Es war einmal .......

von K. K.
Mitglied

Es ist schon ein paar Jährchen her als ich eine sehr interessante Persönlichkeit kennenlernte. Beruflich hatte er alles erreicht, bereits ordentlich Karriere gemacht wie seine Eltern so wie er und seine Eltern es wünschten. Abgesichert war er auch, da er eine Festanstellung beamtenähnlich an einer öffentlichen Einrichtung hatte, auch genoss er alle Freiheiten, die sein Beruf so mit sich brachte, dass er keinen direkten Chef über sich hatte, er war gewissermaßen sein eigener Chef, dennoch war er unglücklich, obwohl er vieles hatte, worum ihn andere beneideten. Sein Unglück versuchte er mit Yoga und Meditationskursen zu füllen, mit langen Spaziergängen, zwischendurch auch mit für ihn selbst außergewöhnlichen Dingen aufzupeppen, in der Hoffnung er würde endlich den perfekten Status erreichen. Denn trotzdem er eigentlich doch abgesichert war, war ihm das zu wenig, er wollte von der ganzen Welt bewundert werden, was er sich aber niemals eingestehen würde, denn auch hier strebt er den perfekten Status an und übt sich in Bescheidenheit. Dann lernte er zuweilen auch ein paar interessante Frauen kennen, die ihm ein wenig den Kopf verdrehten. Aber da er auch hier auf der Suche nach der einen Perfekten war, wollte er sich natürlich alles offen lassen. Und wie es so ist, die Frauen, die örtlich am weitesten weg waren in anderen Städten und Ländern, standen ganz oben beim ihm auf der Liste, weil diese Göttinnen einfach in seinen Augen die Perfektion schlechthin verkörperten. Gern hätte er auch mal die eine oder andere besucht, aber in einen Flieger zu steigen, würde für ihn bedeuten, seiner großen Angst vor dem Leben zu begegnen, für ihn sollte doch alles einplanbar, berechenbar, ja vorhersehbar und nicht zu vergessen perfekt sein. Hin und wieder kämpfte er mit sich und seiner Angst und dann war da die eine, die ihm nicht nur den Kopf verdrehte, sondern auch sein Herz eroberte, sie war schlechthin die Perfektion. Er malte sich schon Gedanken aus, wie die Zukunft mit ihr aussehen würde, das waren seine kühnsten Träume. Dafür würde es sich doch lohnen, einmal nach langer Zeit wieder in den Flieger zu steigen. so geschah es dann, dass er seine Angst überwunden hatte. Als er dann in einem anderen Land und in er lebhaften Stadt ankam, war er schon begeistert von dem Flair um sich herum, dass er fast den Wunsch hatte, dort zu bleiben. Und seine perfekte Frau, für die er den weiten Weg gemacht hat, erwies sich plötzlich als gar nicht so perfekt wie es in seinen Vorstellungen war. Es war jedes Mal das Gleiche sobald die Frauen für ihn erreichbar ja nahbar waren, verloren sie ihren Reiz für ihn, er war halt auf der Suche nach der einen Außergewöhnlichen. Es sollte bloß nicht Gewöhnliches sein ............ und so vergingen seine besten Jahre, er wollte sich für die eine perfekteste aufheben, dass er älter und älter wurde, war ihm egal. Auch vor diversen Schönheitskuren schreckte er nicht zurück natürlich unter dem Vorwand, dass er besonders auf seine Gesundheit achten würde. So vergingen wieder viele Jahre ............... und irgendwann dann war es zu spät, ein paar Tage vor seinem Tod schrieb er ein paar Zeilen nieder, die an all jene gerichtet waren, die so waren wie er:

"Mein größter Fehler im Leben war die Suche nach dem Perfekten. Ich war der größte Idiot. Warum habe ich nicht einfach gelebt und Spaß am Leben gehabt, andere müssen schuften und können sich Nichts leisten und sind glücklich über jede Erbse und ich war unglücklich obwohl ich alles hatte."

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise