Limerick ✓ die besten Limericks

Bild Lexikon Limerick

Die Gedichtform des Limericks geht zurück auf das 19. Jahrhundert. Ihr erster und bisher größter Meister war Edward Lear, der den Limerick um 1820 ins Gespräch brachte. In seinem 1843 veröffentlichten Werk "A Book of Nonsense" sind 107 der scherzhaften Gedichte enthalten - diese wurden von Lear zusätzlich illustriert. Sie finden hier moderne und klassische Limericks verschiedener Autoren.

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von Olaf Lüken
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die schönsten Limericks
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Beitrag 176 - 210 von insgesamt 226 Texten in dieser Kategorie
von Michael Wardemann

Mein eigenes Wort geriet ins Schwanken
Ich sah es auf den Silben wanken
Wollt' mir auf dem Weg noch danken
Oh Schreck, schon lag es auf den Planken

Ich war dabei, mich zu verzanken
Mit Pharisäern und Großbanken…

von Klaus Mattes

Der Loddar aus Lollar,
Die beste Polenta,
Erkennta jetzt an,
Gab’s letzt Jahr
In Wetzlar.
Während die in Fulda
Letztlich schuld war,
Dass in Schlitz,
Metropole des Gelüsts,
Ihm der Zwickel im…

von Volker C. Jacoby

Ich hieb dem Monster Frankenstein
nach dem Genuß von Frankenwein
mit meinen zwei Pranken
gezielt in die Flanken.
Fünf Wochen hat er nun Krankenschein.

vcj

von Annelie Kelch

Eine Kreuzspinne pilgerte einst nach Rom,
besichtigte dort einen prächtigen Dom,
sah Jesus Christus am Kreuze hangen,
erschrak, krabbelte ins Freie voll Bangen;
ertrank Stunden später am Tiber - in ihrem Tränenstrom ....…

von Peter H. Carlan

Man erkennt die Leute aus Jabel*
an den Brandwunden über dem Nabel,
denn trotz aller Mühe
tropfen Suppe und Brühe
ihnen siedend heiß von der Gabel.

von Thomas Elbrecht

Ein Jasager trank nahe Flein
im Wirtshaus zehn Viertele Wein.
Als man fragte, ob’s reicht,
fiel’s ihm plötzlich ganz leicht:
Er sagte zum ersten Mal nein.

von Annelie Kelch

Wie ein Zilpzalp zilpen wollt' einst ein kleiner Fitis,
erlitt währenddes eine schwere Bronchitis,
krächzte: hü-it, hü-it,
seufzte: only a bit
möcht' ich zilpen können wie Zalp, der Narziss.

von Annelie Kelch

Zwei junge kesse Dörobstmotten
verschmähten Pias Knackkarotten,
krochen viel lieber in Schokolade,
plantschten gern in Himbeerlimonade,
schliefen selig ein in Pias Nikolaussocken.

von Annelie Kelch

Ein Ahorn erschlug einst einen fleißigen Bibermann.
„Weshalb knabbert dein Kerl auch alle Bäume an?“,
verspottete eine Gans die traurige Biberfrau.
Die konterte: „Das weiß mein Oheim, 'Schweinchen Schlau',
der Weiber wie…

von Robert K. Staege

Ein Mauerblümchen aus Peine
hatte Fingernägel - nur kleine.
Die wollt‘ es lackieren,
also Farbe draufschmieren.
Von den Wandfarben hielt aber keine.

von Peter H. Carlan

Es schloss ein Uhrmacher aus St. Wendel
mit dem Tod einen pfiffigen Händel.
„ Schlägt die Pendeluhr Zehn
werde ich mit dir gehn!“
Doch der Pendeluhr fehlte das Pendel.

von Volker C. Jacoby

Es trank mir ein Mädchen aus Oxford
drei Cocktails und vier steife Grogs fort,
sprang mir auf den Schoß,
und nach dem Gekos'
war mein Geld aus dem Innern des Rocks fort.

vc

von Volker C. Jacoby

Das Buchenholz wie auch das Eichholz
ist Hartholz und lang noch kein Weichholz.
Erst muss ein paar Wochen
schön weich man es kochen,
ab dann taugt‘s auch künftig zum Streichholz.

vcj

von Hans Harress

"Herr Zeuge, Sie haben's vernommen,
was Sie hier für Meineid bekommen?"
"Gut zehntausend bar,
ist's nicht wunderbar?
Ich hab's vom Beklagten vernommen."

