Die Mondphasen als unser Leben - Kapitel IV

von Reya Kwan
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Abnehmender Mond Phase III

Eine sehr harte und dunkle Periode brach an. Schule, Schule, Schule.

Zuerst schien vieles leicht. Ich hatte ein Jahr Mittelschule hinter mir. Ein glatter 1,5 Schnitt. Die Lehrer rieten mir auf die Realschule zu wechseln. Ich würde damit zwar ein Jahr wiederholen müssen, aber es sei meinen Fähigkeiten und meinem Intellekt gerecht und die Schule könnte mich besser fördern. Das war auch mein Wunsch.
Ich wurde ohne hin schon ein Jahr später eingeschult worden, da machte es damals keinen Unterschied, wenn ich nochmal die 5. Klasse wiederholen würde.
Ich fand sehr schnell Anschluss. Später erfuhr ich, dass einige meinten, sie hätten einen sehr kalten und verschlossen Eindruck von mir gehabt.

Also auf der Gefühlsebene war ich das vielleicht. Meine Gefühle erhärteten sich. Ich dachte, wenn ich nicht mehr fühle, dann könnten Trauer und Wut mir nicht mehr viel anhaben.
Diese Entscheidung bereue ich sehr und es hatte fatale Folgen.
In der Schule war alles in Ordnung, bis auf einige schlechte Noten. Trotzdem blieb ich bei meinen Durchschnittsnoten.
Zu Hause war jedoch die Hölle los. Es war eine sehr komplizierte Zeit. Die Schwester hatte ihren Führerschein gemacht. Es sind zu viele Dinge passiert, um sie hier auflisten zu können. Kurzgefasst: Sie bekam ein eigenes Auto, fuhr ein paar Kratzer rein, Tanken war ein großes Diskussionsthema und dann war das Auto so schnell weg, wie es gekommen war. Wir haben uns geschlagen und gebissen im heftigen Streit. Ich habe sie oft getröstet, weil sie zerbrechlicher war und ich konnte sie nicht weinen sehen. Sie hat Schrammen in den Pick up unserer Mutter gefahren und nach viel Geschrei und Tränen, zog sie zu ihrem Freund (nun Ex) mit dem sie ein knappes Jahr zusammen war.

Ich fühlte mich alleine gelassen. Allein mit vielen Problemen und mit der Hölle daheim.
Damals gab es oft Vorwürfe, weil sie meinte, sie wüsste, was daheim abging, obwohl sie nie da war.
Ich entfernte mich seelisch von ihr. Ich stritt auch oft mit meiner Mutter. Unsere Mutter-Tochter-Schwester Beziehung ging kaputt.. Wir hatten doch nur uns drei. Alle anderen Verwandten waren in Thailand, die wir auch nur in sehr langen Abständen sahen.
Es war kalt und dunkel. Dieses Wetter deprimierte mich. Ich fühlte mich so unwohl.. es kamen viele Selbstzweifel. Ich fand mich überhaupt nicht schön. Ich fühlte mich zu dick.. und ab und zu sagte mir meine Mutter das auch. Ich war gefangen in Selbsthass und Verzweiflung. Parallel hatte ich noch die Schule zu meistern.
Ab der siebten Klasse musste ich ein Wahlpflichtfach aussuchen. Ich nahm BWR. Eine Entscheidung die mir so viel Depression einbrachte.. Es war auf Wunsch meiner Eltern und ich dachte, vielleicht wäre es wichtig für das spätere Leben. Falsch gedacht.

Immer öfter hatte ich Burn-Outs. Von Familie und besonders Mutter war kein Trost zu erwarten. Zu viele Schmerzen waren dazwischen. Niemand kam, als ich weinte. Ich kümmerte mich öfters um andere. Ich wollte meine Gefühle zurücknehmen, damit es wenigstens anderen gut geht. Das war ein völlig falscher Ansatz, erkenne ich jetzt.

Ich hatte das Gefühl ich muss stark sein und keine Gefühle zeigen. Und ich verbitterte immer mehr in meiner Person. Eis und Feuer nach außen und Stein und Glut nach innen. Ich tat bei Freunden oft so, als ginge es mir perfekt und dass ich so sorglos bin, während meine Innere Welt zusammen brach. Ich wollte so oft nicht nach Hause. Habe mich oft länger in der Stadt herumgetrieben, damit ich nicht nach Hause musste. Meine Freuden im Leben waren beschränkt. Hätte ich nicht die Musik und Kunst gehabt, hätte ich mich in dieser Zeit wohl ganz verloren. Es gab so oft einschneidende Erlebnisse, die ich bis heute nicht vergessen kann.
Wie ich einmal schlief und meine Mutter, die zum essen rief, nicht hörte. Der Stiefvater kam nach oben getrampelt, (mein Zimmer befand sich in der 2. Etage) trete die Tür ein, weil die verriegelt war, und schmiss alles im Zimmer um. Regale schlug er runter, Spielzeugkisten entleerte er auf den Boden, Selbstgemalte Bilder riss er von der Wand. Er demolierte so viele persönliche Gegenstände. An diesem Tag ging auch etwas in mir kaputt. Jedes Verständnis. Jedes Mitgefühl. Mein Hass wurde noch stärker. Ich hatte ihm den Tod gewünscht und ich hatte so oft Mordgedanken, wie Vergiftung oder von der Treppe stoßen, für die ich mich zutiefst schäme, denn ich bin Buddhistin. Mann sollte einen Menschen nicht so was schlimmes wünschen, denn das bringt schlechtes Karma und könnte in irgendeiner Form auf uns zurück treffen. ich war zutiefst schockiert, zu welchen Gedanken ich fähig war, denn diese Gedanken lassen uns unmenschlich werden und zerfressen unseren Verstand.

