Belletristik: Das sollten Sie im April 2017 lesen

Der Winter ist nun endlich vorbei und der Frühling hat uns die ersten richtig warmen Tage beschert. Kein Grund, jetzt das Lesen sein zu lassen. Unsere Lesetipps für den April wärmen Ihnen die mitunter doch noch kühlen Nächte!
von Roland Fester
  1. Jussi Adler-Olsen: „Selfies"

    Es ist bereits der siebte Fall für das dänische Sonderdezernat Q. Carl Mørck, Vizepolizeikommissar, soll bei der Klärung eines brutalen Mords helfen. Die Ermittlungen ergeben, dass es eine Verbindung zu einem brisanten "cold case" gibt, der sich vor Jahren ereignet hat. Doch Carl hat nicht nur mit dem Fall zu kämpfen - auch mit seiner Kollegin Rose, die von grauenhaften Erinnerungen heimgesucht wird.

    „Selfies" ist ein düsterer Roman, der vor allem Adler-Olsen-Fans begeistern wird. Wer wissen will, wie es mit dem Dezernat Q. weitergeht, sollte sich das Buch keinesfalls entgehen lassen. Leser, die noch keinen Dezernat Q-Roman gelesen haben, sollten sich zuvor die ersten Teile besorgen.

  2. Martin Suter: „Elefant"

    Der rosarote Elefant bezaubert die Menschen. Er ist klein und leuchtet in der Dunkelheit. Plötzlich taucht er in der Höhle des Obdachlosen Schoch auf. Doch wie ist das seltsame Geschöpft entstanden? Die Antwort gibt es bei Genforscher Roux. Er plant die absolute Sensation. Jedoch wurde ihm der Elefant gestohlen. Kaung, der burmesische Elefantenflüsterer, will den Elefanten verstecken und vor der Menschheit beschützen.

    Die Story mag zwar eigenartig klingen, überzeugt aber zu 100 Prozent. Das Buch punktet mit sympathischen Charakteren, ist flüssig zu lesen und garantiert zudem auch die eine oder andere Überraschung!

  3. Julian Barnes: "Der Lärm der Zeit"

    Mai, 1937. Ein Mann wartet jede Nacht vor seinem Fahrstuhl auf die Schergen Stalins, die ihn abholen sollen. Es handelt sich um Komponist Schostakowitsch, der seiner Familie die Verhaftung ersparen möchte und sich somit freiwillig meldet. Doch warum will Stalin den Komponisten verhaften? Er entging nur knapp der Säuberung, da Stalin nicht von seiner Musik überzeugt werden konnte. Stalin verließ bereits zur Pause die Aufführung "Lady Macbeth von Mzensk", sodass Schostakowitsch eine zum Abschuss freigegebene Person wurde.

    Julian Barnes hat das Leben von Schostakowitsch in einer unglaublich präzisen Knappheit dargestellt. Bei "Der Lärm der Zeit" handelt es sich um einen großartigen Künstlerroman, der zudem auch wunderbar in die heutige Zeit passt.

  4. Sebastian Fitzek: "Das Paket"

    Emma Stein, eine junge Psychiaterin, wurde im Hotel vergewaltigt. Seit diesem Erlebnis will sie nicht mehr ihr Haus verlassen. Sie war schon das dritte Opfer eines Verrückten, der von der Presse "Friseur" genannt wird. Er schert seinen Opfern nämlich die Haare vom Kopf, bevor er sie schlussendlich ermordet. Emma kam mit dem Leben davon, hat aber noch immer panische Angst, dass der "Friseur" sie finden wird. Eines Tages muss Emma ein Paket für den Nachbarn übernehmen. Ein Mann, den sie nicht kennt und auch noch nie zuvor gesehen hat...

    Fitzek hat einen spannenden und düsteren Roman geschaffen, der die Leser fesselt. Wer sich für "Das Paket" entscheidet, sollte starke Neven haben!

  5. Paul Auster: „4 3 2 1"

    "4 3 2 1" erzählt vier Variationen eines Lebens. Im Mittelpunkt steht Archibald Ferguson, der in den 1950er Jahren aufwächst und sich die Frage stellt, was wohl passiert wäre, wenn er sich immer anders entschieden hätte. Eine Frage, die dem Leser beantwortet wird: Ob provinziell und bescheiden, betroffen und besessen, künstlerisch begabt oder kämpferisch und vom Pech verfolgt - jedes Leben ist voll mit Liebe, Abenteuern und Überraschungen.

    "4 3 2 1" ist ein hervorragender Roman, der sich mit den Themen "Glück", "Zufall", "Zeitgeschichte" und "Zufall" beschäftigt. Eine Empfehlung für all jene Leser, die sich auch einmal die "was wäre wenn"-Frage gestellt haben.

  6. Heinz Strunk: „Jürgen"

    Jürgen Dose hat es bislang nicht leicht gehabt. Dennoch sieht er das Glas immer halbvoll. Jürgen, der sich um seine bettlägerige Mutter kümmert und mit seinem Freund Bernd, einen Rollstuhlfahrer, um die Häuser zieht, weiß jedoch, dass ihm eine Sache besonders fehlt - eine Frau. Also entscheiden die beiden Freunde, endlich kreativ zu werden und sich auf Partnersuche zu begeben.

    Strunk hat mit "Jürgen" eine sympathische Figur geschaffen, die der Leser lieben muss. Jürgen ist ein klassischer Pechvogel, der aber immer nur die positiven Seiten erkennt. Ein Buch für all jene, die auch gerne einmal lachen!

  7. Carlos Ruiz Zafón: „Das Labyrinth der Lichter"

    Spanien zur Zeit des Franco-Regimes: Alicia Gris soll das Verschwinden des spanischen Ministers Mauricio Valls aufklären. Dafür muss sie von Madrid in ihre Heimatstadt Barcelona. Valls, der auch Direktor des Montjuic-Gefängnisses war, scheint die dunkle Vergangenheit eingeholt zu haben. Alicia, die in ihrer Heimatstadt zahlreiche Antworten findet, begibt sich jedoch - ohne es zu wissen - in Lebensgefahr!

    Mit "Das Labyrinth der Lichter" beendet Zafón die Romane um die vergessenen Bücher. Bei "Das Labyrinth der Lichter" handelt es sich bereits um den vierten Teil. Wer sich daher für das neueste Zafón-Werk entscheidet, sollte sich daher im Vorfeld die anderen Bücher holen.

Copyright: Khomich Yauheni
Baby mit einem Buch
Selbst Babys lesen im April fleißig weiter

Kommentare

05. Apr 2017

Herzlichen Dank für die guten Tipps! "Elefant" habe ich bereits mit großem Vergnügen gelsesen, nach Mord ist mir grade nicht - doch den Carlos Ruiz Zafón und das Buch von Paul Auster werde ich mir kaufen, bin neugierig darauf.
Liebe Grüße, Marie

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