Franz-Josef ging chinesisch speisen,
danach tat er's…

von Peter H. Carlan

Herr Ribbeck von Ribbeck im Havelland
sein Haus vor dem Birnbaum in Flammen stand.
Nun muss er die Dirnen
mit Abrissbirnen
verwöhnen. Scheiß Kabelbrand.

von Peter H. Carlan

Das Verhalten eines Vampirs aus Togo
Ist meines Erachtens ein „no go“!
Er geht midnights am Strand
Mit Marie an der Hand -
so quasi als „Bloody Mary to go”!

von Robert K. Staege

Ein einsamer Mann flog nach Freetown.
Er wollte sich dort nur mal umschown,
und kam nie mehr zurück,
denn er fand dort sein Glück
durch die Heirat mit mehreren Trowmfrown.

von Peter H. Carlan

Ein hinkender Bettler aus Plötz*
war zu oft Objekt des Gespötts.
Er verließ den Ort
ohne ein Wort
und dachte an`s Zitat von Götz

von Thomas Möginger

Nichts nützt der Kunst sein Wortschatz,
fehlt es dem Satz an Sinntax.
Drum lerne mit Bedacht vorm Schreiben,
dir Bedeutungslehre anzueignen.
Zur Macht der Worte, gar so zauberhaft.

von Peter H. Carlan

Es sprach der König von Thule
zu seiner geliebten Frau Jule:
„Wenn ich einst sterbe
und dir nichts vererbe,
versilber´ die goldene Pendule.“

von Peter H. Carlan

Schon kurz nach der Ouvertüre
erdolchte der Held die Walküre.
Sie sang noch ein Lied
bevor sie verschied.
Statt Blut floss nur Konfitüre.

von Thomas Elbrecht

Es sprach ein Fruganer in Sperenberg
zum Sohne: »Du musst nichts entbehren, Zwerg.
Du siehst ja, klein Eugen,
ich konnte dich zeugen,
obwohl ich mich stets nur mit Beeren stärk’.«

von Peter H. Carlan

Ein Trunkenbold aus Hamminkeln*
musste die Arme abwinkeln,
um beim Urinieren
auf allen Vieren
sich nicht auf die Hände zu pinkeln.

von Peter H. Carlan

Graf Dracula hat, so die Vampirologen,
Unter dem Einfluss alkoholischer Drogen,
Weil er nächtelang durchtrank,
Sein Konto bei der Blutbank
Über´s Limit hinaus überzogen.

von Robert K. Staege

Ein Hundehalter aus Glowchow
erfreute sich an seinem Chow-Chow.
Der ging - statt in Heimatrevieren -
viel lieber im Inntal spazieren.
Drum zogen sie schließlich nach Brownow.

von Peter H. Carlan

Der Freiherr von und zu Oberroth*
soff sich im letzten Oktober tot.
Bei der Leichenschau
war sein Blut noch blau,
seine Nase hingegen zinnoberrot.

von Volker C. Jacoby

.
Herrn Bush aus Dakota war Kabeljau
zu speisen stets eine Nabelschau.
Doch hasste er Dorsch
und hieß John. Nicht Schorsch
wie Schorsch Bush sein Sohn, der Schorsch Dabeljau.

vcj

von Dietmar Hoehn

Ein Pfarrer, dem Weiber nicht reichten,
ging jammernd, dem Bischof zu beichten:
"Ich hab, Eminenz,
auch starke Tendenz
zu Knaben, besonders den seichten."

von Peter H. Carlan

Paris a.d. Seine I

In Paris an den Ufern der Seine
wandert ein Herr mit Hund an der Leine.
Er versank im Schilfe,
rief lauthals um Hilfe,
doch der Hund fand den Heimweg alleine.

