikanische Biochemiker Isaac Asimov haben den Limerick weiter geprägt.

Moderne Limericks müssen nicht immer lustig sein

Auch wenn es relativ klare Vorgaben zur Erstellung des Fünfzeilers gibt, so halten nicht alle modernen und klassischen Dichter das Versmaß ein und es sind auch nicht zwangsläufig alle Limericks lustig. Jedoch wird ein moralisierender oder anklagender Tenor der Gedichtform nicht gerecht - und der betreffende Dichter sollte, auch wenn er die metrische Form wahrt, sein Werk in eine andere Kategorie Gedicht einordnen.