Die Mondphasen als unser Leben - Kapitel III

von Reya Kwan
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Abnehmender Mond Phase II

Ich hatte eigentlich viel Freunde in der Schule. Ich war sehr Kommunikativ, freundlich und einen offenen Charakter.
Ich habe auch immer gerne mit Jungs gespielt, da es einfach lustiger war.
Die ganze Pause hat man fangen gespielt, Pokemonkarten ausgetauscht und sich gerauft. Es hatte irgendwie einen Entspannungseffekt.
Ich war auch etwas, aggressiv.. naja.. aggressiv ist das falsche Wort.. Sagen wir, ich war sehr dominant und wollte allen beweisen, dass ich man mich nicht ärgern sollte.
Ich habe auch oft meine Freundinnen vor Jungs beschützt, die sie ärgerten. Sie hatten schon "Angst" vor mir, aber ich spürte auch das Gefühl von Respekt.
Schnell war der ruf einer liebenswerten Schlägerin erschaffen.
Es gab dann auch eine Zeit, wo ich mich zum ersten mal "verliebte". Ich nehme es sehr mit Humor, denn das damals, war so eine Kindessache. Ich versuchte immer neutral zu sein und mir möglichst keine Feinde zu schaffen.
Meine Noten waren durchschnittlich. Nicht weil ich dumm war, sondern nicht besonders fleißig. Die Situation daheim verbesserte es nicht.
Die Eltern hatten auch nicht die Zeit meine Hausaufgaben zu kontrollieren. Ich vernachlässigte viel und nun wünschte ich mir, einige Dinge wären anders gelaufen, aber wer wünscht sich das nicht?
Meine Schwester entfernte sich von mir. Sie wurde ja auch älter. Es gab auch eine Menge Dinge, die sie ebenfalls belasteten.
Sie konnte es gar nicht haben, wenn ich mit ihren Freundinnen redete. Anscheinend hat sie sich damals sehr oft bedroht von mir gefühlt.
Einsamkeit und Bestätigungsverlangen prägten sie.. wie sollte es denn anders sein, wenn man einen so kalten, gefühlslosen, unverantwortlichen "Erzeuger" kennt, von dem sie immer hoffte, er sei ihr eines Tages ein echter Vater.
Ich weiß nicht, ob ich behaupten kann, dass es vielleicht besser so ist, dass ich ihn nicht kenne.
Was man nie hatte, kann man nicht vermissen.
Ich freute mich damals, als ich endlich in die Schule kam, denn meine Schwester hatte da ihr letztes Jahr verbracht und ich freute mich wieder auf eine gemeinsame Zeit mit ihr, seitdem sie vor langer Weile aufhörte mit mir zu spielen.
Natürlich konnte aber selbst in der Schule nicht alles gut laufen.

Ich hatte eine Lehrerin. Sie war so gemein. Also ich habe es damals nicht wahrgenommen, aber wenn ich jetzt von manchen höre, dass es immer noch so ist..
Naja, jedenfalls gab sie mir oft schlechte Noten auf Vorträge, Referate und etc. Nicht nur mir. Es gab ein paar schwarze Schafe, auf die sie es ebenfalls abgesehen hatte. Ich hatte erst später darüber nachgedacht, ob es daran lag, dass ich ausländisch war.. diese Frage ging mir oft durch den Kopf, vor allem wenn man gezielt versuchte, mir damit weh zu tun.

Ich hatte oft mit Rassismus zu tun. Älter Jungen im Bus haben mich oft Schlitzauge und Sushi-Fresser genannt, dabei habe ich sogar normale, rundliche Augen. Sie schuppsten meine Schwester und mich ab und zu auch rum. Irgendwann hatten wir es unseren Stiefvater gesagt. Er hat die Jungs im Bus angebrüllt. Ab da hat es aufgehört. Ein Zeichen, dass wir dem Stiefvater doch irgendetwas bedeutet hatten. Natürlich war es nicht das letzte mal mit so einer Begegnung. Mit den Jahren lernte ich es mit viel Humor zu nehmen. Denn wenn man sich über sich selber lustig macht, machen die anderen es seltener. Sie finden es sogar cool und haben irgendwann Respekt vor einem. Heute ist es das geringste Problem, das ich habe. Dadurch, dass ich mich nie zu ernst nahm, fand ich viele Freunde.

In der Grundschule fing auch meine Kurzsichtigkeit an. Ich wusste doch nicht was vor sich ging. Ich dachte alle Menschen sehen so, bis eines Tages meine Eltern auf einem Sprechabend waren.
Die Lehrerin meinte, ich würde rumzappeln und mit meinem Tisch immer weiter nach vorne Rutschen.
Der Stiefvater schrie mich so an und drohte mir, wenn ich das noch einmal tun sollte, dann kommt er in die Schule schraubt den Tisch fest und schnallt mich daran..
Ich hatte einfach nicht verstanden, warum das so ein Problem war. Ich habe sooo vieles nicht verstanden, wenn es um die Bestrafungen und Aggressionen ging.
Es folgte vier Jahre, in denen ich mich durchschlagen musste. Kaum einer konnte mir helfen. Nachhilfe kostete anscheinend zu viel. In Englisch und Deutsch konnte ich mich relativ gut zeigen. Mir lagen sprachen schon immer besser. Nur Mathe war sehr kompliziert und nicht mein Gebiet.

So erreichte ich einen Grundschulabschlussschnitt von 3,00.
Ich hätte die Aufnahmeprüfung für die Realschule geschafft, aber der Stiefvater machte meine Intelligenz so runter und beleidigte meine Fähigkeiten so sehr, sodass meine Mutter letztendlich den Glauben verlor, ich könne es schaffen..
So musste ich ein Jahr lang auf der Hauptschule verbringen.
In der Zeit habe ich mich sehr auf Schule konzentriert und richtig gute Freunde gefunden. Leider nur eher diese klassentypische Freundschaft, die wieder vorbeigeht, wenn man sich trennt. Ich hatte da noch viel Hoffnung und den Willen auf die Realschule umgeschult zu werden.

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Interne Verweise

Kommentare

03. Jan 2018

Es fehlte ein Teil am Anfang, den ich nun ergänzt habe.
Ich weiß, es ist eine sehr unschöne Geschichte.. aber ich möchte ein paar Leuten da draußen sagen.. ihr seid nicht alleine.. hier draußen gibt es Leute die euch verstehen können..
Hier ist meine E-Mail: Reya.Kwn@gmail.com
Schreibt mir, wenn euch etwas auf dem Herzen liegt..
Dinge die ihr euch nicht traut, nahestehenden zu erzählen.. ich höre euch gerne zu.
In den folgenden Kapiteln werdet ihr erfahren zu welchem Schluss ich gekommen bin und wie ich die Welt nun sehe.
Ich wünsche euch viel Glück!