Die Mondphasen als unser Leben

von Reya Kwan
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Kapitel II - Abnehmender Mond Phase I

Es passierte vieles zwischen meiner Schwester und mir.
Sie bat mich oft ihre Schuld auf mich zu nehmen, wenn sie etwas angestellt hatte mit der Begründung, ich würde ja weniger Ärger bekommen, da ich jünger bin.
Sie bezeichnete mich oft als dumm und war so oft wütend auf mich, was ich noch nicht nachvollziehen konnte.
Meine Mutter veränderte sich ebenfalls. Sie wurde immer gestresster.. aus ihrer Sanftheit wurde Wahnsinn.
Ihre Gelassenheit wurde immer mehr durch Wut, Anspannung und Verzweiflung ersetzt.
Es gab so oft Streit und es wurde so viel an uns ausgelassen.
Die Welt wurde immer dunkler und in mir wurde viel Misstrauen und Enttäuschungen gesät.
Die Ausflüge wurden immer weniger, das Familienleben immer schwerer, mit jedem Jahr, mit dem wir älter wurden.
Damals arbeiteten Unsere Eltern auch an unserem ehemaligen Haus.
Das war bei der Mutter meines Stiefvaters.
Verdammt, war diese Frau kaputt. So bösartig. Man versteht es nie, warum Menschen zu solchen Dingen fähig sind, wie sie.
Ich hab Geschichten gehört, was sie mit ihren Kindern machte.. aber dies erfuhr ich erst in einer anderen Phase.

Wir verloren fast alles.
Sie hatte uns das Haus genommen.
Wir hatten eine Frist von einem Monat.
Es ging alles so schnell und als Sieben-jährige hatte ich nicht realisieren können, warum wir nun wegziehen mussten.
Von heute auf morgen haben wir uns einfach nach verschiedenen Häusern umgesehen.
Große Auswahl hatten wir nicht. Aus der Kleinstadt zogen wir in ein winziges Dorf, gleich in der Nähe.
Schule und Umfeld waren zum Glück keine Große Umstellung.
Es war sogar aufregend für mich - eine Zeit lang zumindest..

Man merkte, dass die Eltern deutlich gestresster war. Der Vater hatte sich vollkommen verändert.
Er war nur noch genervt und sauer. Der Verlust zerstörte ihn.
Sie haben Blut, Schweiß, Tränen und Unmengen an Geld in das alte Haus investiert. Die Schulden nagten an ihrer Seele.
Es war eine düstere Zeit.
Ich erinnere mich an einem Tag, als ich von der Schule nach Hause kam.
Ein Freund von meinem Stiefvater war da. Alle waren erschöpft. Ich hatte eine 4 in Mathe geschrieben.
Er stellte mich so bloß vor andern Menschen. Er sagte ich sei so dumm und würde nichts in meinem Leben erreichen. Und wenn ich nochmal so eine Note schreibe, schnallt er mich an einen Tisch bis ich es lerne und wehe ich es läuft anders.. dann haut er mir die Finder wund..
Und dann hat er seiner Wut freien lauf gelassen. Er hat gesagt, ich sei ein Schwein und mein Zimmer könne man nicht mal mit Gummistiefeln und einem Schutzanzug betreten..
Da waren ein paar Spielzeuge auf dem Boden und eine Wasserflasche auf dem Tisch.
Ein seelischer Bruch für ein neun Jahre altes Mädchen.

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