Ich hatte in der Zeit so oft an Selbstmord gedacht. Ich wusste nicht, wie ich mit diesem Menschen leben sollte. Ich habe mich blutig gekratzt, hatte Black Outs, von denen ich mit blauen Flecken und tiefen Kratzspuren aufwachte.
Meine Psyche war im totalen Chaos. Da oben lief nichts mehr richtig. Und bei Freunden und Familie so zu tun als wäre nichts, weil es einem selber peinlich war und leichter war als eine ellenlange Geschichte zu erzählen, warum es einem schlecht ging, rief immer stärkere Gefühle von Einsamkeit hervor. So ging das von meinem 12. bis zu meinem 16. Lebensjahr.
In der Zeit passierte mir noch schlimmeres. Es fällt mir sehr sehr schwer darüber zu sprechen und es zu erzählen, weil es Filme hervorrufen kann, aus denen ich mich nur schwer befreien kann..

Ich hatte durch Kampfsport einen Freund kennengelernt. Eine Art "geheime Beziehung" entstand, denn damals kam es so rüber, als würde meine Mutter eine Beziehung nicht gut heißen..
Wir waren fast ein Jahr zusammen. Und ich habe so schlimme Erinnerungen an die Zeit.... Er hat mich so oft genötigt.. und ich wollte nicht.. ich habe nie nachgeben.. irgendwann ließ er seiner Wut in Form von körperlicher Gewalt raus. Es erinnerte mich an die Handgreiflichkeiten des Stiefvaters.. Ich dachte wir liebten uns.. ich habe davor noch nie Liebe von einer außenstehenden Person erfahren. Und dann betrügte er mich auch noch mit seiner besten Freundin. Sie gab ihm das, was ich ihm nicht geben wollte.. ich fand mich damals doch noch zu jung..
Als ich schließlich nach diesem Tage den Mut hatte ihn zu verlassen, lockte er mich zu einem persönlichen Gespräch..
Ich habe ein sehr großes Trauma dadurch erlitten und dachte Tag für Tag, wie es hätte anders laufen können..
Als ich gehen wollte, weil alles gesagt wurde, hielt er mich fest. Erst flehte er.. dann schrie er....... und schlug mich zu Boden.... Er zog meinen blutigen Kopf an den Haaren hoch und.. drückte mir seine angefangene Zigarette an der Schulter aus.. bis heute ist diese abscheuliche Narbe zu sehen und ab und zu spüre ich das brennen noch...
Er schlug so lange auf mich ein, bis ich halb bewusstlos da lag......... Und...... Schließlich..... Verging er sich an mir..... die Details ersparre ich mir und euch allen.. Ich hatte große Schmerzen... Das einzige "positive" daran war... dass ich wenigstens nicht meine Jungfräulichkeit an ihn verloren habe...
Dafür konnte ich nur mit sehr schweren Schmerzen sitzen.. auf Toilette gehen war eine einzige Höllenqual.. und ich hatte nachts nur noch Panikattacken und Krampfanfälle...
Ich hatte so viel Last auf mir.. ich wusste nicht, wie ein Mensch dass alles überhaupt tragen konnte.. Alles schien Schwarz zu sein und keine Aussicht auf Besserung war nur in näherer Greifweite.
Keine Liebe. Keine Zuflucht. Keine Familie. Kein Verstand. Kein Licht.

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Kommentare

04. Jan 2018

Hallo Reya Kwan - bitte differenziere die einzelnen Beiträge durch Titel wie z.B. "Die Mondphasen als unser Leben, Kapitel IV - Abnehmender Mond Phase III" ... wie Du schon unten im Block "Mehr von... lesen" sehen kannst, kann man die einzelnen Beiträge nicht unterscheiden, haben sie alle den gleichen Titel. Das macht weder für Dich, noch für Leser Sinn. Ebenso verhält es sich in den Suchmaschinen - dort hat jeder Deiner Beiträge den Titel "Die Mondphasen als unser Leben", wodurch einige eventuell gar nicht auffindbar sein werden, da sie sich - für Google - vom Titel her nicht unterscheiden. LG

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