Paris a. d. Seine II

von Peter H. Carlan

Romeo und Julia I

Herr Montague, Frau Capulet
fuhren gemeinsam im Cabriolet.
Erst versagte ihr Deo,
dann der Alfa Romeo.
Allso entfiel das Tête-à-tête.

Romeo und Julia II

Das Julchen tat neulich in…

von Jürgen Wagner

Im Meer, da schwamm 'ne Flunder
Die fraß und wurd‘ immer runder
Ihr Schatz war platt
Ich habe es satt
Hinweg mit all diesem Plunder!

von Peter H. Carlan

Es fiel einst ein Einsiedler aus Goch
weit abseits der Stadt in ein Loch.
Der Aufstieg misslang
mangels Stufengang,
drum siedelt er dort wohl heute noch.

von Peter H. Carlan

Es klaute ein Bettler aus Nehren *
Im Pfarrgarten Pflaumen und Beeren,
Da spricht der Kaplan
Von hinten ihn an:
„Du sollst Gottes Obst nicht begehren.“

Doch wusste der Bettler aus Nehren
Den Pfaffen geschickt…

von Robert K. Staege

Ein Tourist erstand dort in Stams,
nebst dem Hut, auch den „Bart einer Gams“.
Seine Frau - nicht entzückt! -
rief: „Ich werd‘ noch verrückt!“
und entsorgte den Hut mit dem Krams.

von Peter H. Carlan

Es krepierte Herr X. aus Meinerzhagen*,
so wird vermutet, an Herzversagen.
Ich glaube hingegen,
am Humor hat´s gelegen,
er konnte noch nie einen Scherz vertragen.

Seiten

Die besten Limericks enden mit einer Schlusspointe

Obwohl der Engländer die noch heute bekannte Struktur mit dem Reimschema aabba, also erste, zweite und fünfte sowie dritte und vierte Zeile schließen mit dem gleichen Reim ab, in drei Zeilen mit je zwei Binnenreimen zusammenfasste, wird der klassische Limerick zumeist in fünf Zeilen dargestellt. Der gesamte Limerick folgt dabei dem anapästischen Versmaß, wobei Zeile eins, zwei und fünf dreihebig, Zeile drei und vier aber zweihebig sind.

Kennzeichnend für die Form des Limericks ist außerdem der Inhalt. In der Regel laden die kurzen Gedichte, die sich zumeist um eine Person und eine mit dieser Person einhergehenden Besonderheit befassen, durch eine Schlusspointe zum Schmunzeln ein. Während Lear in der fünften Zeile noch zum Reimwort der ersten Zeile zurückkehrt, durchaus auch in einem amüsanten Kontext, hat sich die fünfte Zeile im Laufe der Zeit zum unumstrittenen Höhepunkt des Limericks entwickelt. In dieser werden Hauptperson oder die Gesamtsituation neu bewertet, oft mithilfe eines Adjektivs, manchmal auch durch eine Wortneuschöpfung.

Deutsche Limericks erlebeten in den 70er Jahren eine erneute Hochzeit

Der deutsche Limerick erfuhr durch die Liedermacher Schobert&Black in den 1970er Jahren eine erneute Hochzeit. Die beiden Sänger vertonten in verschiedenen Stücken moderne Limericks der beiden Dichter Georg Bungter und und Günter Frorath. Der deutsche Schriftsteller Dieter Höss bediente sich ebenfalls der Gedichtform und verpasste ihnen einen satirischen oder parodistischen Charakter. Auch der US-amerikanische Dichter Odgen Nash und der russisch-amerikanische Biochemiker Isaac Asimov haben den Limerick weiter geprägt.

Moderne Limericks müssen nicht immer lustig sein

Auch wenn es relativ klare Vorgaben zur Erstellung des Fünfzeilers gibt, so halten nicht alle modernen und klassischen Dichter das Versmaß ein und es sind auch nicht zwangsläufig alle Limericks lustig. Jedoch wird ein moralisierender oder anklagender Tenor der Gedichtform nicht gerecht - und der betreffende Dichter sollte, auch wenn er die metrische Form wahrt, sein Werk in eine andere Kategorie Gedicht einordnen.